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Artikel | K-Tipp 16/2002

Vorsicht, Kostenfalle!

Natel-easy-Kunden können für mehr Geld telefonieren, als sie vorausbezahlt haben. Bei Orange ist das nicht möglich.

Der 12-jährige Rony Zielke aus Rotkreuz ZG besitzt ein Natel easy von Swisscom. Von seinen Eltern bekam Rony ein Gesprächsguthaben von 30 Franken geschenkt. Als er dieses aber auf sein Handy geladen hatte, stellte er enttäuscht fest: Nicht Fr. 30.-, sondern nur Fr. 14.80 waren ihm gutgeschrieben worden.

Der Grund: Rony war vor dem Nachladen mit Fr. 15.20 ins Minus geraten. Das mag überraschen, wirbt doch die Swisscom mit dem Argument, man habe mit Natel easy die Kosten im Griff.

Swisscom-Sprecher Sepp Huber begründet: «Die Verrechnung der SMS erfolgt mit einer Verzögerung von bis zu 15 Minuten.»

Anders als mit Gesprächen, die sofort vom Guthaben abgebucht werden, kann der Kunde mit SMS sein Easy-Guthaben überziehen. Und zwar grundsätzlich um 5 Franken, wenn er SMS versendet. Wer jedoch kostenpflichtige SMS-Dienste abonniert hat - laut Huber ist das bei Jugendlichen sehr beliebt -, wird spätestens bei einem Minus von 50 Franken abgeklemmt.

Sepp Huber sieht darin kein Problem: «Easy-Kunden können auf ihrem Display jederzeit den aktuellen Stand des Guthabens ablesen.» Verfüge der Kunde nur noch über 10 Franken Guthaben, erhalte er von der Swisscom ein SMS mit einem Hinweis. Gerät der Kunde ins Minus, bleibt der Zähler im Display allerdings bei null stehen.

Wie halten es denn die Swisscom-Konkurrenten mit ihren Prepaid-Angeboten?

Gemäss Orange-Sprecherin Therese Wenger haben die Orange-Prepay-Kunden «kein Minus-Guthaben zu befürchten, weil sämtliche Dienste unmittelbar verrechnet werden».

Bei Sunrise kann man mit Gesprächen sein Guthaben zwar nicht überziehen; die Verrechnung der SMS aber erfolgt wie bei Swisscom verzögert. Während 3 bis 5 Minuten könne man durch Versenden oder Empfangen von Kurzmeldungen ins Minus geraten.

Patrick Gut

02. Oktober 2002


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