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PHILADELPHIA - Vor etwas mehr als einem Jahr kam der 19-jährige Jesse Gelsinger während eines Gentherapie-Experiments ums Leben. Die Ärzte spritzten ihm zu viel gentechnisch veränderte Viren ins Blut. Jetzt klagt Vater Paul Gelsinger den Bioethiker Arthur Caplan (Bild) ein. Caplan hatte als Chef der Ethikkommission das Experiment an Jesse gutgeheissen und damit den Genforschern grünes Licht für das Experiment gegeben. Doch nach dem Tod von Jesse kam aus: Er hätte nie am Versuch teilnehmen dürfen. Er war zu wenig krank und hatte seine vererbte Leber-Krankheit mit Medikamenten im Griff. Bei riskanten Gentherapie-Experimenten dürfen zurzeit aus ethischen Gründen nur Schwerstkranke teilnehmen. Gelsinger wirft Caplan Kumpanei mit den Genforschern vor. Das Pikante: Arthur Caplan gilt als einer der renommiertesten Ethiker in den USA. Er schrieb Bücher und trat regelmässig in der Öffentlichkeit auf.
(WASHINGTON POST)
01. Januar 2001
