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Der Coop am Bahnhof Uster ZH ist in der Gegend bekannt: Er hat 365 Tage im Jahr geöffnet. Doch vom einen auf den anderen Tag klaffte im Laden eine Lücke: Der Käse- und der Brotstand wurden abgebrochen. Dies nicht nur in Uster: Zahlreiche Coop-Läden verloren in den letzten Monaten ihre bedienten Theken. Die Kunden sollen sich künftig in aktiver Selbstbedienung üben. Fleisch und Käse dürfen sie abgepackt aus dem Kühlregal nehmen, Gipfeli und Brote in bereitliegende Tüten zirkeln.
«Wir entsprechen einem Bedürfnis der Konsumenten», sagt Coop-Sprecher Jörg Birnstiel. «Sie wollen sich selbst bedienen. Auf die Vielfalt des Angebots wirke sich das neue Konzept aber nicht aus.
Patisserie zum Teil nur noch im Plastik-Doppelpack
Doch bei der Patisserie ist dies bereits der Fall, denn in verschiedenen Filialen schrumpfte das Angebot auf Cremeschnitten und Erdbeertörtchen zusammen. Selbst im grossen Winterthurer Grüze-Markt sind nur noch wenig hausgemachte Kuchen erhältlich - im Plastik-Doppelpack.
saldo-Leserin Karin Thalmann ärgert sich: «Mit ihrem bedienten Offenverkauf sorgten die Grossverteiler dafür, dass Quartiers-Metzgereien und -Bäckereien verschwinden.» Wenn sie jetzt das Sortiment straffen, gibt es für die Konsumenten nur noch wenig Alternativen.
Die Coop-Verkäuferinnen, die in Uster bisher Camembert und Kernenbrot verkauft haben, verstauen nun abgepackten Käse, Aufbackbrote und Cremeschnitten in der Kühlung. Und der Metzger weiss keine Antwort auf die Frage, wie lange es seine Theke noch gibt.
sc
25. Juni 2003
