SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | Gesundheits-Tipp 4/2003

Die Angst vor dem Krebs

Krebs ist ein schwerer Schicksalsschlag. Dies hat uns auch der Tod des Schauspielers Martin Schenkel wieder drastisch vor Augen gef?hrt. Er starb erst 34-j?hrig an einem Hirntumor, hat den «Kampf» verloren, wie Medien schrieben. Auch moderne Therapien k?nnen erst einige wenige Tumoren wirksam bek?mpfen. Meist wird dabei nur das Leben verl?ngert, der Krebs aber nicht geheilt. Zwar erkranken die Menschen vorwiegend in einem Alter, das sie vor wenigen Generationen gar nie erreicht h?tten. Doch das ist kein Trost.

Kein Wunder, pochen viele ?rzte auf Fr?herkennung. Ihre Botschaft: Je fr?her man den Krebs entdeckt, desto wirksamer kann man ihn behandeln. Medizinische Fachgesellschaften dr?ngen darauf, ganze Bev?lkerungsgruppen nach Tumoren abzusuchen: Alle ?ber 50-j?hrigen Frauen sollen Mammografien machen lassen, alle M?nner ab 50 einen Prostata-Untersuch. Alle ?ber 50-j?hrigen Menschen sollen sich den Dickdarm untersuchen lassen. In Deutschland hat die Felix-Burda-Stiftung selbst junge Erwachsene im Visier (Bericht Seite 6 "Fragw?rdige …").

Doch die Hoffnungen haben sich nicht erf?llt. Auch wenn ?rzte bei Untersuchen fr?hzeitig einen Tumor entdecken - oft gibt es keine Therapie, die den fr?hen Tod verhindern k?nnte. Dies zeigen insbesondere Studien ?ber Prostatakrebs und aggressive Formen von Brustkrebs. Vorsorgetests zeigen auch nicht alle Tumoren an. Oder sie l?sen falschen Alarm aus und damit ?ngste und unn?tige Abkl?rungen. Das erh?ht die Kosten enorm. Zudem wachsen viele Tumoren so langsam, dass sie Betroffene gar nie gef?hrden. Die Untersuchungen bergen auch minime Risiken: Zum Beispiel R?ntgenstrahlen bei regelm?ssiger Mammografie und Verletzungen bei Darmspiegelungen.

Dar?ber m?ssen ?rzte ihre Patienten informieren. Bevor sie gesunde Menschen mit falschen Versprechungen zu den Krebstests schicken. Denn: Patienten sollen selber entscheiden d?rfen, ob sie sich untersuchen lassen wollen oder nicht. Und dazu m?ssen sie Nutzen und Risiken abw?gen k?nnen. Doch die meisten ?rzte informieren einseitig. Mit Grund: Viele Patienten w?rden den Sinn der Vorsorgetests nicht mehr erkennen. Und den ?rzten entginge ein grosses Gesch?ft.

16. April 2003 | Tobias Frey


Beitrag als PDF
Die Angst vor dem Krebs
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Verwandtes Buch
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
Heftiger Streit ums Gefahr fürs Herz: Zu viel Fructose in Fertigprodukten Übergewicht schadet auch der Haut
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Darf mein Chef Beiträge an AHV, IV und EO abziehen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten