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Müdigkeit und Kopfweh sind Symptome der rheumatischen Erkrankung Lupus. Die Krankheit kann behandelt, aber nicht geheilt werden.
Es macht mir Angst, dass es manchmal in meinem Kopf nicht mehr stimmt», sagt Yvonne Meier. Die 48-Jährige leidet unter systemischem Lupus erythematodes (kurz Lupus oder SLE). Die wenig bekannte Krankheit - in der Schweiz sind 2000 Personen betroffen - hat ihr Hirn angegriffen. Deshalb passieren ihr seltsame Dinge: Sie stellt das Putzmittel statt die Milch in den Kühlschrank oder findet sich mitten in der Nacht verwirrt im Garten stehen.
SLE ist eine rheumatische Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass der Körper Antikörper produziert, die sich gegen die eigenen Organe richten. Die Folge sind Entzündungen im ganzen Körper.
Zu 90 Prozent sind Frauen von der Krankheit betroffen
Die Krankheit tritt in Schüben auf und betrifft zu 90 Prozent Frauen. Die Ursache von Lupus ist unklar. Stress, Sonnenlicht oder hormonell aktive Phasen können die Symptome verstärken.
Das Krankheitsbild ist sehr vielfältig - deshalb spricht man auch von einer chamäleonartigen Krankheit. Unterschiedliche Symptome treten kombiniert oder einzeln auf. Beschwerden wie Kopfweh, Lichtempfindlichkeit oder unerklärbare Müdigkeit machen den Betroffenen das Leben schwer.
Alles begann mit Müdigkeit und Gelenkschmerzen
Bei Yvonne Meier begann es mit grosser Müdigkeit und Gelenkschmerzen. Dies sind klassische Symptome von Lupus - aber auch von anderen Krankheiten. «Wenn zu Beginn der Krankheit nur ein bis zwei Symptome auftreten, ist es schwierig, auf die richtige Diagnose zu kommen. Oft kann erst später, bei mehr als vier Symptomen oder Befunden, die Diagnose mit einer gewissen Sicherheit gestellt werden», erklärt der Rheumatologe und Lupus-Spezialist Thomas Stoll, Chefarzt der Aar-Reha Schinznach.
Der Verlauf der Krankheit ist sehr unterschiedlich. In schlimmen Fällen kann sie lebensbedrohend sein. Yvonne Meier wird am Universitätsspital Zürich behandelt. Ihr zentrales Nervensystem ist befallen, und es besteht die Gefahr, dass die Krankheit verschiedenste Körperfunktionen beeinträchtigt.
Die Patientin erhält unter anderem ein zellhemmendes Medikament und Kortison. Bei leichterem Verlauf reichen gegen die Beschwerden oft Antirheumatika oder Antimalariamittel.
«Vielen von uns sieht man die Krankheit nicht an», sagt Yvonne Meier. Betroffene werden daher oft nicht ernst genommen. Bei einigen führt dies zur sozialen Isolation. Nicht so bei Yvonne Meier. Ihr Ehemann unterstützt sie in allen Belangen. Gemeinsam haben sie gelernt, mit der Krankheit zu leben.
Homepage der Selbsthilfegruppe mit vielen Informationen und Adressen der Regionalgruppen:www.slev.ch
30. April 2003 | Claudia Steiner
