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Seit 18 Jahren lebt Yvonne Frommenwiler mit Asthma. Sie hat gelernt, mit ihrer Krankheit umzugehen. Jetzt führt sie ein Leben fast ohne Einschränkungen.
Zuerst war es nur eine simple Erkältung. Doch dann musste die damals 11-jährige Yvonne Frommenwiler mit Atemnot notfallmässig ins Spital eingeliefert werden. Diagnose: Asthma. Bis vor wenigen Jahren konnte sie kaum Sport treiben. Bei körperlicher Anstrengung litt sie sofort unter Atemnot. «Sogar Treppensteigen bereitete mir grosse Mühe, an Wandern oder gar an Fahrradfahren war nicht zu denken.»
Vor allem der Winter machte der jetzt 29-Jährigen zu schaffen. Bei leichterer Atemnot konnte sie sich kurzfristig mit ihrem Asthma-Spray über die Runden helfen. Aber immer wieder kamen auch die grossen Anfälle. «Dann habe ich von meinem Hausarzt einfach eine Cortison-Spritze gekriegt», resümiert sie.
Trotz Atemnot stieg die Patientin ins Flugzeug
Vor vier Jahren passierte es erneut. Die kaufmännische Angestellte war über Ostern in London. Das englische Klima und die schlechte Luft der Grossstadt lösten bei ihr einen starken Asthma-Anfall aus. «Eigentlich wusste ich, dass ich nicht mehr fliegen sollte. Aber der Drang, nach Hause zu kommen, war stärker.» Trotz akuter Atemnot flog Yvonne Frommenwiler zurück nach Zürich. Dort wurde sie im medizinischen Zentrum des Flughafens notfallmässig mit Medikamenten versorgt und dann per Ambulanz ins Zürcher Universitätsspital überwiesen.
Asthma lässt sich mit Medikamenten gut behandeln
Während ihres Spitalaufenthaltes und der folgenden ambulanten Betreuung lernte sie erstmals, ihr Asthma selber zu managen. «Es ist ganz wichtig, dass Asthmatiker lernen, sich selber zu helfen, dass sie lernen, wie sie das Asthma kontrollieren können und nicht umgekehrt die Erkrankung sie», sagt Claudia Steurer-Stey, Oberärztin an der Medizinischen Poliklinik des Unispitals Zürich. «Asthma lässt sich zwar nicht heilen, aber man kann es heute mit modernen Medikamenten sehr gut behandeln.»
Das Konzept der Patientenschulung und einer aktiven Beteiligung des Betroffenen am Krankheitsmanagement setzt sich immer mehr durch. Patienten sollen lernen, was zu einer optimalen Kontrolle des Asthmas notwendig ist: Sie müssen eine Verschlechterung rechtzeitig erkennen, den Schweregrad objektiv einstufen und entsprechend die Behandlung anpassen können. So kann der Asthmatiker zusammen mit dem Arzt seine Krankheit selbst kontrollieren, Notfallsituationen vermeiden und damit seine Lebensqualität verbessern.
Die Ärztin arbeitete mit Yvonne Frommenwiler einen massgeschneiderten Therapie- und Handlungsplan aus. Heute lebt die Asthmatikerin weit gehend ohne Einschränkungen. «Bewegung ist wieder möglich, ich wandere und betreibe diverse andere Sportarten.» Und auch die dauernde Ungewissheit, wann wohl der nächste Anfall auftritt, ist nicht mehr so stark wie früher.
Richtig dosierte Medikamente verhindern Notfall
Yvonne Frommenwiler hat gelernt, mit den wenigen nötigen Hilfsmitteln umzugehen. Mit dem so genannten Peak-Flow-Meter misst sie selber die Verengung ihrer Atemwege und passt die Dosis der Medikamente ihrem aktuellen Gesundheitszustand selber an.
«Ich weiss jetzt, wie ich mich bei einer Verschlechterung verhalten muss, damit es nicht zu einem Notfall kommt.» Ihr Wissen frischt sie jeweils wieder in regelmässigen Kontrollen bei ihrer Ärztin oder auch über die Asthma-Informationsseite im Internet auf.
Christian Messerli
Asthma - Krankheit mit verschiedenen Ursachen
Asthma bronchiale ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen: Weltweit sind über 100 Millionen Menschen betroffen. Asthma kommt auch bei Kindern sehr häufig vor: Zirka 10 Prozent der Kinder in der Schweiz leiden an dieser Krankheit. Allerdings verschwindet das Asthma beim Kind in 40 bis 50 Prozent aller Fälle im Jugend- und Erwachsenenalter. Beim Erwachsenen handelt es sich häufig um eine lang andauernde (chronische) Erkrankung.
Asthma entsteht, wenn sich ein überempfindliches Bronchialsystem entzündet. Die Folgen: Vermehrte Schleimbildung, die Schleimhäute schwellen an, die Atemwegmuskulatur verkrampft sich, und der Patient gerät in Atemnot. Vor allem das Ausatmen ist gestört und insgesamt verlängert. Typische Anzeichen: pfeifende und brummende Atemgeräusche sowie eine keuchende Atmung. Häufig liegt auch ein Reizhusten vor.
Die Erkrankung tritt akut und chronisch auf. Akut zeigt sich das Asthma als Anfall. Die Dauer des Anfalls reicht von wenigen Minuten bis zu Stunden oder sogar Tagen. Chronisch zeigt sich das Asthma durch wiederholtes Auftreten und durch Symptome wie Husten oder Atemnot, auch zwischen Anfällen. Ein unbehandeltes Asthma kann bleibende Schäden der Atemwege und der Lunge verursachen.
Die genauen Ursachen von Asthma sind nicht bekannt, genetische und Umweltfaktoren spielen aber eine Rolle. Allergien, Infektionen der oberen Atemwege, Überanstrengung, psychische Belastung oder Luftverunreinigung können mögliche Auslöser sein. Vielfach ist eine Erkrankung auf eine Kombination verschiedener Ursachen zurückzuführen.
Welt-Asthma-Tag - Informationen für Betroffene
Atmen heisst Leben» war das Motto des Welt-Asthma-Tages vom 7. Mai. Die Global Initiative for Asthma (Gina), eine gemeinsame Aktion der Weltgesundheitsorganisation WHO und der US-amerikanischen Gesundheitsbehörden, machte mit Aktivitäten rund um den Globus auf Asthma und seine Folgen für die Betroffenen und ihre Angehörigen aufmerksam.
Informationen über Fortschritte bei der Therapie und über die richtige Anwendung der Behandlungsmethoden sollen den Betroffenen helfen, ihre Beschwerden zu verringern (www.ginasthma.com).
Links und Adressen
- In der Schweiz bieten die Lungenliga und die schweizerische Gesellschaft für Pneumologie diverse Programme für Asthmatiker an. Das Angebot reicht von Informationen über Nichtrauchen bis hin zu Ferien für Asthmatiker. Adresse: Lungenliga Schweiz, Geschäftsstelle, Südbahnhofstrasse 14c, Postfach 49, 3000 Bern 17, Telefon 031 378 20 50, Fax 031 378 20 51, www.lung.ch, E-Mail: info@lung.ch
- www.asthmainfo.ch
08. Mai 2002
