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Mit den Kindern halten jedes Jahr auch die Läuse Einzug ins Schulzimmer. Die Tierchen sind lästig, haben aber nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.
Mitte der Siebzigerjahre war sie bei uns praktisch ausgerottet. Jetzt feiert sie ihr Comeback: die Kopflaus. Der rund drei Millimeter grosse Blutsauger wird durch direkten Kopfzu-Kopf-Kontakt übertragen und kommt regelmässig als lästiges Feriensouvenir zurück in die Schulzimmer. Von einer Epidemie zu sprechen, ist allerdings übertrieben. «Es wiederholt sich nach jeden Ferien», kommentiert Sandra Leonhardt-Raith, Schulärztin in Basel und Expertin in Sachen Kopflaus. Trotzdem ist die Häufigkeit erschreckend: Im Schuljahr 97/98 hatten in Basel zwischen 25 und 30 Prozent der 5- bis 10-Jährigen ein lausiges Problem.
Und wer es hat, weiss, dass es nicht nur juckt und beisst, sondern rasch zu einem gesellschaftlichen Problem wird. Panik und Schrecken verbreiten sich rascher als die Läuse selber und verhindern oft eine effiziente Behandlung. Dabei sind Läuse weder ein hygienisches noch ein medizinisches Problem. Sie betreffen alle Gesellschaftsschichten und übertragen keine Krankheiten. «Werden in den Haaren Läuse oder Nissen (Eier der Lausweibchen) gefunden, sollte möglichst rasch die Schule informiert werden», empfiehlt Leonhardt. So haben die Parasiten keine Zeit, sich auszubreiten. Unsinnig ist, prophylaktisch Laus-Shampoos einzusetzen. Das belastet nicht nur die Kopfhaut, sondern fördert die Resistenz der Parasiten.
Urs Sloksnath
Weitere Informationen unter www.kopflaus.ch
So wird man die Läuse los
- Früherkennung: Haare auf Nissen absuchen. Sie kleben im Gegensatz zu Schuppen an den Haaren.
- Eine rasche Behandlung: Chemische Laus-Shampoos sind in der Apotheke erhältlich. Kopf über Lavabo oder Badewanne einshamponieren, aber niemals unter der Dusche. Augen abdecken. Gummihandschuhe anziehen. Raum gut belüften. Anwendung gemäss Packungsbeilage wiederholen. Nach dem Waschen: Nissen von Hand oder mit geeignetem Kamm entfernen. Dazu Haare mit Pflegespülung vorbehandeln, Tuch über Schultern legen. Nissenkamm vom Haaransatz mindestens fünfmal durch Haarsträhne durchziehen. Kamm im Wasser reinigen.
- Begleitende Massnahmen: Bettwäsche und Kleider bei 60 Grad waschen und wenn möglich tumblern. Bürsten, Kämme, Haarspangen für 10 Minuten in heisses Wasser legen. Polstermöbel, Decken, Autokopfstützen staubsaugen. Stofftiere für drei Tage zur Seite legen.
- Übertragung verhindern: Keine Hüte, Kappen, Haargummis, Bürsten und Velohelme austauschen. Lange Haare zusammenbinden.
Quelle: Schulärztlicher Dienst Basel-Stadt
28. August 2002
