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Artikel | K-Geld 2/2002

Die 10 besten US-Aktien fonds

Im Schnitt 23,7 Prozent Gewinn oder 9,1 Prozent Verlust pro Jahr - die Unterschiede zwischen dem renditeschwächsten und -stärksten US-Aktienfonds sind riesig. Der K-Geld-Test zeigt, mit welchem Fonds Investoren über die letzten drei Jahre richtig lagen.

«Wer längerfristig Geld in Aktienfonds investieren will, sollte davon rund 40 Prozent des Gesamtbetrages in US-Aktienfonds anlegen», empfiehlt Markus Graf, Leiter Fondsresearch beim VZ VermögensZentrum. Laut Graf sprechen mehrere Faktoren für ein starkes Engagement im US-Markt:

- Historisch tiefe Inflation und Arbeitslosigkeit.

- Hohe Produktivität der amerikanischen Arbeitskräfte.

- Aktive Zinspolitik der US-Notenbank.

- Die USA sind Europa im Wirtschaftszyklus voraus. So hat auch die aktuelle Erholung in den USA früher eingesetzt.

Mit 88 Fonds in der Kategorie Aktien USA hat der Anleger die Qual der Wahl. Dabei kommt es darauf an, welchen Fonds man erwischt:

Erzielte der renditestärkste Fonds während des Beobachtungszeitraums (1. März 1999 bis 28. Februar 2002) einen Wertzuwachs von durchschnittlich 23,7 Prozent pro Jahr, verlor der renditeschwächste Fonds der Kategorie jährlich 9,1 Prozent.

In Geldbeträgen ausgedrückt heisst das: Wer vor drei Jahren für 1000 Franken Anteile des US-Aktienfonds mit der grössten Rendite kaufte, dessen Investition hatte Ende Februar einen Wert von 1893 Franken. Schlecht beraten war, wer denselben Betrag im renditeschwächsten Fonds anlegte. Seine 1000 Franken waren nur noch 751 Franken wert.

Durchschnittlich legten die 88 getesteten Fonds seit März 1999 pro Jahr 1,5 Prozent zu. Der Vergleichsindex S&P 500 - er errechnet sich aus den Börsenkursen der 500 grössten US-Firmen - erreichte ein Plus von jährlich 3,1 Prozent.

Das VZ hat für K-Geld die Sicherheits- und Renditekennzahlen der 88 US-Aktienfonds errechnet und sie platziert.

Wer vor drei Jahren in einen der besten zehn Fonds der Kategorie investierte, kann sich zumindest an einer kleinen Rendite freuen. Die Fonds auf den Plätzen eins bis neun schlugen allesamt deutlich den Vergleichsindex S&P 500.

Den Top Ten ist Entscheidendes gemeinsam: Sie verfolgen alle eine mehr oder weniger ausgeprägte Value-Strategie, investieren also in so genannt «sichere Werte».

Es erstaunt nicht, dass über die letzten drei Jahre Fonds mit Value-Strategie das Rennen machten: Seit dem Platzen der Technologieblase im März 2000 floss viel Geld in die Value-Werte. Davon profitierten natürlich die Aktienfonds, welche die Value-Strategie anwenden. «Insofern ist also die Top-Ten-Rangliste verzerrend», sagt Markus Graf vom VZ. Und: «Es gibt nämlich auch langfristig erfolgreiche Wachstumsfonds. Deren Kurse schwanken jedoch stärker.»

K-Geld stellt die Anlagestrategie der fünf Spitzenreiter kurz vor.

Trotz des über zwei Jahre hinweg schwachen Börsenumfeldes konnte der Scontinvest-North America Equity während der letzten drei Jahre eine Rendite von 23,7 Prozent pro Jahr erzielen. Er überzeugte zudem durch Beständigkeit. Der Scontinvest platziert sich im Quartilsranking knapp vor dem DIT-Dresdner US Equity. Dagegen schneidet der Testsieger - im Top-Ten-Vergleich - bei der Sicherheitskennzahl unterdurchschnittlich ab. Das liegt an der hohen Schwankungsbreite und an der Höhe des maximalen Verlustes.

Das Portfolio enthält zwischen 40 und 50 Positionen. Fondsmanager Marvin Schwartz sucht nach qualitativ hoch stehenden und unterbewerteten Unternehmen. Unter Qualität versteht er eine gesunde Bilanz, ein erfahrenes Management und ein stabiles Gewinnwachstum.

Der Scontinvest-North America Equity war im Drei-Jahres-Zeitraum und über die letzten zehn Jahre der beste US-Aktienfonds.

Anlegertipp: Der Scontinvest-North America Equity ist - verglichen mit den anderen Spitzenfonds der Kategorie - für den eher offensiven Anleger geeignet. Bei einer guten Chance auf eine hohe Rendite nimmt man ein entsprechendes Schwankungsrisiko in Kauf.

Der zweitplatzierte Vontobel Fund-US Value Equity weist die mit Abstand höchste Sicherheitskennzahl auf. «Sowohl seine negative Elastizität als auch der maximale Verlust von 16,5 Prozent sind bemerkenswert», sagt Markus Graf vom VZ. Das Portfolio besteht in der Regel aus 20 bis 30 Aktien.

Der Value-Fondsmanager, Edwin Walczak, verwaltet den Fonds seit der Auflegung im Jahr 1991. Er setzt auf Unternehmen mit einer starken Marktposition, deren Gewinne vorhersehbar und deren Aktien günstig bewertet sind. Da er die attraktivsten Firmen unabhängig von der Branche sucht, kann dies jedoch zu einem Klumpenrisiko führen. So ist der Fonds seit längerer Zeit stark in Finanzwerten gewichtet, momentan mit 73 Prozent.

Anlegertipp: «Der Vontobel US Value Equity eignet sich für defensive Anleger», sagt der Spezialist vom VZ. Weil Value-Werte aktuell gefragt sind, vermochte er auch punkto Rendite zu gefallen. Sollte sich das Blatt jedoch wenden und der Trend zu Wachstumswerten gehen, «dürfte der Vontobel-Fonds hinter dem Durchschnitt zurückbleiben».

Die Stärke des DIT-Dresdner US Equity liegt in seiner Konstanz. Er ist in keiner Bewertungskennzahl der beste, aber sowohl bei der Rendite- wie bei der Sicherheitskennzahl ist er vorne mit dabei. Dieses Ergebnis verdankt der Fonds einerseits seinem klaren und systematischen Anlageprozess und anderseits seinem «moderaten» Value-Ansatz. Er sucht günstige Aktien mit einem hohen Wachstum und schliesst deshalb im Gegensatz zu traditionellen Value-Fonds Technologie-Titel nicht aus.

Anlegertipp: Der DIT-Dresdner US Equity ist für Anleger geeignet, die ein Gleichgewicht zwischen Risiko und Chance suchen. Zu einer sehr respektablen Sicherheitskennzahl gesellt sich eine gute Renditekennzahl.

Den viertplatzierten Pioneer Value Fund gibt es bereits seit 1969. Jüngst sind allerdings interessantere Alternativen auf den Markt gekommen. Als klassischer Value-Fonds gehört der Pioneer in die gleiche Kategorie wie der UBS (Lux) Sicav-USA Value und der Vontobel US Value Equity.

Auf Platz fünf liegt ein weiterer klassischer Value-Fonds. Der UBS (Lux) Sicav-USA Value. Seine Investmentphilosophie kombiniert klassisches Stockpicking (Titelauswahl) mit Branchendiversifikation.

Die Titelauswahl basiert auf den typischen Kennzahlen für einen wertorientierten Fonds wie dem Kurs/- Gewinn- und dem Kurs/Buchwert-Verhältnis. Qualitativ bewertet er Unternehmen nach dem Management und der Marktposition. Durch eine ausgewogene Branchenstruktur versucht das Fondsmanagement das Risiko zusätzlich zu minimieren.

Anlegertipp: Der UBS (Lux) Sicav-USA eignet sich - wie auch der zweitplatzierte Vontobel-Fonds - für defensive Anleger. Einen grossen Unterschied macht die Branchendiversifikation im UBS-Fonds. Graf: «Wer sich mit der zeitweiligen Einseitigkeit des Vontobel Fund-US Value Equity schwer tut, ist mit dem UBS-Fonds besser beraten.»

Markus Graf, Patrick Gut



So wurden die fonds bewertet und rangiert

Die Fondspezialisten des VZ VermögensZentrums haben ein eigenes System entwickelt, um die besten Fonds aus der jeweiligen Kategorie auszuwählen.

Die Spezialisten ermitteln für jeden Fonds eine Rendite- und eine Sicherheitskennzahl. Beide Werte setzen sich aus jeweils drei Teilfaktoren zusammen.

Renditekennzahl:

- Quartilsranking (Gewichtung 40 %): Hier wird ausgezählt, wie oft ein Fonds in den letzten 36 Monaten punkto Rendite im Quartil, das heisst im besten Viertel seiner Kategorie, rangierte. Jede einzelne Platzierung im ersten Viertel gibt vier Punkte; Platzierungen im letzten Viertel jeweils nur einen Punkt.

- Rendite (Gewichtung 30 %): Dieses Kriterium misst die durchschnittliche Rendite pro Jahr.

- Positive Elastizität (Gewichtung 30 %): Sie misst, ob ein Fonds in einer Aufwärtsphase mehr, weniger oder gleich viel gewinnt wie sein Vergleichsindex (für US-Aktien der S&P 500).


Sicherheitskennzahl:

- Volatilität (Gewichtung 40 %): Die Schwankungsbreite über drei Jahre ist das Mass für die Kursschwankungen, innerhalb deren sich zwei Drittel der Kursausschläge befanden. Eine kleine Volatilität bringt viele Punkte.

- Negative Elastizität (Gewichtung 40 %): Sie misst, ob ein Fonds in einer Abwärtsphase mehr, weniger oder gleich viel verliert wie sein Vergleichsindex.

- Maximaler Verlust (Gewichtung 20 %): Prozentual höchster Wertrückgang während eines Zeitraums von höchstens sechs Monaten.

Bei der Sicherheits- und der Renditekennzahl gibt es jeweils maximal 100 Punkte zu holen. Auf Rang 1 befindet sich derjenige Fonds, der dem theoretischen Punktemaximum (200 Punkte) am nächsten kommt.

01. April 2002


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