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Artikel | saldo 8/2002

Fahrräder - Viel Velo für wenig Geld

Gute Alltagsvelos sind preiswert. Ob Stadtflitzer oder Universalvelo: Auf Kurzstrecken lohnt es sich, umzusatteln.

Rund 3,8 Millionen Schweizer besitzen ein Velo - das sind mehr als die 3,4 Millionen eingelösten Autos. Ein Drittel aller Fahrten bis fünf Kilometer wird mit dem Auto zurückgelegt. Doch das Velo ist für diese Distanz oft das schnellere Transportmittel.

Auf Kurzstrecken das Velo statt des Autos zu benützen, tut nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Klima und dem Portemonnaie gut. Das zeigen die Ergebnisse der Studie «Mobilität in der Schweiz»: Wenn 80 Prozent der Autofahrten von weniger als fünf Kilometer mit dem Velo zurückgelegt werden, so verringert sich der Treibstoffverbrauch in der Schweiz um 572 000 Tonnen (14 Prozent des Gesamtverbrauchs). Das reduziert die Treibstoffausgaben um 1 Milliarde Franken pro Jahr.

Auch die Luft wird sauberer, und der Ausstoss des Klimagases CO2 sinkt um 1,8 Millionen Tonnen pro Jahr. Das ist knapp ein Fünftel der CO2-Emissionen des schweizerischen Personenwagenverkehrs. - Damit könnte die Schweiz einen grossen Teil ihrer Klimaschutzverpflichtungen erfüllen.


Erfreulich: Gute Gesamtnoten für alle Testmodelle

Genug Gründe also, auf kurzen Strecken umzusatteln. So richtig Freude macht Velofahren aber erst mit einem guten, bequemen Fahrrad. Die Zeitschrift «Velojournal» hat elf Alltagsvelos für den Kurzstreckenbereich getestet. Das Ergebnis: Sämtliche Modelle schneiden gut bis sehr gut ab.

Die Preise bewegen sich zwischen 959 Franken (BMC Harry, Basismodell) und 1299 Franken (Canyon Comfort, Univega Geo G 40). Allerdings sind sie nicht direkt vergleichbar. Das leichteste und billigste Velo, BMC Harry, ist eher spartanisch ausgestattet und verfügt nur über eine 8-Gang-Schaltung. Es muss mit Beleuchtung und Nabendynamo nachgerüstet werden. Kostenpunkt: Zusätzliche 299 Franken.

Da in der Gesamtbewertung alle Testmodelle nahe beieinander liegen, verzichtet das «Velojournal» auf eine Kaufempfehlung. Dennoch gibt es bei einzelnen Kriterien klare Leader: So schneidet das voll ausgerüstete Velo de Ville der Marke Tour de Suisse (1199 Franken) beim Schaltsystem exzellent ab. Seine 24-Gang-Schaltung hat das Testteam begeistert.

Als einziges Modell erhält das Modell Arena Sport von Cresta (24 Gänge, 1098 Franken) bei der Qualität von Ständer, Gepäckträger, Schutzblech, Schloss und Sattel ein «sehr gut».


Beleuchtung: Zwei Modelle nur knapp genügend

Die Tester haben aber auch Schwächen geortet. Bei der Beleuchtung sind die Modelle Leventina von Villiger (1249 Franken) und Excellence City Line von Tigra (999 Franken) nur knapp genügend.

Die getesteten Fahrräder eignen sich für den Alltagsgebrauch auf Kurzstrecken. Wer allerdings sein Velo während des ganzen Jahres bei jedem Wetter für längere Strecken oder Touren braucht, muss etwas mehr investieren: Bei solchen Einsätzen stossen alle Testmodelle an Grenzen.

Armin Braunwalder, Stephan Lingenhel

Bezugsquellen: Tour de Suisse Rad AG, Tel. 071 686 85 00, www.tds-rad.ch; Canyon Sports LTD, Tel. 032 328 11 80, www.canyon.ch; Villiger Söhne AG, Tel. 041 929 57 57, www.villigerbikes.ch; BMC Trading AG, Tel. 032 652 04 84, www.bmc-racing.com, Komenda AG, Tel. 071 727 63 45.



Kauftipps - Vor dem Velokauf eine Probefahrt

Empfehlenswert ist der Kauf eines Velos in einem Fachgeschäft, das in der Nähe des Wohnorts liegt und Probefahrten und gute Beratung bietet. Ein guter Velohändler findet schnell die richtige Rahmengrösse. Bei der Probefahrt sollte auf Federung, Schaltung, Bremsen und Sitzposition geachtet werden. Wenn Lenker und Sattel nicht den gewünschten Komfort bieten, lassen sie sich meist austauschen. Schutzbleche, Ständer und Gepäckträger sollten robust sein. Beim Licht gilt: Ein zuverlässiger Nabendynamo ist einem Seitendynamo oder Batterielicht vorzuziehen. Das Schloss sollte einfach zu bedienen sein. Wenn mit dem Velo keine grossen Lasten transportiert oder grössere Steigungen bewältigt werden müssen, reicht eine 7- oder 8-Gang-Schaltung. Mit einem Kinderanhänger oder an steilen Stellen kommt man um eine 21- oder 24-GangSchaltung nicht herum. Die ausführlichen Testresultate finden sich im Internet unter www.topten.ch und www. velojournal.ch.

Für kleine Budgets lohnt sich der Besuch von Velobörsen.

24. April 2002


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