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Artikel | Gesundheits-Tipp 10/2002

Depressiv - und erst noch süchtig

Deroxat, eines der meistverkauften Antidepressiva, soll schwere Entzugserscheinungen hervorrufen. Jetzt haben Patienten die Herstellerfirma eingeklagt.

Der Vorwurf: Das US-Unternehmen Glaxo Smith Kline habe nicht davor gewarnt, dass sein Antidepressivum Deroxat abhängig machen könne. 35 Menschen in den USA haben sich der Klage angeschlossen, weil sie nach eigenen Angaben unter schweren Nebenwirkungen litten, nachdem sie das Medikament abgesetzt hatten: Fieber, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Schwindel und Orientierungsprobleme. Manche Patienten äusserten Empfindungen «wie bei einem Elektroschock».

Ärzte verschreiben das Medikament bei leichten Depressionen, Angstgefühlen und Stimmungstiefs. Deroxat enthält den Wirkstoff Paroxetin. Etzel Gysling, Arzt und Herausgeber der Fachzeitschrift «Pharma-Kritik», warnt: «Der Körper gewöhnt sich an diesen Stoff.» Aus diesem Grund hat ein kalifornisches Gericht eine Änderung der Packungsbeilage veranlasst. Sie lautet: «Wer mit dem Wirkstoff Paroxetin behandelt wird, soll das Medikament nicht plötzlich und nur unter Beobachtung eines Arztes absetzen.»

Glaxo Smith Kline wehrt sich gegen die Vorwürfe. «Es gibt keine Hinweise, dass Deroxat abhängig macht», sagt Glaxo-Sprecher Andrea Bettiga. Zur Sammelklage will er nicht Stellung nehmen. Dennoch erklärt er, der Vorwurf, das Unternehmen habe mangelhaft informiert, sei «absolut haltlos».

(reg)

01. Oktober 2002


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