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Junge Blätter auf dem Teller vertreiben die Frühlingsmüdigkeit
Der wilde Verwandte des Knoblauchs treibt jetzt frische Blätter. Das gesunde Grün stärkt Kreislauf, Verdauung und Abwehrkräfte. Grund genug, beim Waldspaziergang bereits ans Essen zu denken.
Sonja Marti smarti@pulstipp.ch
Die Bäume treiben hellgrüne Blättchen und die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne dringen durch die Zweige. Ein Waldspaziergang lockt. Und wenn unterwegs der herbe Duft von Knoblauch in die Nase steigt, kann ein Bärlauchfeld nicht weit sein.
Jetzt die würzigen Blätter zu sammeln lohnt sich. Bärlauch tut gut und lässt sich zu leckeren Gerichten verarbeiten. Wie sein Verwandter - der Knoblauch - enthält er verschiedene Schwefelverbindungen. Die bekannteste ist Alliin, das bei Kontakt mit Luft für den typischen Geruch verantwortlich ist. Zudem hat es Magnesium, Mangan, Eisen und viel Vitamin C in den grünen Blättern.
Bärlauch ist gut für Herz und Kreislauf. Er fördert die Durchblutung und soll Arteriosklerose vorbeugen. Wohltuend wirkt er auf die Verdauung. Die Schwefel-Substanzen im Bärlauch bringen die Darmflora wieder ins Lot und helfen bei Durchfall, Verstopfung und Blähungen. Bärlauch stärkt die Abwehrkräfte des Körpers und wirkt gegen Akne.
Für Carine Buhmann, Gesundheitsberaterin für Ernährung, ist Bärlauch deshalb «eine ganz besondere Pflanze». Er lässt sich auch in der Küche vielfältig verwenden: «Ein wenig ganz fein geschnittener Bärlauch gibt Saucen, Suppen, Salat, Pasta- und Gemüse-Gerichten eine ganz spezielle Note.» Köstlich schmecken zum Beispiel Bärlauch-Spätzli. Dazu mischt man einfach etwas fein gehackten Bärlauch unter den Teig. Wichtig sei aber, so Carine Buhmann, dass man nur die jungen, zarten Blättchen für die Küche verwende: «Sobald der Bärlauch blüht, entwickelt er einen fast penetranten, viel zu starken Geschmack.»
Zum Tiefkühlen oder Trocknen eignet sich Bärlauch nicht. Wer das ganze Jahr Lust auf Bärlauch hat, kann einen Pesto zubereiten. Auf 200 Gramm fein geschnittenen Bärlauch nimmt man 3 Esslöffel geröstete Pinienkerne und zwei Deziliter kalt gepresstes Olivenöl und püriert die Zutaten mit dem Mixer. 50 Gramm Parmesan und etwas Salz runden den Pesto ab. Daraus lässt sich im Nu ein feines Nudelgericht zaubern.
Bärlauch gilt auch als bewährtes Mittel gegen Frühlingsmüdigkeit. Bären sollen sich nach dem Winterschlaf damit gestärkt haben - daher der Name. Und was Bärenkräfte weckt, macht auch Menschen fit für den Frühling.
Abseits von Strassen sammeln
- Achtung! Maiglöckchen und Herbstzeitlose sehen ähnlich aus wie Bärlauch, sind aber giftig. Sie erkennen Bärlauch am starken Knoblauchgeruch.
- Sammeln Sie den Bärlauch abseits von Strassen und leicht zugänglichen Plätzen.
- In einem Tiefkühl- oder Gemüsebeutel übersteht Bärlauch auch längere Spaziergänge.
- Waschen Sie die Blätter kurz unter fliessendem Wasser und trocknen Sie sie auf Haushaltpapier.
- In einem Plastikbeutel ist Bärlauch im Kühlschrank eine Woche haltbar. Achtung: Der starke Geruch kann sich auf andere Lebensmittel übertragen!
- Buchtipp
Karin Messerli: «Rucola, Bärlauch, Löwenzahn. Die besten Rezepte», AT-Verlag, Fr. 19.90
Nudelgratin mit Spargeln und Bärlauch
Zutaten für 4 Personen: 300 g Nudeln (evtl. Soja-Vollkornnudeln), 600 g grüne Spargeln
Für den Guss: 2 dl Milch, 1 dl Rahm, 2 EL Kräuterfrischkäse, 40 g (1 Bund) Bärlauchblätter, Pfeffer aus der Mühle, Salz frisch geriebene Muskatnuss
Zubereitung:
Das hintere Drittel der Spargeln schälen, das Ende entfernen und die Spargeln in 3 bis 4 cm lange Stücke schneiden. Die Spargelstücke und die Nudeln in siedendem Salzwasser knapp weich kochen. Herausnehmen und abtropfen lassen.
Für den Guss Milch, Rahm und Kräuterfrischkäse gut verrühren. Den Bärlauch sehr fein hacken und unterrühren. Mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss abschmecken.
Spargelstücke mit den Nudeln in eine ausgebutterte Gratinform füllen und den Guss darüber giessen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad etwa 20 bis 30 Minuten überbacken.
01. März 2001
