SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | K-Geld 4/2002

Libor-Hypotheken setzen sich durch

Die Nachfrage nach Libor-Hypotheken ist in letzter Zeit stark gestiegen. Viele Banken bieten sie inzwischen an. Neu vermittelt auch der Hauseigentümer-Verband Finanzierungen auf Libor-Basis.

Seit wenigen Wochen tritt mit dem Hauseigentümer-Verband (HEV) ein neuer Konkurrent landesweit auf dem Hypothekarmarkt auf. Der HEV will seinen Mitgliedern besonders preisgünstige Hypotheken anbieten und stösst damit auf grosses Interesse: In den ersten vier Wochen verlangten 2000 Eigenheimbesitzer Offerten. Zu den vom HEV lancierten Hypotheken gehören eine reine Libor-Hypothek sowie Kombinationen von Libor- und Festhypotheken (www.hev-schweiz.ch).


Dass der HEV Libor-Hypotheken propagiert, könnte den Markt aufmischen. Zwar haben sie viele Banken seit einiger Zeit im Sortiment, doch bei manchen Anbietern wird sie nur selten verkauft. Paul Nyffeler von der Berner Valiant Bank weiss warum: «Man muss die Libor-Hypothek gut erklären, weil viele Kunden damit nicht vertraut sind. Die Beratung ist entscheidend.»

Einzelne Banken sind denn auch nach wie vor überzeugt, dass die Kunden an der Libor-Hypothek nicht interessiert sind.

«Sie werden von der Kundschaft als zu kompliziert empfunden», erklärt Peter Hunziker von der Aargauer Kantonalbank. Dieses Hypothekarmodell ist denn auch folgerichtig wieder aus dem Sortiment verschwunden.

Auch Rudolf Messerli, Generalsekretär der Basellandschaftlichen Kantonalbank, zweifelt am Sinn der Libor-Hypothek: «Aus unserer Sicht bietet sie für den Kunden keinen Nutzen.» Doch die Front der Skeptiker beginnt langsam zu bröckeln. Der Leiter Produkt-Management der Migrosbank, Roland Wernli, erklärt, dass man Libor-Hypotheken bis jetzt nur in Spezialfällen realisiert habe: «Wir beobachten laufend den Markt und schliessen nicht aus, die Libor-Hypothek ins Sortiment aufzunehmen.»

Bei den meisten Banken machen diese erst einen sehr kleinen Teil des Hypothekarvolumens aus. Doch es gibt Ausnahmen: Die Basler Kantonalbank bietet Libor-Hypotheken seit zehn Jahren an. Bei ihr beträgt der Anteil an Libor-Hypotheken bereits 55 Prozent und nimmt weiter zu.


Beim Marktführer UBS boomen die Libor-Hypotheken. «Die Volumen der neu abgeschlossenen Libor-Hypotheken haben in den letzten Monaten stark zugenommen», beschreibt UBS-Sprecher Axel Langer die Situation.

Diesen Trend bestätigt auch Franz Würth, der Sprecher der Raiffeisen-Gruppe.

Bei der Bündner Kantonalbank hat man die Libor-Hypotheken seit einigen Jahren im Angebot, doch erst seit einem halben Jahr gibt es eine nennenswerte Zahl von Abschlüssen. Heute wird rund ein Fünftel der Hypotheken auf Libor-Basis abgeschlossen, sagt Geschäftsleitungsmitglied Thomas Roth.

Eine positive Bilanz ziehen die Verantwortlichen bei der Neuen Aargauer Bank: «Wer sich in den vergangenen Jahren für eine Libor-Hypothek entschieden hat, hat damit gute Erfahrungen gemacht.»

(mb)



Libor-Hypotheken

Libor-Hypotheken sind Hausfinanzierungen, die mit einem Rahmenvertrag für 2, 3 oder 5 Jahre abgeschlossen werden.

Der Zinssatz basiert auf den Zinskonditionen des internationalen Geldmarkts. Massgebend ist der Geldmarktsatz Libor (London Interbank Offered Rate), der für Ausleihungen zwischen Banken angewendet wird.

Der Libor wird täglich in London für 1-Monats-, 3-Monats-, 6-Monats- und 12-Monatsgelder fixiert. Je nachdem, welcher Liborsatz angewendet wird, wird der Hypothekarzins nach 1, 3, 6 oder 12 Monaten für eine weitere Periode angepasst.

Auf den Libor schlägt die Bank eine fixe Marge von 1 bis 1,5 Prozent.

01. August 2002


Beitrag als PDF
Libor-Hypotheken setzen sich durch
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
Libor-Hypotheken: Jetzt ab 2,4 Prozent! Festhypotheken versprechen den geringsten Zinsdruck So sparen Sie beim Hauskredit!
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Darf mein Chef Beiträge an AHV, IV und EO abziehen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten