|
(0) |
Die 23-jährige Claudia Rhyner hat Polyarthritis. Seit einiger Zeit nimmt sie pflanzliche Heilmittel. Mit Erfolg: Die Schmerzen sind zurückgegangen und chemische Medikamente braucht sie nicht mehr.
Die ewigen Schmerzen und die permanente Müdigkeit machten mich komplett fertig», berichtet die 23-jährige Claudia Rhyner. «Beim Gehen schmerzten die Knie und bei der Arbeit im Büro die Hände. Und wenn ich mich mal etwas zu schwungvoll ins Auto setzte, tat mir danach der Rücken weh.» Zehn Jahre lang litt sie unter schmerzenden Gelenken, Müdigkeit und Magen-Darm-Krämpfen - bis ihr schliesslich der Rheumatologe Hans-Rudolf Gugg die Diagnose stellen konnte: eine milde Form von Polyarthritis. Gugg: «Claudia Rhyner hat Glück gehabt. Die Aussichten stehen gut, dass wir die Arthritis noch stoppen können.»
Das Besondere: Gugg behandelt seine Patienten nicht nur mit chemischen Medikamenten, sondern auch mit pflanzlichen Heilmitteln der Phytotherapie. Gegen die schlimmsten Gelenkschmerzen verschrieb er Claudia Rhyner Weihrauch-Tabletten. «Das Harz des Weihrauch-Baums kann chronische Entzündungen lindern», sagt Gugg. Claudia Rhyner sprach sofort auf die Behandlung an. «Schon nach zwei Wochen ging es mir viel besser.»
Für Gugg ist klar: «Die Phytotherapie ist häufig eine gute Ergänzung zur Schulmedizin.» So kann man entzündlichen Rheumatismus in der Frühphase mit Weihrauch, Arnika oder Teufelskralle in Schranken halten. «Bei der Hälfte meiner Patienten mit beginnender Polyarthritis reichen pflanzliche Mittel aus», berichtet er. Wie die Mittel wirkten, sei zwar wissenschaftlich nur teilweise nachvollziehbar. «Doch wir wissen, dass sie wirken.»
Dies bestätigt auch Reinhard Saller, Professor für Komplementärmedizin an der Universität Zürich: «Die Behandlung von rheumatischen Beschwerden mit pflanzlichen Präparaten ist sinnvoll und verspricht Erfolg.» In den meisten Fällen sei die Phytotherapie fester Bestandteil der Behandlung. Pflanzliche Heilmittel wirken jedoch vor allem bei leichteren Formen von Rheuma, schwer kranken Patienten helfen sie nur begrenzt.
«Die Fortschritte geben mir ungeheuer viel Kraft»
Die Schwellungen an den Gelenken von Claudia Rhyner sind nach wenigen Monaten zurückgegangen. Neben Weihrauch hat das Nachtkerzenöl dazu beigetragen. Gugg: «Die ungesättigten Fettsäuren von Nachtkerzenöl wirken auch entzündungshemmend.»
Heute braucht Claudia Rhyner keine Schmerzmittel mehr. Auch die starken Medikamente gegen ihre Magenbeschwerden ist sie los. Stattdessen hat Gugg ihr ein Mittel mit Bakterien verordnet, die die Darmflora regulieren. Für die Patientin eine Erleichterung: «Früher war ich nach dem Essen immer sehr müde. Das ist besser, und ich habe auch weniger Schmerzen.»
Die Gelenke reibt sie zudem mit Aloe-Vera-Creme ein. Zwar hat sie immer noch Schmerzen und ist oft müde. Doch: «Die grossen Fortschritte, die ich in den letzten Monaten gemacht habe, geben mir ungeheuer viel Kraft.»
Vorsicht: Pflanzliche Mittel sind nicht harmlos
- Vorsicht: Pflanzliche Heilmittel sind nicht immer harmlos. Patienten können auf bestimmte Wirkstoffe allergisch oder überempfindlich reagieren.
- Kaufen Sie pflanzliche Heilmittel nur in Apotheken und Drogerien.
- Achten Sie beim Kauf von pflanzlichen Heilmitteln auf die Angaben über Inhaltsstoffe.
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche pflanzlichen Heilmittel Sie einnehmen. Das ist wichtig, um Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu vermeiden.
- Bei Ärzten ist Phytotherapie durch die Grundversicherung abgedeckt. Bei anderen Therapeuten bezahlen nur Zusatzversicherungen.
- Fragen Sie Ihren Therapeuten, ob er im Erfahrungs-Medizinischen Register (EMR) eingetragen ist, und erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, für welche pflanzlichen Heilmittel sie die Kosten übernimmt.
03. Dezember 2003 | Christine Frey - redaktion@pulstipp.ch
