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Playstation 2, Xbox, Gamecube: Spiel-konsolen werden immer leistungsfähiger. K-Spezial zeigt die Vor- und Nachteile der verschiedenen Spielsysteme auf.
Raphael Portner ist ein Spielfreak. Während andere junge Männer ins Fussballtraining gehen, schliesst er eine Spielkonsole ans TV-Gerät, schiebt eine Disc ein und los gehts. Im Schnitt spielt er rund zwei Stunden pro Tag - kämpft als Ben Hur in der Arena oder liefert sich heisse Formel-1-Rennen mit anderen Spielern.
Doch nicht nur in den Videospielen wird hart gekämpft. In der Wirklichkeit streiten die drei Hersteller Microsoft mit der Xbox, Sony mit der Playstation 2 (PS2) und Nintendo mit dem Gamecube um die Marktherrschaft im Bereich der so genannten Next-Generation-Konsolen.
Playstation 2: Über 50 Millionen verkauft
Die Nase vorn hat derzeit Sony mit der Playstation 2. Im letzten Januar verkaufte der japanische Hersteller weltweit bereits die 50-millionste Konsole. «Allein in der Schweiz gingen im vergangenen Jahr 130 000 Stück über den Ladentisch», sagt Roger Frei, Geschäftsführer von Sony Computer Entertainment Schweiz.
Microsoft startete den Verkauf der Xbox in der Schweiz erst im März 2002. Seither verkaufte der US- Konzern rund 60 000 Konsolen. Nintendo mit Markteintritt im Mai 2002 setzte gemäss der Vertreiberfirma Waldmeier AG in Basel 42 000 Gamecubes ab.
Raphaels Lieblingskonsole ist derzeit die Xbox. «Weil das Spielgefühl fantastisch ist.» Und der Controller, das Gerät, mit dem man die Figuren steuert, liegt Raphael Portner gut in der Hand. «Mit einem Drehkreuz, zwei Joysticks und acht Tasten lassen sich die Spielfiguren exakt steuern. Diese bewegen sich fast wie echt», sagt der Multimedia-Elektroniker aus Wattenwil BE.
Xbox: Leistungstark wie ein PC
Der schwarze Zauber-Kasten von Microsoft ist die leistungsfähigste der drei Konsolen. Das Gehäuse ist bis obenhin mit Technik vollgestopft. Herzstück ist ein schneller Prozessor mit 733 Megahertz Taktrate und einem Grafikspeicher von 64 MB. Mit dieser Leistung kann es die Xbox mit einem Durchschnitts-PC aufnehmen. Zusammen mit einem speziell für die Konsole gefertigten Grafikprozessor bietet die Xbox die beste Bildqualität.
Eine Neuheit ist die integrierte Festplatte. Diese erlaubt es, Spielstände und Musik abzuspeichern und abzuspielen. Bei der PS2 und beim Gamecube dagegen müssen die Spieldaten auf einer speziellen Memory Card abgespeichert werden. Das Speichermedium ist unverzichtbar, wenn man Spiele bis zum Ende durchspielen möchte. Diese Memory Card muss man zusätzlich für rund 50 Franken kaufen.
Spielmüde können mit der Xbox nicht nur spielen, sondern wie bei der PS2 Spielfilme auf DVD anschauen - doch für diesen Zusatzdienst muss man bei Microsoft teures Zubehör kaufen.
Im Vergleich zur schweren, klobigen Xbox wirkt die fast gleich teure PS2 von Sony geradezu grazil. Ihr grösster Nachteil gegenüber der Xbox ist jedoch die Bildqualität. Raphael Portner ärgert sich bei manchen Spielen über unschöne Treppenmuster-Effekte bei Kanten. Diese werden bei der Xbox durch ein spezielles Verfahren abgeschwächt.
Unbestritten Nummer eins ist die PS2 dafür beim Spielangebot. Mit fast 2500 Games gibts für sie fast zehn- mal so viele Spiele wie für die Xbox. Auch die alten Spiele der Playstation 1 laufen auf der Nachfolgerin. Weiterer Vorteil: Weil sie weit verbreitet ist, ist bei ihr die Wahrscheinlichkeit am grössten, mit Freunden Spiele austauschen zu können. Einzelne Spiele kosten immerhin bis 100 Franken.
Gamecube: Spielzeug für die ganze Familie
Der Gamecube ist die neueste und günstigste Konsole. Sie stammt aus dem Hause Nintendo, bekannt geworden durch Super-Mario. Mit dem Gamecube lassen sich zwar weder DVDs noch Musik-CDs abspielen. Doch die Konsole besticht durch eine gute Grafik und viele attraktive Spiele, die vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen dürften. Auch sind die Controller eher für kleine Hände geeignet. Es ist das ideale Gerät für Kinder und Familien.
Zurzeit sind laut Jean-Pierre Gerber, Marketing-Leiter bei der Firma Waldmeier, 150 Spiele verfügbar. Ein Game kostet zwischen 30 und 100 Franken.
Seit neuestem kann man mit dieser Konsole auch übers Internet spielen. Man benötigt dazu allerdings zusätzlich einen Breitbandadapter, der rund 80 Franken kostet. Hinzu kommt noch eine monatliche Miete für den Internet-Zugang auf www.playsega.com. Bis jetzt ist allerdings erst ein Spiel verfügbar.
Spieler mit der Xbox und der PS2 müssen sich noch etwas gedulden. Laut Daniel Hess von Microsoft und Roger Frei von Sony sind Online-Spiele erst ab Herbst 2003 möglich. Auch da wird man hohe Zusatzausgaben leisten müssen.
30. April 2003 | Stephan Pfäffli
