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Die meisten Spitäler verlangen überhöhte Telefongebühren.
Für Patienten ist es eine Hilfe, während des Spitalaufenthalts mit Freunden und Verwandten zu telefonieren. Die böse Überraschung erleben sie, wenn ihnen die Rechnung präsentiert wird: Viele Spitäler berechnen Hoteltarife. So verlangen die Kantonsspitäler in Luzern und St. Gallen einen Zuschlag von 40 Prozent. Das Spital Olten SO verrechnet den Patienten sogar 50 Prozent zusätzlich.
Regelrecht abgezockt werden die Patienten im Kantonsspital Aarau: Dort kommt zum 50-Prozent-Zuschlag noch eine Belastung von 50 Rappen pro Gespräch hinzu.
In Privatkliniken sieht es nicht zwingend besser aus: Das Berner Salem-Spital der Hirslanden-Gruppe kassiert 50 Rappen pro Gespräch und 20 Rappen pro Minute im Ortsnetz. Der normale Swisscom-Tarif ist mit tageszeitabhängigen 4 respektive 8 Rappen drei- bis viermal billiger. Die Standarderklärung für die saftigen Zuschläge: «Wir müssen den Verwaltungsaufwand einkalkulieren und die Telefonanlage amortisieren.»
Für Matthias Nast von der Stiftung für Konsumentenschutz ist das eine fadenscheinige Begründung: «So hoch kann der Verwaltungsaufwand gar nicht sein.» Nast vermutet, dass die finanziell unter Druck stehenden Spitäler mit den Gebühren andere Leistungen quersubventionieren.
Es gibt aber auch Spitäler, die faire Tarife berechnen: So kommt das Unispital Zürich nach eigenen Angaben mit einem Telefonzuschlag von knapp 15 Prozent aus.
sc
05. November 2003
