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Artikel | Gesundheits-Tipp 6+7/2002

Dengue-Fieber: Vorsicht in den Tropen

Immer mehr Touristen bekommen die «Knochenbrecher»-Krankheit

Malaria kennt jeder. Das Dengue-Fieber kaum jemand. Doch nun dringt die tückische Tropenkrankheit in Touristenregionen vor.

Betroffene nennen es das «Knochenbrecher-Fieber». Denn eines der unangenehmsten Symptome des Dengue-Fiebers ist der bohrende Schmerz in allen Gliedmassen. Für Experten wie den Zürcher Tropenarzt Kurt Markwalder ist die Krankheit «die arme Kusine der Malaria».

Mit dieser Tropenplage hat sie eine Menge gemeinsam. Wie die Malaria wird das Dengue-Fieber durch Mücken übertragen. Und es kann tödlich enden: nämlich dann, wenn das Fieber mit inneren Blutungen einhergeht. Und: Wie die Malaria hat sich das Dengue-Fieber in den letzten Jahren explosionsartig verbreitet.

Zu Beginn der 70er-Jahre war es in 9 Ländern der Erde bekannt. Heute sind es 50. Darunter sind auch immer mehr Touristengegenden. Das hat jetzt die WHO auf den Plan gerufen. Mitte Mai erklärte sie in Genf den Kampf gegen das Dengue-Fieber zu einem Schwerpunkt für die nächsten Jahre.

Besonders schlimm trifft es zurzeit Thailand. Die Behörden des südostasiatischen Landes rechnen damit, dass sich in diesem Jahr die Zahl der Dengue-Infektionen von 100 000 auf 200 000 verdoppelt. Auch Touristen erkranken nun in Thailand häufiger: Im Laufe von zehn Tagen im April meldeten sich in München sieben Dengue-Kranke, in Köln drei und in Berlin zwei. Alle zwölf Opfer hatten eines gemeinsam: Sie waren in Süd-Thailand gewesen, alle auf der Insel Ko Phangan. Dort ist die Krankheit in diesem Jahr erstmals ausserhalb der Regenzeit (Mai bis November) aufgetreten.

Auch Kurt Markwalder hat in den letzten zwei Jahren in seiner Praxis «erheblich mehr» Dengue-Patienten behandelt als früher. «Jeder, der in den ersten zwei Wochen nach einer Tropenreise masernartige Ausschläge, Fieber oder Gliederschmerzen bekommt, sollte sich auf Dengue-Fieber untersuchen lassen», rät er. Andere Symptome sind Zahnfleischbluten und über Wochen anhaltende Depressionen. Wie viele Schweizer schon Erfahrungen mit der Krankheit machen mussten, ist nicht festzustellen. Denn das Fieber ist nicht meldepflichtig.

Vorbeugen kann man gegen das Dengue-Fieber nicht. Weder gibt es Tabletten noch eine Impfung. «Lange Kleidung und Insektenschutzmittel sind die einzige Möglichkeit», erklärt Tropenarzt Markwalder.

(clp)

01. Juni 2002


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