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Ein Mann will immer, und er hat auch immer zu können, so lautet das gängige Klischee über Männer und ihre Potenz. Nur, die Realität sieht anders aus. Bei einer halben Million Männer regt sich nicht immer, was sich regen müsste, um den Geschlechtsverkehr ausüben zu können. Eine lukrative Marktlücke für die Pharmaindustrie, deren Kassen sich dank Potenzpillen mit Millionen von Franken füllen, wie das Beispiel von Viagra zeigt. Nicht verwunderlich, dass bald schon weitere Medikamente auf den Markt kommen sollen, die der Erektion nachhelfen, wenn die Natur versagt.
Damit Sie mich richtig verstehen: Die Pillen können ein Segen sein für Betroffene. Hat ein Mann Probleme mit seiner Potenz, fühlt er sich blossgestellt, seiner Manneskraft beraubt. Viele Männer ziehen sich in dieser Situation zurück, nicht nur körperlich. Und da beginnt das Problem für die Partnerin. Wenn es den Männern vor lauter Angst vor einer Wiederholung des vermeintlichen Versagens auch noch die Stimme verschlägt, können Potenzstörungen zu einer schweren Belastung für die Beziehung werden.
Dauern diese Schwierigkeiten an, kommen auch die Frauen unter Druck, sie fühlen sich ungeliebt, nicht mehr begehrenswert, ausgeschlossen, allein gelassen. Frauen versuchen Probleme durch Reden zu lösen oder doch wenigstens zu verstehen. Redet mit uns, Männer! Eine Erektion garantiert noch keine erfüllende Sexualität. Dazu gehört viel mehr. Intimität und Nähe zum Beispiel, Sinnlichkeit, Streicheln und Küssen, Lachen, Fantasie - der Möglichkeiten sind viele. Erst seine gelebte Empfindsamkeit macht einen Mann zum ganzen Mann.
11. Juni 2003 | Daniela Biedermann - Moderatorin Puls
