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Artikel | K-Tipp 4/2002

200 000 zahlen zu viel

Handy-Gebühren: Swisscom erschwert den Wechsel aufs Natel-easy-Angebot

Zahlreiche Swisscom-Kunden könnten viel Geld sparen, wenn sie auf das Prepaid-Angebot wechseln würden. Aber die Swisscom legt ihnen Steine in den Weg.

Patrick Gut pgut@ktipp.ch

Das Angebot kam Yvonne Käch aus Cham ZG gelegen: ein Nokia 3310 für Fr. 9.90 beim Abschluss eines Natel-Budget-Abos der Swisscom für ein Jahr.

So konnte sie günstig ihr altes Handy ersetzen. Vorher hatte sie jahrelang über das Prepaid-Angebot Natel easy von Swisscom telefoniert. Besonders angenehm für die Swisscom-Kundin: Sie konnte ihre Handy-Nummer beim Wechsel von Natel easy zu Natel Budget behalten. Und eine neue SIM-Karte brauchte sie auch nicht.

Jetzt läuft das Jahr ab, für das sich Käch beim Handy-Kauf verpflichtet hatte - und sie hat sich entschlossen, wieder mit Natel easy zu telefonieren. Diese Rechnung hat Käch allerdings ohne die Swisscom gemacht. Was in die eine Richtung funktionierte, erlaubt die Swisscom umgekehrt nämlich nicht. Käch kann ihre Nummer also nicht behalten, wenn sie vom Natel-Budget-Abo zu Natel easy zurückwechselt. Sie wird von der Swisscom gleich doppelt bestraft: Käch muss nicht nur eine neue Handy-Nummer akzeptieren, sondern auch für 40 Franken eine neue SIM-Karte kaufen.

Wohlgemerkt: Technisch wäre es kein Problem, die Handy-Nummer von einem beliebigen Swisscom-Abo auf das Natel easy zu übertragen. Aus «geschäftspolitischen Überlegungen» hat die Swisscom jedoch kein Interesse, für eine solche Lösung Hand zu bieten.

Eine Schätzung des Internet-Vergleichsdienstes Comparis zeigt, dass es sich bei Yvonne Käch nicht um einen Einzelfall handelt. Demnach würden rund 10 Prozent oder 200 000 Swisscom-Abo-Kunden günstiger telefonieren, wenn sie auf ein Natel easy wechseln würden.

Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert die Praxis der Swisscom: «Die Swisscom hält ihre Abo-Kunden so regelrecht gefangen», sagt Matthias Nast. «Swisscom-Kunden geniessen offensichtlich nur eine eingeschränkte Wahlfreiheit.»

Wenn es sich für die Swisscom lohnt, zeigt sie sich allerdings flexibel: Sogar Handy-Nutzern mit Orange Prepay oder Sunrise pronto ermöglicht sie bei gleich bleibender Nummer den Wechsel auf ein Swisscom-Abo.

Der Grund ist klar: Wer ein Abo abschliesst, muss der Swisscom laufend Gebühren abliefern - egal, ob er nun telefoniert oder nicht. Merkt eine Kundin aber, dass ihr Abo nicht rentiert und sie deshalb mit Natel easy besser fahren würde, kennt die Swisscom kein Erbarmen.

Dass es auch anders geht, zeigt Orange: Dieser Anbieter ermöglicht den Wechsel zwischen allen Angeboten ohne den Verlust der Nummer. Das gilt für eigene Kunden genauso wie für jene von Sunrise oder Swisscom, die zu Orange wechseln wollen (bei einem Anbieterwechsel mit Mitnahme der Nummer spricht man von Nummernportabilität).

Bei Sunrise funktioniert die Nummernportabilität lediglich, wenn ein Orange- oder Swisscom-Kunde mit einem Abo ebenfalls ein Abo bei Sunrise lösen will. Wer aber bereits mit Sunrise telefoniert, kann weder von einem Sunrise pronto auf ein Sunrise-Abo wechseln und die Nummer mitnehmen noch umgekehrt.



Nehmen Sie Ihre Handy-Nummer zum neuen Anbieter mit

Darauf müssen Sie achten, wenn Sie den Netzanbieter wechseln und Ihre Handy-Nummer mitnehmen wollen:

- Testen Sie auf www.com paris.ch, ob das neue Abo auch wirklich Ihren Bedürfnissen entspricht

- Der Provider-Wechsel ist nicht gratis. Sie brauchen eine neue SIM-Karte. Kostenpunkt: 40 Franken.

- Beachten Sie die Kündigungsfrist mit Ihrer alten Gesellschaft. Haben Sie sich für ein oder zwei Jahre verpflichtet, kündigen aber vorzeitig, verlangen die Anbieter eine Entschädigung.

- Sie können nicht erst nach der Kündigung die Nummernportierung verlangen. Hat Ihr alter Anbieter Ihre Nummer einmal deaktiviert, ist es zu spät. Gehen Sie also zu einer beliebigen Handy-Verkaufsstelle und füllen Sie einen Antrag auf Nummernportierung aus. Ihr neuer Anbieter wird das Kündigungsprozedere für Sie übernehmen.

- Falls Sie bei Ihrer alten Gesellschaft mit einer Prepaid-Karte telefoniert haben: Brauchen Sie das Guthaben vor dem Wechsel auf, sonst verfällt es.

20. Februar 2002


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