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Artikel | Gesundheits-Tipp 11/2002

Gold im Mund ist ungesund

Kronen und Brücken im Gebiss bestehen meist aus Gold. Das Metall kann jedoch die Gesundheit schädigen. Besser sind Titan und Zirkon.

Für 1680 Zahnpatienten brachte der Puls-Tipp-Speicheltest im letzten Frühjahr eine schlechte Nachricht. Die Konzentration von Quecksilber in ihrem Mund war höher als der Grenzwert der Weltgesundheits-Organisation (siehe Puls-Tipp Juni). Viele, die deswegen Beschwerden haben, stehen gleich vor dem nächsten Problem: Ihre Füllungen sind so gross, dass ihnen nach dem Ausbohren nur ein Ausweg bleibt: Kronen oder Brücken. Doch welche Materialien können sich empfindliche Menschen überhaupt noch in den Mund setzen lassen?

Lange war Gold das Mass aller Dinge. Allein in der Schweiz gibt es 1700 verschiedene Goldlegierungen. Doch in ihnen können giftige Stoffe wie Indium, Gallium oder Kadmium enthalten sein, die sich im Körper anreichern. «Wer Goldlegierungen wählt, weiss nie genau, was er im Mund hat», sagt Jakob Wirz, Professor für Zahnärztliche Technologie und Werkstoffkunde an der Universität Basel.

Hinzu kommt: Goldlegierungen sind teuer. Und sie korrodieren. Das sei gefährlich, sagt Jakob Wirz. «Korrodierende Goldfüllungen setzen kleine Teile frei. Das kann das Immunsystem stören, im Extremfall zu Krebs führen.»

Wirz plädiert dafür, anstelle von Gold Titan zu verwenden. Das Metall hat mehrere Vorteile. Es kann aus einem Guss gefertigt werden, das heisst, der Mensch hat keine undefinierbare Ansammlung verschiedener Metalle im Mund. Es korrodiert nicht. Und es ist wesentlich billiger als Gold. «Titan ist auf jeden Fall besser als eine Goldlegierung», sagt Wirz.

Dennoch ist Titan als Zahnersatz in der Schweiz noch relativ unbekannt. Jürg Hostettler, Zahntechniker in Huttwil AG, hofft, dass die Zahnärzte ihre Patienten über die Alternativen zum Gold informieren. «Heute müssen die Patienten sich diese Informationen mühsam erkämpfen. Aber sie haben ein Recht darauf», kritisiert er.

Besonders wichtig ist eine gute Beratung für Menschen, die schon unter Gesundheitsstörungen wegen Amalgam leiden. «Für sie könnte selbst Titan zu viel sein», sagt Puls-Tipp-Zahnarzt Jakob Roethlisberger. Er rät Amalgam-Patienten, jedes Ersatzmaterial auf seine Verträglichkeit hin zu prüfen.

Seit wenigen Jahren gibt es für Amalgam-Geschädigte eine Alternative: Zirkon. Zirkon ist kein Metall, sondern eine Art Keramik. Das ist ein grosser Unterschied: «Zirkon kann keine Restprodukte an den Körper abgeben, erklärt der Zahnarzt Johann Lechner aus München. Er hat Zirkon in den letzten vier Jahren «problemlos» bei mehr als 600 Patienten eingesetzt, die alle im Test empfindlich auf Metalle reagierten. Auch in der Schweiz bieten einige Zahnlabors Kronen und Brücken aus Zirkon an. Der Nachteil: Es ist das teuerste Material.

06. November 2002 | Claudia Peter cpeter@pulstipp.ch


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