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Artikel | Haus & Garten 2/2000

Krankheiten können Reisen gründlich verderben - Vorsicht bei Gaumenfreuden!

Die Gesundheit ist auf Reisen immer gefährdet. Denken Sie deshalb vor dem Start und auch unterwegs an Krankheiten - und beugen Sie vor.

Das kennen Sie vielleicht: Prächtig ausgeschlafen und voller Tatendrang steigen Sie aus dem Hotelbett, bereit, den neuen Ferientag auszukosten. Plötzlich: Schwindelgefühl, Schüttelfrost, Magenkrämpfe. Panikartig gehen, nein rennen Sie zur Toilette - und das nicht zum letzten Mal an diesem Tag.


Jeder zweite Tourist wird im Ausland krank

Mit Ihrem Ferien-Verderber sind Sie nicht allein: In Entwicklungsländern zum Beispiel leiden 30 bis 50 Prozent der Reisenden an Durchfall. Und diverse weitere Krankheiten lauern. «Zählt man die "Wehwehchen" mit, quälen jeden zweiten Schweizer Touristen auf Auslandreisen gesundheitliche Probleme», erklärt die Reisemedizinerin Danielle Gyurech von der «Travel Clinic» in Zürich.

Woran liegt das? Informieren Reisebüros und -veranstalter ihre Kundschaft zu schlecht? «Natürlich wäre es gut, wenn sie die Leute auffordern würden, sich gründlich über nötige Impfungen und andere Vorbeugungsmassnahmen zu orientieren. Viele Anbieter machen das übrigens auch», hält Gyurech fest. Man dürfe von den Reisebüros aber keine medizinische Beratung erwarten; dafür seien die Ärztinnen und Ärzte zuständig.


Auch in letzter Minute können Sie vorbeugen

Den Reisenden selbst rät Danielle Gyurech, sich auch unaufgefordert mit den Gesundheitsrisiken des Ferienlandes zu befassen. «Das gehört vor allem bei jedem grossen Trip zwingend zur Vorbereitung.»

Wer eine Fernreise plant, sollte sich gut sechs Wochen vor der Abreise bei einer Fachstelle um Impfungen, Malaria-Prophylaxe und Vorbeuge-Massnahmen kümmern. Wenn Sie länger als drei Monate unterwegs sind, sollten Sie möglichst sechs Monate vor dem Start die Risiken für die Gesundheit abklären, empfiehlt Gyurech. Sie betont aber: «Es ist nie zu spät!» Auch Last-Minute-Reisende könnten noch sehr viel zum besseren Schutz ihrer Gesundheit tun.

Die folgenden Punkte sollten Sie bei Ihrer Reiseplanung in Sachen Gesundheit besonders beachten:

- Impfschutz: Klären Sie ab, ob Sie «übliche» Impfungen (Starrkrampf, Diphtherie, Kinderlähmung und anderes) erneuern müssen.

- Informieren Sie sich, ob für Ihr Reiseziel eine Malaria-Prophylaxe und eine oder mehrere der folgenden Impfungen nötig sind: Hepatitis A, Hepatitis B, Tollwut, Typhus, Gelbfieber, Cholera, Meningokokken-Meningitis oder Japanische Encephalitis. Vor der Impfung müssen Sie Arzt oder Ärztin unbedingt über allfällige Allergien, eingenommene Medikamente, Schwangerschaft und Krankheiten orientieren. Nehmen Sie Ihren Impfausweis mit und erkundigen Sie sich zudem, was in die Reiseapotheke gehört.

- Medikamente: Falls Sie auf ein Medikament angewiesen sind, nehmen Sie genügend Vorrat und das Arztrezept mit, und zwar im Handgepäck. Erkundigen Sie sich nach alternativen Mitteln für den Notfall.

- Notfall-Liste: Notieren Sie Ihre Blutgruppe, Impfungen, allfällige Allergien, chronische Leiden, Schwangerschaft spezielle Medikamente etc., damit der Arzt im Notfall die wichtigsten Infos hat.

- Nehmen Sie eine Ersatzbrille und Ersatzbatterien für das Hörgerät mit. Kontaktlinsenträger sollten bei Reisen in die Tropen aus hygienischen Gründen möglichst auf die Brille ausweichen oder aber Eintages-Linsen tragen, um Augen-Infektionen zu verhindern.

Gery Schwager



Schälen, sieden, kochen, braten - oder fasten!

Wer oft in der Ferne unterwegs ist, muss vorsichtig sein. Aber auch in Europa schadet dies nicht:

- Beim Essen und Trinken das Motto «schälen, sieden, kochen, braten - oder stehen lassen» beherzigen, also auf Eis, Salat, ungeschältes Obst und Gemüse, rohes Fleisch, rohen Fisch und Vergleichbares konsequent verzichten.

- Schützen Sie sich gut vor Insektenstichen: Nebst der entsprechenden Kleidung ein wirksames Anti-Mücken-Mittel benutzen. Schlafen Sie unter dem Moskitonetz.

- Hüten Sie sich, vor allem zu Beginn, vor der Sonne.

- Ruhetage einschalten.



Impfungen: Diese Berater sind für Sie da

- Schweizerisches Tropeninstitut, Tel. 061 284 81 11 (Tonband-Infos, Fr. 1.49/Min.: Tel. 0900 57 30 10), www.sti.unibas.ch/deutsch

- OSIR Ostschweizer Infostelle für Reisemedizin, Tel. 071 288 32 55 (Tonband-Infos: Tel. 071 288 50 66) www.osir.ch

- Institut für Klinische Mikrobiologie und Immunologie des Kantons St. Gallen, Tel. 071 494 37 93 (Tonband-Infos: Tel. 071 494 37 90)

- Inselspital Bern, Tel. 031 632 31 24

- Travel Clinic Zürich Tel. 01 380 36 36, www.reisemedizin.nu

- Impfzentrum Zürich Auskünfte zu Afrika: Tel. 01 252 80 60; zu Asien: Tel. 01 252 82 20; zu den übrigen Ländern: Tel. 01 252 86 10, www.unizh.ch/ispm/

- Impfzentrum der Swissair Tel. 01 812 68 33

- Diverse auf Reisemedizin spezialisierte Praxen, im Telefonbuch unter «Impfberatung», «Impfzentrum» oder «Reisemedizin»



Reise-Apotheke

So haben Sie Ihren «Doktor» immer dabei

Bevor Sie packen:

- Welche Krankheitsgefahren und Seuchen lauern im Reiseland?

- Benötigen Sie eine Malaria-Prophylaxe oder sonst einen Schutz?

- Müssen Sie Ihren Impfschutz erneuern (Starrkrampf, Diphtherie, Kinderlähmung und anderes)?

- Haben Sie eine Liste mit Angaben über Blutgruppe, Impfungen, allfällige Allergien, chronische Leiden, regelmässigen Medikamentekonsum, Schwangerschaft und Ähnliches?

- Haben Sie eine Ersatzbrille oder Ersatzlinsen? Ersatzbatterien für das Hörgerät?


In der Reise-Apotheke:

- Persönliche Medikamente, unbedingt Arztrezept

- Mittel gegen Durchfall

- Malariaschutz vom Arzt

- Medikament gegen Reisekrankheit und Übelkeit

- Schmerzmittel

- Mittel gegen Magenverstimmung

- Tabletten oder Zäpfli gegen Fieber und Krämpfe

- Bei Bedarf: Allergie-Mittel, vom Arzt verschrieben

- Antibiotikum vom Arzt

- Mittel gegen Erkältung

- Ohrentropfen

- Salbe gegen Wundinfekte

- Sonnenschutzmittel, wasserfest, Schutzfaktor mindestens 16

- Augentropfen

- Lippenschutz

- Anti-Insekten-Spray oder -Crème für Kleider, Haut

- Präservative

- Fieberthermometer

- Wund-Desinfektionsmittel

- Verbandsmaterial (Heftpflaster, Pinzette, Gaze, elastische Binde, kleine Schere, Sicherheitsnadeln)

Generell gilt: Packungsbeilage vor der Einnahme eines Medikaments lesen. Im Zweifelsfall immer den Arzt aufsuchen.

01. März 2000


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