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Wer an der Zusammensetzung seines Depots zweifelt, sollte sich vorab über seine Anlagestrategie klar werden. Erst dann lässt sich das Depot sinnvoll umschichten.
Leser D. S. hat sich mit folgenden Fragen an K-Geld gewendet: «Ende der 90er-Jahre habe ich diverse Fonds und Aktien gekauft. Seither habe ich rund 17 000 Franken - 30 Prozent - verloren. Würden Sie in der aktuellen Situation weiterhin monatlich Anteile zukaufen? Sind Sie der Meinung, dass sich die Werte erholen werden? Und würden Sie allenfalls einige Titel umschichten?»
Antwort: Als Erstes ist es wichtig, die Anlagestrategie zu überprüfen (siehe Artikel Seite 16). Wenn Sie nur Ihr Depot betrachten, sind Sie zu 72 Prozent in Aktien investiert und damit offensiv ausgerichtet. Wenn Sie den Blickwinkel auf Ihre übrigen Vermögenswerte - Kontoguthaben, Säule 3a und Pensionskasse - ausweiten, ergibt sich ein komplett anderes Bild. Der Aktienanteil beträgt gerade noch 11 Prozent. Natürlich ist dieser aufgrund der massiven Kursverluste gesunken. Wie wir wissen, planen Sie in den nächsten zwei Jahren eine sechsmonatige Reise. Dafür haben Sie ausreichend Liquidität bereitgestellt. Weiter fassen Sie einen Hausbau in fünf bis zehn Jahren ins Auge. Deshalb dürfte der Aktienanteil ein Viertel betragen.
Es ist also sinnvoll, dass Sie weiterhin in Wertschriften investieren. Und es ist empfehlenswert, Ihre ausserordentlich hohe Liquidität auf 50 000 bis 80 000 Franken abzubauen.
Zu Ihrem bestehenden Depot: Ihre Aktienanlagen sind zu über 40 Prozent in Schweizer Firmen investiert. Diesen Anteil sollten Sie tendenziell reduzieren. Weiter ist es ratsam, sich auf Anlagefonds zu konzentrieren und Einzeltitel zu vermeiden. Dadurch vermindern Sie das Risiko und übergeben die Anlageentscheide in professionelle Hände.
Netinvest wurde aufgrund des Kurszerfalls zur Kleinst-Position. Für ein Halten spricht der bereits tiefe Wert, was Chancen auf eine Kurserholung eröffnet. Zudem würde sich ein Totalverlust nur noch beschränkt auf das Gesamtdepot auswirken.
Auch für einen Verkauf gibt es gute Gründe: Man läuft Gefahr, zu viel Zeit und Nerven auf die Analyse eines unwichtigen Titels zu verwenden. Zeit, die man besser für die Auswahl und die Überwachung von Alternativanlagen einsetzt. In Ihrem Fall empfehlen wir den Verkauf.
Grundsätzlich ist zu bemerken, dass Ihre drei Anlagefonds (CS Equitiy Fund Swiss Blue Chips, Equisar und CSF Fund) im Vergleich mit den Konkurrenzprodukten unterdurchschnittlich abschneiden. Hier besteht also Änderungsbedarf. Da Sie in Ihrem Fondssparplan keine anderen Fonds einsetzen können, raten wir zu einem Wechsel Ihrer Bankbeziehung.
Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren
Ihr zukünftiges Wertschriftendepot müssen Sie nicht unbedingt im Rahmen eines Fondssparplans aufbauen. Sie können dies durch gestaffelte Käufe durchführen.
Erster Schritt: Kaufen Sie für die Hälfte der Zielgrösse US- und Europa-Aktienfonds (Nordea North American Value; MFS European Equities) sowie die volle Tranche des Schweizer und Asien-Aktienfonds (Leu Swiss Equities, First State Asia Pacific).
Bei den Euro-Obligationenfonds (Meag EuroRent und UniEuroRenta Corporates) empfiehlt sich eine sofortige Investition. Die zweite Tranche im Aktienbereich legen Sie nach ein bis sechs Monaten an - je nach Marktentwicklung.
Durch die Umschichtungen erhöht sich der Aktienanteil an Ihrem Gesamtvermögen von 11 auf 20 Prozent. Wann und wie stark sich die Aktienwerte erholen werden, ist schwierig vorauszusagen. Wichtig und entscheidend für den Erfolg ist ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren.
28. Mai 2003 | Markus Graf
