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Vor ein paar Tagen ist mein Computer abgestürzt. Sämtliche Bemühungen, das erlahmte Gerät wieder in Gang zu bringen, endeten vor einem blauen Bildschirm mit dem Angst einflössenden Hinweis, hier werde aber rein gar nichts mehr gebootet (Sie verstehen, was ich meine).
Anruf bei der Hotline meines Computerherstellers. Der Fachmann erklärt emotionslos, ich solle die mitgelieferte Service-CD einlegen und die Kiste neu starten. Danach sei der Computer wieder so wie zum Zeitpunkt der Auslieferung. Meine Daten jedenfalls seien nicht zu retten. Ich: «Nicht zu retten?» Er: «Nicht zu retten.» Ich: «Wirklich?» Er: «Wir sind nicht für Ihre Daten zuständig.» Ich: «Das weiss ich auch.» Er: «Haben Sie noch weitere Fragen?» Ich: «Ich glaube nicht.» Der Mann hängt auf.
Daraufhin habe ich meine Kiste Marc gebracht. Marc ist 18 Jahre alt. Er macht eine Lehre als Telematiker. Nebenbei bastelt er an PCs herum. Meinen panischen Blick hat er mit einem milden Lächeln quittiert. Nach ein paar Stunden lief mein PC wieder, als wäre nichts geschehen.
So ist das heute: Die Preise für Computer und Co. sind zwar heruntergekommen - aber die Kompetenz vieler so genannter Fachleute ist es auch. Hätte ich auf den kurz angebundenen Menschen an der Medion-Hotline gehört, wäre ich jetzt um mehr als tausend digitale Familienfotos ärmer. Und unzählige Arbeitsstunden wären für die Katz gewesen.
Wenn Sie aus meiner Geschichte etwas lernen wollen - wie wärs damit: Glauben Sie nicht alles, auch wenn es von einem Fachmann kommt. Und suchen Sie sich einen Marc.
22. Januar 2003 | Ueli Schmezer
