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Artikel | K-Tipp 19/2002

Schutz für Handy-Daten

Das Handy funktioniert nach der Reparatur zwar einwandfrei, aber sämtliche Daten im Gerätespeicher sind weg. Der K-Tipp sagt, wie sich dieses Ärgernis vermeiden lässt.

Schutz für Handy-Daten

Dreimal musste Theophil Zellweger aus Zürich (Name geändert) sein Nokia-Handy bereits reparieren lassen. Beim letzten Service gingen die 700 Einträge im Adressbuch des Gerätespeichers verloren. Zellweger brauchte Tage, um die ganze Datenbank neu zu erstellen.

Gegen Datenverlust können sich Handy-Besitzer jedoch schützen. Dabei gilt es Folgendes zu beachten:

- Informationen lassen sich entweder auf die SIM-Karte speichern oder in einen internen Gerätespeicher. Auf der SIM-Karte haben etwa 100 bis 150 Namen und Telefonnummern Platz. Der Gerätespeicher lässt - je nach Handy-Modell - bis zu 1000 detaillierte Einträge zu.

- Günstigere Handys wie Nokia 3210 und 3310 oder Siemens A50 und M50 haben keinen eigenen Speicher. Die Daten können lediglich auf der SIM-Karte gelagert werden. Geräte ab der mittleren Preisklasse sind zusätzlich mit einem Gerätespeicher ausgerüstet.

- Daten auf der SIM-Karte gehen kaum verloren. Da sind sich die Vertreter der grössten Handy-Marken einig. Wer jedoch absolut sicher gehen will, muss sich einen Adapter kaufen (Kostenpunkt rund 80 Franken) und die Einträge von der SIM-Karte auf den Computer überspielen.

- Ganz anders verhält es sich mit dem Gerätespeicher. Da halten die Fachleute «regelmässige Datensicherung», so genannte Backups, für unerlässlich. Zu diesem Zweck muss man das Handy mit dem entsprechend ausgerüsteten Computer verbinden - je nach Modell über Kabel (rund Fr. 80.-), Infrarotschnittstelle oder die Funkverbindung Bluetooth.


Die benötigte Software ist meist gratis

Die Software, die für das Backup notwendig ist, gehört zum Lieferumfang des Handys, lässt sich gratis von der Homepage des Herstellers herunterladen (Links auf www.ktipp.ch) oder muss gekauft werden.

Nach Angaben der Produzenten kann es vorkommen, dass eine Backup-Software nicht mit allen PC-Betriebssystemen funktioniert. Die Hersteller empfehlen, sich in solchen Fällen an die Helplines zu wenden (Motorola: 0900 550 560, 36 Rp./min; Nokia: 0800 866 540; Samsung: 01 802 49 11; Siemens: 0848 212 000; Sony Ericsson 0848 82 40 40).

Weitgehend im Stich lassen die Handy-Hersteller Besitzer von Apple-Computern. Software, die ein Back-up auf Macs erlauben würde, liefern sie nicht.

Aber auch längst nicht jeder Handy-Besitzer mit PC sichert seine Daten regelmässig. Muss das Handy zur Reparatur, droht Ungemach. Sowohl die Servicestellen von Nokia als auch jene von Siemens nehmen dann nämlich grundsätzlich ein Software-Update vor. Sie bringen also das Betriebssystem des Handys auf den neusten Stand. Und dabei gehen sämtliche Daten im Gerätespeicher verloren.

Das wäre auch bei Motorola-Handys so. Nur führen die Motorola-Servicestellen nicht automatisch ein Software-Update durch, so Kundendienstleiter Sedat Canbek. Bei Sony Ericsson wiederum heissts, die Daten im Gerätespeicher würden trotz des Updates nicht in jedem Fall verloren gehen.


Bei Reparatur Datensicherung verlangen

Und bei Samsung sollen die gespeicherten Daten «aufgrund des Datenmanagements» gar ganz sicher sein, wie Markus Gubler, Geschäftsführer des offiziellen Nokia- und Samsung-Servicecenters Mobiletouch, beteuert.

Trotzdem: Wer sein defektes Handy zur Reparatur bringt, ist gut beraten, ausdrücklich eine Sicherung der Daten im Gerätespeicher zu verlangen. Das sollte schriftlich auf dem Reparaturschein vermerkt sein.

Bei Siemens und Motorola ist das Backup gratis, bei Nokia, Sony Ericsson und Samsung kostet es je nach Aufwand zwischen 20 und 90 Franken. Läuft die Reparatur noch auf Garantie, muss der Kunde für die Datensicherung nichts bezahlen.

13. November 2002 | Patrick Gut pgut@ktipp.ch


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