|
(0) |
Online-Routenplaner sind gute Helfer bei der Reisevorbereitung. Eine aktuelle Strassenkarte ersetzen sie allerdings nur beschränkt.
Wie komme ich möglichst schnell von Zürich nach Clavesana im Piemont? Statt sich die Etappen mühsam auf einer Strassenkarte zusammenzusuchen, kann der Autofahrer so genannte Routenplaner im Internet zu Hilfe nehmen. Diese sind in der Regel einfach zu bedienen. Man gibt Start- und Zielort in der Suchmaske ein und blitzschnell erscheint ein Streckenverlauf.
Doch noch lange nicht alle Weghelfer sind gut und praktisch. Spezial hat fünf kostenlose Routenplaner verglichen. Voraussetzungen: Sie müssen für mindestens 15 Länder ein Planning anbieten und verlangen keine Registrierung für eine Auskunft. Dadurch flattert keine unerwünschte Werbung ins E-Mail-Fach. Getestet wurden drei Kriterien.
Übersichtlichkeit: Ist die Darstellung einfach? Sind die Beschreibungen nachvollziehbar?
Auswahlmöglichkeiten: Kann man Zwischenstationen eingeben? Gibt es Alternativrouten? Kann man zwischen schnellstem und kürzestem Weg wählen?
Zusatzinfos: Gibt es beispielsweise eine Landkarte zur Route? Kann man sich die Autobahngebühren berechnen lassen? Wird auch die beste Bahnverbindung für diese Strecke angegeben?
Fahrzeit wird bei den Planern meist zu knapp berechnet
Am besten abgeschnitten hat http://et3.dr-staedtler.de. Für die Strecke von Zürich nach Clavesana berechnet der Weghelfer eine Route über 502 Kilometer.
Die Fahrzeit «schätzt» er auf 4 Stunden, 54 Minuten. Wie die übrigen Routenplaner ist er damit sehr optimistisch. Die Reisezeit berechnen diese stur nach Durchschnittsgeschwindigkeiten - 60 km/h für Landstrassen, 120 km/h für Autobahnen. K-Tipp-Redaktor Gery Schwager fährt die Strecke Zürich-Clavesana mehrmals im Jahr. Fährt er tagsüber, benötigt er dafür mit Zwischenhalten rund sieben Stunden.
Hinter dem Städtler-Routenplaner steht ein Unternehmen aus der Informatik-Branche für Transportlogistik. Er besticht durch die vielen Auswahlmöglichkeiten. Hilfreich ist besonders die Möglichkeit, zusätzlich zu Start- und Zielort Zwischenstationen wählen zu können. So kann man sich während der Hauptreisezeit eine Route über die Zwischenstation Aosta zusammenstellen lassen, um dem Stau am Gotthard zu entgehen.
Auch www.reiseplanung.de und www9.mappy.com suchen solche Wunschrouten. Map 24 und Bluewin dagegen nicht.
Der Planer von Städtler macht zudem in einer einfachen Tabelle Angaben zu wichtigen Abzweigungen, einzuschlagender Richtung, Strassennummer und Kilometerstand. Die aufs Wesentliche reduzierte Tabelle ist ideal zum Ausdrucken und Mitnehmen. Im Gegensatz dazu sind die detaillierten Infos beim Routenplaner von Bluewin und Map 24 verwirrend. Beispiel: Bei Kilometer 73,2 steht bei Bluewin: «Verlassen Sie die A4 und fahren Sie weiter geradeaus auf die Axenstrasse (A4). Folgen Sie dem Strassenverlauf für 4,5 km.» Soll man jetzt die A4 verlassen oder nicht?
Diese Mängel zeigen, wie wichtig eine aktuelle Strassenkarte als Ergänzung ist. Die meisten Routenplaner bieten zwar zusätzlich eine Landkarte an - eine Karte aus dem Fachhandel können diese jedoch nicht ersetzen. Schon gar nicht, wenn man sich trotz Routenplaner mal verfahren haben sollte und den richtigen Weg wieder finden will.
Autobahngebühren und Benzinverbrauch inklusive
Bei den Zusatzinfos liegt ebenfalls der Planer von Städtler vorn. Reisende können Routen ohne Autobahnen wählen, sich den Benzinverbrauch, die kürzeste oder schnellste Variante oder auch - was sehr nützlich ist - die Autobahngebühren berechnen lassen. Letzteres ist bei www.9.mappy. com ebenfalls möglich. Und bei www.reiseplanung.de kann man sich sogar als Alternative zum Auto die beste Bahnverbindung berechnen lassen.
Übrigens: Keiner der Routenplaner bezieht Hindernisse wie Baustellen in die Informationen mit ein. Unumgänglich ist vor der Abreise deshalb ein Besuch auf folgenden Seiten: www.tcs.ch (Stichwort «Verkehrsinfos») oder www.truckinfo.ch, einer Seite des Bundesamtes für Strassen.
24. Juni 2003 | Stephan Pfäffli
