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Ein Privatkonto kostet normalerweise mehr, als es einbringt. Testsieger im K-Spezial-Vergleich sind Post und Raiffeisenbanken.
Wer lohnabhängig ist und regelmässig Rechnungen zahlt, kommt nicht um ein Privat- oder Lohnkonto herum. Doch lukrativ sind die meisten Konten nicht: Die Banken verlangen hohe Spesen, gewähren aber nur mickrige Zinsen.
K-Spezial hat die Konten von acht grossen Banken und der Post verglichen. Im Gegensatz zum Sparkonten-Vergleich sind die WIR-Bank und die Zurich Invest hier nicht dabei. Denn die Zurich Invest bietet kein Privatkonto an. Die WIR-Bank hat zwar ein Privatkonto im Angebot, aber keine EC-Karte.
Bis 164 Franken Verlust pro Jahr
K-Spezial hat Zinsen und Spesen für drei Musterkunden mit unterschiedlichen Kontoständen und unterschiedlichen Bedürfnissen errechnen lassen.
Ergebnis: Die drei Musterkunden legen bei allen Geldinstituten drauf. Im besten Fall 19, im schlechtesten Fall über 164 Franken pro Jahr.
Testsieger sind die Post und die Raiffeisenbanken. Die Post bietet der Musterkundin B die besten Konditionen, die Raiffeisenbanken liegen bei den Musterkunden A und C an der Spitze.
Die Post würde noch besser abschneiden, wenn sie für den Geldbezug an Bancomaten von Banken nicht drei Franken verlangen würde. Bei den Banken ist diese Dienstleistung deutlich billiger oder sogar gratis.
Besonders Kunden mit einem tiefen durchschnittlichen Saldo und wenig Vermögen auf dem Sparkonto (in unserem Beispiel Kunde A) sollten die beiden Grossbanken CS und UBS meiden.
Allein die Grundgebühr beträgt bei beiden Banken 72 Franken. Attraktiver sind CS und UBS für solventere Kunden. Ihnen erlassen sie die Grundgebühr.
Die CS und die UBS halten sich bedeckt
Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat diese Praxis, die sich gegen Kleinkunden richtet, schon vor anderthalb Jahren kritisiert. «Stossend finden wir, dass die Grossbanken lediglich die Kleinkunden und -kundinnen derart bestrafen», schrieb die SKS damals. Und weiter: «Diese Spesenregelung ist unsozial.»
Doch die Proteste verhallten ungehört - die Grossbanken bevorteilen nach wie vor ihre reicheren Kunden. K-Spezial wollte wissen, warum dies so ist. Doch darauf gabs weder von der CS noch von der UBS eine befriedigende Antwort.
CS-Sprecher Georg Söntgerath sagt zwar: «Es ist möglich, dass die Credit Suisse bei gewissen Dienstleistungen teurer ist.» Doch er betont auch: «Unser Angebot und unser Preis-Leistungs-Verhältnis sind gesamthaft gesehen konkurrenzfähig.»
Und Serge Steiner erklärt, die UBS verfolge mit ihrer Spesenregelung das Ziel, dass «die Kunden die UBS als ihre Hauptbank wählen und die einfachen Bankdienstleistungen selbständig ausführen». Mit anderen Worten: Die Kunden sollen ihre Geschäfte am Automaten oder im Internet abwickeln.
Beachten Sie folgende Tipps, wenn Sie verhindern wollen, dass Ihr Privatkonto zum Defizitgeschäft wird:
- Klären Sie zuerst, welche Dienstleistungen Sie in Anspruch nehmen wollen.
- Vergleichen Sie anhand von Prospekten die Spesenregelungen.
- Beachten Sie auch die Angebote kleiner Banken. Sie haben oft günstigere Konditionen.
- Lassen Sie sich nicht vom Werbeslogan «spesenfrei» blenden. K-Spezial ist kein einziges Privatkonto bekannt, das tatsächlich spesenfrei ist. Erkundigen Sie sich auch, ob die Bank die Portokosten belastet, die sie ihrerseits der Post zahlen muss.
- Fragen Sie allenfalls bei der Bank nach, wenn die Prospekte nicht verständlich oder nicht vollständig sind.
- Stellt die Bank pauschalfrankierte Couverts für die Korrespondenz zur Verfügung?
- Wie viel kostet ein Bargeldbezug bei einer anderen Bank und im Ausland?
- Verlangt die Bank auch Spesen für Zahlungseingänge?
- Ist die EC-Karte gratis?
- Wie viel kosten vorgedruckte Einzahlungsscheine?
- Vergleichen Sie die Zinsen. Die Spanne reicht gegenwärtig von 0,25 bis 1,25 Prozent.
Und wenn Sie sich für eine Bank entschieden haben:
- Lassen Sie nicht unnötig grosse Summen auf dem Privatkonto liegen. Andere Konten bieten mehr Zins.
- Werfen Sie Zahlungsaufträge direkt in den Briefkasten Ihrer Bank. So sparen Sie das Porto.
- Zahlen Sie nicht via Lastschriftverfahren. Viele Banken verrechnen jede Belastungsanzeige.
- Beziehen Sie als Postkunde Ihr Bargeld bei der Post oder am Kundendienst-Schalter der Migros. Am Bancomaten müssen Sie drei Franken zahlen.
- Seien Sie bei Einkäufen mit der EC-Karte der Migrosbank zurückhaltend. Die Bank belastet Ihnen bei jedem Einkauf 20 Rappen.
- Die UBS ist interessant, wenn Sie auf den verschiedenen Konten insgesamt 10 000 Franken haben oder wenn Ihnen die Bank eine Hypothek gewährt hat. Dann entfallen die meisten Spesen.
- Bei der CS zahlen Sie ab 15 000 Franken noch die halbe, ab 25 000 Franken gar keine Grundgebühr.
- Spesen sparen Sie bei den meisten Banken auch, wenn Sie Ihre Zahlungen per Internet erledigen.
Marco Diener
Zahlungsverkehr: So machen es drei K-Tipp-Redaktoren
Einer Bank für den Geldverkehr Spesen zahlen? Ich nicht! Mein Lohn kommt aufs Postkonto, und alle Rechnungen zahle ich über das Gelbe Konto, indem ich die Einzahlungsscheine einschicke. Völlig spesenfrei das Ganze, denn ich habe für 3000 Franken in Gelbe Fonds investiert. Die sind zwar keine Renditeknüller, aber dafür kann die Post wenig.
Mein Sparkonto habe ich bei Zurich Invest. Vorteil nebst dem attraktiven Zins: Ich habe via Internet immer Zugriff und kann Geld kostenlos auf mein Postkonto übertragen lassen. Mehr brauche ich im Alltag nicht.
Ganz ohne konventionelle Bank geht es bei mir allerdings auch nicht. Ich habe Geld geerbt, und das habe ich einem Vermögensverwalter anvertraut. Das Depot liegt bei der Credit Suisse - und das alles kostet mich eine Stange Spesengeld!
Meine Frau und ich versuchen, die Zahlungen jeweils mit möglichst wenig Aufwand zu erledigen. Den Weg zum Postschalter nehmen wir nur ganz selten unter die Füsse. Letztmals taten wir dies, um die Rechnung fürs Mutter-Kind-Turnen zu bezahlen: Die abgestempelte Quittung des Einzahlungsscheins galt da als Eintrittsbillett.
Sonst setzen wir auf die Bank. Wiederkehrende Ausgaben etwa für Strom und Telefon, deren Höhe variiert, laufen übers Lastschriftverfahren. Und für regelmässige Zahlungen von konstantem Umfang - Hypozins, Einlagen aufs Sparkonto der Tochter - haben wir Daueraufträge.
Die übrigen Rechnungen bezahlen wir monatlich mittels schriftlicher Zahlungsaufträge an die Bank. Und freuen uns sodann über jeden Tag, an dem keine neuen Rechnungen im Briefkasten liegen.
Dauerauftrag, Lastschriftverfahren oder gelbes Einzahlungsbüchlein der Post. Für unsere persönlichen Einzahlungen nutzen wir eine ganze Palette von traditionellen, bewährten Angeboten. Wenn ich aber die Zahlungen für meine Mutter erledige, setze ich voll auf ein Hightech-Gerät: den Multimat der UBS.
Das Gerät bediene ich über den Touch-Screen - den berührungsempfindlichen Bildschirm. Der Multimat liest mittels Scanner die Einzahlungsscheine ein. In Einzelfällen erkennt er die Informationen allerdings nicht, und ich muss sie von Hand eintippen.
Der Multimat hat vier Vorteile: Ich muss kein Bargeld herumtragen, die Zahlungen erledige ich auf dem Arbeitsweg, der Zeitaufwand ist sehr klein und das Gerät druckt sämtliche Zahlungsaufträge fein säuberlich aus.
01. Juni 2002
