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Artikel | Haus & Garten 3/2003

Immer auf der richtigen Fährte


Wanderkarten müssen detailliert, aber trotzdem übersichtlich sein. Viele Kartenverlage schaffen diesen Spagat nicht.

Schlechtes Wetter zieht auf, die Beine werden müde. Und die Wegweiser sind unklar. Wichtig wäre jetzt eine gute Wanderkarte. Doch viele Karten sind ihr Geld nicht wert. Das zeigte ein Vergleich von sieben Wanderkarten im letzten Sommer (K-Tipp 13/02).


Doch worauf kommt es bei einer Wanderkarte an?

1. Massstab: Wählen Sie eine Karte mit einem Massstab von 1:25 000 bis 1:50 000. Karten mit einem Massstab unter 1:25 000 sind zwar übersichtlich, doch für längere Wanderungen brauchts in der Regel mehrere Karten. Bei einem Massstab über 1:50 000 fehlen dagegen wichtige Orientierungsmarken wie Flurnamen und Kapellen.

2. Äquidistanz: Ideal sind Karten, die pro 20 Meter eine Höhenlinie haben.

3. Einzelheiten: Achten Sie darauf, dass die Karte viele Höhenangaben, Orts- und Flurnamen enthält. Viele Wanderführer nehmen auf diese Angaben Bezug. Wenn Bahnhöfe, Kirchen und Friedhöfe eingezeichnet sind, können Sie sich in Dörfern besser orientieren.

4. Kilometernetz: Die Karte sollte mit einem rechtwinkligen Kilometernetz überzogen sein. So finden Sie Orte, die in Wanderführern mit diesen Kilometerangaben versehen sind, auf der Karte ohne Mühe.

5. Wanderwege: Nur wenn sie möglichst vollständig eingetragen sind, können Sie Ihre Route kompetent auswählen.

6. Bergwege: Bei Karten, welche zwischen Wander- und Bergwegen unterscheiden, erhalten Sie einen Anhaltspunkt über den Schwierigkeitsgrad.

7. Legende: Die Signaturen müssen in der Legende vollständig erklärt sein. Für Karten der Landestopografie sind in Buchhandlungen kostenlose Broschüren mit der Zeichenerklärung erhältlich.

8. Abdeckung: Sofern Sie auch in für Sie neuen Gebieten wandern möchten, wählen Sie am besten eine Karte aus einer Serie, die Sie kennen. Sonst müssen Sie sich immer wieder an ein anderes Kartenbild gewöhnen.

9. Ausgabejahr: Achten Sie auf das Ausgabejahr. Ist es nicht aufgedruckt, wird die Karte wahrscheinlich nicht sehr fleissig nachgeführt. Doch Vorsicht: Es gibt Verlage, welche ihre Karten vordatieren. Bereits jetzt verkaufen sie die Ausgabe 2004.

Weitere Angaben machen die Karten zwar unübersichtlicher, viele Wanderer möchten darauf aber trotzdem nicht verzichten:

Wanderzeiten: Einige Kartenverlage drucken die ungefähren Wanderzeiten ab. Das ist praktisch, denn anhand des Kartenbildes sind die Zeiten - gerade im Gebirge - nur schwierig abzuschätzen.

Fahrmöglichkeiten: Wenn Sies manchmal auch bequemer mögen, sind Sie sicher froh, wenn auch Bergbahnen, Postautolinien und Haltestellen eingezeichnet sind. Auf einigen Karten sind sogar die Fahrplanfelder eingetragen. So müssen Sie im Kursbuch nicht lange suchen.

Sehenswürdigkeiten: Einige Karten enthalten auf der Rückseite Wandervorschläge - oft auch mit Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten.

Restaurants: Wenn Sie unterwegs gerne einkehren oder übernachten, sind Angaben über Restaurants und Berghütten, aber auch Campingplätze wichtig.

Schwimmbäder: Im Sommer schätzen Sie vielleicht auch eingezeichnete Schwimmbäder.

Am besten schnitt im K-Tipp-Vergleich vor einem Jahr die Karte des Waadtländer Verlags MPA ab. Grundlage ist die Landestopografie-Karte 1:25 000. Zusätzlich eingetragen sind Berg- und Wanderwege, Wanderzeiten, Restaurants, Aussichtspunkte und Haltestellen. Diese Angaben sind zwar rot eingezeichnet, trotzdem bleiben alle Details gut lesbar.

Die Editions MPA konzentrieren sich allerdings vor allem auf die Romandie. Für die Deutschschweiz sind nur vereinzelte Karten erhältlich. Besser wird die Schweiz von den Wanderkarten 1:50 000 der Landestopografie abgedeckt. Nur einige Grenzregionen fehlen.

Die Landestopografie-Karte belegte im K-Tipp Platz zwei. Sie basiert auf der gewöhnlichen Karte 1:50 000. Zusätzlich eingetragen sind Wander- und Bergwege, Buslinien und Haltestellen. Erkennbar ist die Wanderkarte am gelben Umschlag und der Bezeichnung T.


Zum Wandern taugen Panoramakarten nicht

Als Wanderkarten unbrauchbar sind so genannte Vogelschau- oder Panoramakarten. Eine sichere Orientierung ist mit solchen Karten nicht möglich. Denn sie haben keine Höhenlinien, Orts- und Flurnamen sind rar, Orientierungshilfen - wie etwa Kirchen - fehlen meistens.

Verblüffend gute und günstige Karten bieten hingegen viele Verkehrsvereine an. Allerdings decken diese meist nur das Gebiet rund um den Kurort ab.

Übrigens: Eine Schwäche haben alle Karten, welche SPEZIAL bekannt sind. Sie unterscheiden nicht zwischen geteerten und ungeteerten Wanderwegen. Viele Wanderer würden diese Unterscheidung schätzen.

24. Juni 2003 | Marco Diener


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