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Ich möchte einen Teil meines Anlage-Portefeuillesin Immobilienfonds investieren. Nun frage ich mich, ob ich mich dabei auf Schweizer Fonds beschränken soll. Wären europäische Immobilien-fonds interessanter?
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass europäische Immobilienfonds tatsächlich mehr zulegten: Sie haben seit 1998 durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr rentiert, seit 2000 sogar 5,2 Prozent (in Euro gerechnet). Das sind jeweils 1,9 Prozent mehr als bei Immobilienfonds, die ausschliesslich in der Schweiz investieren.
Was zusätzlich für ein Ausland-Engagement spricht: Es gab bisher kein Jahr, in dem ein deutscher Immobilienfonds rote Zahlen schrieb. Kein Wunder deshalb, dass Fonds wie der deutsche Hausinvest jüngst mit Spargeldern förmlich überflutet wurden.
Das hatte aber nicht nur positive Folgen. Viele grosse Immobilienfonds bekunden derzeit Mühe, genügend neue Objekte zu finden, in die sie diese Gelder stecken können. Entsprechend hoch sind die Bestände an Bargeld - und das wiederum drückt auf die Rendite der Fonds. Anleger werden sich deshalb in Zukunft mit bescheideneren Gewinnen zufrieden geben müssen.
Solange aber der Geldfluss in europäische Immobilienfonds anhält, bestehen keine grösseren Risiken. Auf dem europäischen Festland läuft man derzeit nicht Gefahr, dass sich wie in England eine Immobilienblase bildet. Im Gegenteil, der Anteil leer stehender Bürogebäude ist derzeit hoch.
Und schliesslich spricht für europäische Immobilienfonds, dass sie fair bewertet sind. Der Nettoinventarwert entspricht dem aktuell geschätzten Preis der Anlagen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie Inhaber von UBS-Immobilienfonds-Anteilen seit dem vergangenen November wissen. Weil die UBS die Bewertungsmethode umstellte, büssten diese Fonds an einem Tag bis zu 15,6 Prozent ein. Dieses Risiko ist bei europäischen Immobilienfonds ausgeschlossen. Dafür müssen Sie zusätzlich ein Währungsrisiko in Kauf nehmen; denn die meisten dieser Fonds werden in Euro geführt.
(mv)
31. Januar 2003
