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Wer den Wähen-Teig selber macht, braucht zwar etwas Zeit - spart aber vieleKalorien
Selbst gemacht ist die knusprige Unterlage am besten. Doch wenns eilt, sind gekaufte Wähen-Teige praktisch. Aber Vorsicht: In einigen Teigen hats zu viel Fett und Zusatzstoffe.
Esther Diener-Morscher redaktion@pulstipp.ch
An Gemüsen und Früchten mangelt es zurzeit nicht - vielleicht aber an Ideen, das reichhaltige Angebot zu nutzen. Weshalb nicht einmal einen Teigboden damit belegen? Einen pikanten oder süssen Guss darüber, das Ganze für 40 Minuten in den Ofen schieben - und fertig ist die Wähe.
Wenns pressiert, sind fertig ausgewallte Teige praktisch. Der Puls-Tipp hat das Angebot von Grossverteilern sowie Reform- und Bioläden unter die Lupe genommen.
Die Preisunterschiede für den gleichen Teig können enorm sein. Beispiel: Der ausgewallte Kuchenteig von Nestlé. Denner verkauft ihn unter dem Namen «Zackback» für Fr. 1.45, bei Manor heisst dasselbeProdukt «Quick Leisi» und kostet 2.85 - fast das Doppelte! Die Verpackung bei «Zackback» sei billiger, sagt dazu Teig-Hersteller Nestlé. «Dies vermindert den Produkteschutz, was zu Knicken oder Dellen führen kann.»
Massive Unterschiede zeigen sich vor allem beim Fettanteil. Der Blätterteig von Coop besteht zu 29 Prozent aus Fett - das ist fast ein Drittel. Zum Vergleich: Nur 13 Prozent Fett enthält der selbst gemachte Kuchenteig. Pro Wähenstück macht diese Differenz schnell einmal über 100 Kalorien aus.
Wenn schon Fett, dann bitte kein minderwertiges!
Die Ernährungsberaterin Franziska Uhlmann von der Vereinigung für Ernährung (SVE) rät: «Nicht nur auf die Menge des Fetts achten, sondern auch auf die Qualität.» Hochwertig sind pflanzliche, ungehärtete Öle. Gesund sind auch reine Butter und Quark, jene Zutaten, welche die Puls-Tipp-Ernährungsfachfrau Carine Buhmann empfiehlt. Viele Fertig-Teige enthalten aber minderwertiges Fett: etwa Rinder- oder Schweinefett. Solche tierischen Fette und gehärteten Öle erhöhen den Cholesterinspiegel und damit möglicherweise das Herzinfarktrisiko.
Die Hersteller wählen das Fett vor allem nach technischen Gesichtspunkten aus: «Damit das Endprodukt gut zu verarbeiten ist, fügen wir einzelne gehärtete Fette bei», erklärt Migros-Sprecherin Maja Amrein. «Der Bio-Kuchenteig enthält kein gehärtetes Fett und ist deshalb anspruchsvoller zum Verarbeiten.»
Keinen Erfolg hatten die Grossverteiler mit Vollkorn- oder Ruchmehl-Teigen. Coop und Nestlé haben ihre dunklen Teige wegen mangelnder Nachfrage wieder aus dem Sortiment genommen. Migros bietet keinen dunklen Teig an, weil er zu wenig lang haltbar wäre und laut Maja Amrein schnell unansehnlich würde. Dunkle Fertigteige sind aber in vielen Refomhäusern und Bioläden erhältlich und lassen sich auch einfach selber zubereiten.
Teig selbst gemacht - mit gesundenZutaten
Selbst gemachter Teig ist günstiger und kalorienärmer als Fertig-Teig. Und er ist frei von Konservierungsmitteln. Viele gekaufte Teige enthalten Zusatzstoffe, die im Verdacht stehen, Allergien auszulösen.
Für eine gesunde Wähe haben Franziska Uhlmann und Carine Buhmann weitere Tipps:
- Statt geriebene Haselnüsse eignet sich Paniermehl als Unterlage bei Frucht-Wähen.
- Auf einen Guss kann man entweder ganz verzichten oder für ein Blech mit 30 cm Durchmesser einen fettarmen Guss mit zwei Eiern und teilentrahmter Milch, Blanc battu oder Quark statt Rahm verwenden.
- Früchte lassen sich aromatisieren mit Zimt, Vanille, Nelken, Koriander oder Zitronenschale.
- Zucker durch natürliche Süssmittel wie Birnel ersetzen.
- Der Boden wird besonders knusprig, wenn man die Wähe in der unteren Hälfte des vorgeheizten Ofens bei gut 200 Grad bäckt.
Pikante Wähe mit Cherry-Tomaten und Kräuterguss
Zubereitung Quark-Mürbeteig
200g Halbweissmehl
1/2 TL Salz
60g kalte Butter
150g Magerquark
Das Mehl und das Salz in einer Schüssel mischen. Die Butter in kleine Stücke schneiden, beifügen, mit dem Mehl zwischen den Fingern krümelig reiben. Den Quark beigeben, rasch zu einem Teig zusammenfügen - nicht kneten. Mindestens 30 Minuten kühl stellen.
Guss:
2 Freiland-Eier
200 g Kräuter-Knoblauch-Frischkäse, z.B. Cantadou
200g Magerquark
1/2 Bund Kerbel
1/2 Bund Schnittlauch
einige Basilikumblätter
Meersalz
Pfeffer aus der Mühle
Zum Belegen:
500 g Cherry-Tomaten (etwa 22 Stück)
Zubereitung:
Teig auswallen und auf ein gebuttertes Backblech legen. Den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Eier, Frischkäse und Magerquark gut verrühren. Die Kräuter sehr fein schneiden und beifügen. Guss mit Salz und Pfeffer würzen, auf den Teigboden verteilen. Die Cherry-Tomaten halbieren und mit der Schnittfläche nach oben in den Guss setzen. Leicht salzen. Die Wähe in der unteren Hälfte des vorgheheizten Ofens bei 200 Grad etwa 40 Minuten backen.
01. August 2001
