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Die Fachleute der Schweizerischen Medikamenten-Informationsstelle SMI beantworteten im Juli Fragen der Puls-Tipp-Leserinnen und -Leser. Die wichtigsten Anfragen fassen sie hier zusammen:
Brauche ich zusätzlich Xenical?
Wegen erhöhtem Blutzucker muss ich seit fünf Jahren Glucophage nehmen. Nun empfiehlt mir mein Arzt zusätzlich Xenical. Ist das sinnvoll?
Nur wenn Sie übergewichtig sind. Xenical hat keinen direkten Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel. Es wirkt jedoch indirekt, indem es die Aufnahme von zu viel Fett bremst. So nimmt der Körper weniger insulinpflichtige Stoffe auf. Glucophage ist ein bewährtes Medikament gegen Altersdiabetes.
Wirkt das neue Medikament besser?
Seit Jahren verwende ich Glutril. Ich vertrage es sehr gut und mein Blutzucker ist wieder normal. Nun habe ich von dem neuen Medikament Actos gelesen. Soll ich wechseln?
Nein. Eine Verbesserung ist nicht zu erwarten. Beide Medikamente gehören in die Gruppe der Sulfonylharnstoffe und stimulieren die Freisetzung von Insulin. Dadurch fällt der Blutzuckerspiegel. Da sich ihr Blutzucker bereits mit Glutril normalisiert hat und Sie es gut vertragen, gibt es keinen Grund, auf ein neues Medikament umzusteigen.
Wieso reicht die Diät nicht?
Dank einer strengen Diät gelang es mir bisher, meinen Blutzucker unter Kontrolle zu halten. Doch jetzt sagt meine Ärztin, dass ich Tabletten brauche. Muss das sein?
Ja, oft ist das nötig. Die erste Massnahme beim Diabetes Typ 2 ist ein angepasster Lebensstil: Wenig Zucker und viel Gemüse essen, kein Übergewicht und viel Bewegung. Trotzdem sind manchmal Medikamente nötig. Denn ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel kann schlimme Folgen haben. Sollten Sie bei Ihrem Medikament Nebenwirkungen haben, hilft ein Wechsel.
10. September 2003
