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Artikel | K-Tipp 17/2003

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Einprägsame Telefonnummern kosten zwischen 0 und 30 000 Franken. Für individuelle Wunschnummern wie Hochzeits- und Geburtstage verlangt nur die Swisscom Geld, bei den andern Telefonfirmen sind sie gratis.

Swisscom, Orange und Sunrise haben das Geschäft mit den einprägsamen Nummern erst vor drei Jahren gestartet. Deshalb versuchen gewisse Abonnenten ihre wertvollen Nummern, die sie früher gratis erhalten haben, jetzt zu verkaufen. Beispiel Hans S. (Name geändert): Er lässt ein kleines Inserat für 30 Franken im lokalen Gratisanzeiger aufsetzen: «Super-Telefonnummer zu verkaufen, ab 500 Fr.» Sein Angebot ist günstig. Die Swisscom verlangt für eine solche Nummer mit zweimal drei gleichen Ziffern 800 Franken. Top-Nummern mit 7 bis 9 gleichen Ziffern kosten bei der Swisscom gar 30 000 Franken (siehe Tabelle).



Auch Taxiunternehmer Markus Graber aus Root LU hat schon länger eine begehrte Nummer: 041 211 11 11. Dafür müsste er heute bei der Swisscom 10 000 Franken hinblättern. Ein Verkauf kommt für ihn aber nicht in Frage. «Eine leicht merkbare Nummer, das ist im Taxigeschäft doch die halbe Miete», begründet er. Die einprägsamen Nummern sind denn auch vor allem in der Dienstleistungsbranche heiss begehrt. «Die leicht merkbare Telefonnummer setzen immer mehr Geschäftsleute als Marketinginstrument ein», sagt Swisscom-Sprecher Josef Huber.



Im privaten Bereich sind Wunschnummern mit Ziffernfolgen, die etwa das Geburtsdatum oder den Hochzeitstag beinhalten, der grosse Renner. Bei Orange und Sunrise sind sie kostenlos, die Swisscom verlangt dafür 100 Franken. Erhältlich sind die Wunschnummern aber nur, wenn sie in den vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) an die Provider verliehenen Ziffernblöcken noch verfügbar sind. Das Bakom ist Eigentümer der Telefonnummern. Es teilt sie als Konzessionsbehörde den Netzbetreibern zur Nutzung zu.



Die Vergabe von Wunschnummern hat sich für die Telekomfirmen zum lukrativen Geschäft entwickelt. «Neukundinnen und -kunden machen von der Möglichkeit sehr regen Gebrauch», lässt Orange-Sprecherin Marie-Claude Debons durchblicken. Wie viel zusätzlichen Umsatz die Provider damit erzielen, bleibt aber geheim. Schätzungen gehen davon aus, dass sie rund 2000 Wunschnummern im Monat absetzen und so jährlich einige Millionen Franken zusätzlich einnehmen.





Fixnet-Nummer: An die Wohnung gebunden



Aber auch Private, die ihre Nummer vor dem Jahr 2000 «geschenkt» bekamen, möchten einen Teil vom Kuchen wegknabbern. Die Provider reagieren darauf unterschiedlich. «Grundsätzlich haben wir keine Möglichkeit, den Handel mit Nummern von privat zu privat zu unterbinden», so Sunrise-Sprecherin Monika Walser. Der «Besitzerwechsel» kann beim Call Center beantragt werden, und Sunrise weist die gehandelte Nummer einfach dem neuen Kunden zu. Auch Orange toleriert den Nummernhandel.



Einschränkender verhält sich die Swisscom, was angesichts der höheren Preise nicht überrascht. Der Kunde kann die Telefonnummer grundsätzlich nicht weiterverkaufen. Zwei Ausnahmen gewährt die Swisscom: Die Nummern von Prepaid-Karten können frei gehandelt werden. Und Fixnet-Nummern in der gleichen Wohnung können von privat zu privat weitergegeben werden. Damit ist auch klar: Hans S. hätte sich das Inserat sparen können. Seine Swisscom-Fixnet-Nummer könnte er nämlich sowieso nur zusammen mit seiner Wohnung verhökern.

15. Oktober 2003 | Pirmin Schilliger - redaktion@ktipp.ch


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