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Spezialbrillen lindern Sehprobleme und Kopfschmerzen
Bildschirmarbeit ist Schwerstarbeit. Langes Sitzen vor dem Computer führt zu geröteten Augen, Flimmern oder Nackenschmerzen. Nur superentspiegelte Gläser mit Spezialschliff schützen die Brillenträger.
Von Susanne Wagner pulstipp@redaktion.ch
Wer während Stunden am Bildschirm arbeitet, schadet den Augen: Bereits jede dritte Person leidet an gereizten Augen. Dies ergab kürzlich eine Umfrage des Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene in Zürich. Kein Wunder: Was wir unseren Augen zumuten, ist Schwerstarbeit. Die Computer-Monitore sind entweder zu hoch oder zu tief eingestellt, die Bildschirm-Auflösung ist meist schlecht. Wir sitzen acht Stunden oder länger zu dicht an den künstlichen Lichtquellen.
Vor allem Brillenträger bekommen Augenprobleme
Besonders bei Brillenträgern kann Bildschirmarbeit zu Beschwerden führen. Der Zürcher Optiker Daniel Kunz sagt: «Wer mit Brille am Bildschirm arbeitet, braucht superentspiegelte Gläser. Ausserdem sollten Menschen mit Beschwerden prüfen, ob sie eine Sehkorrektur benötigen.» Andernfalls drohen laut Kunz Ermüdung, verschwommenes Sehen oder Kopfschmerzen.
«Viele meiner Kunden sind der Meinung, dass sich ihr Sehvermögen verschlechtert hat, seit sie am Computer arbeiten», sagt der Optiker. «Wissenschaftlich ist dies allerdings nicht erwiesen.» Laut Kunz machen sich kleine Sehfehler am Bildschirm aber verstärkt bemerkbar.
Mit zunehmendem Alter nimmt zudem die Sehkraft ab. Auch können die Menschen ihre Augen nicht mehr optimal auf wechselnde Entfernungen einstellen. «Die Abstände zwischen Auge, Bildschirm, Textvorlage und Tastatur sind anders als beim Lesen von Schriftstücken», sagt Kunz. Die Folge: Man neigt den Kopf nach hinten oder nach vorn, um schärfer zu sehen. Das kann Kopf- und Nackenschmerzen verursachen.
Dies bestätigt auch Charlotte Remé, Professorin für Augenheilkunde und Leiterin des Labors für Zellbiologie der Netzhaut an der Universitäts-Augenklinik Zürich: «Für viele fehlsichtige Menschen ist es wichtig zu wissen, dass man am Bildschirm eine spezielle Brille benötigt.» Häufig machten Bildschirmarbeiter den Fehler, mit der Lesebrille oder der Fernbrille zu arbeiten. Dies könne zu diversen Beschwerden führen, unter anderem zu Kopfschmerzen und Schwindel. Charlotte Remé selber trägt am Bildschirm eine Brille mit speziell geschliffenen Gläsern, die auf den Abstand des Auges zum Bildschirm abgestimmt sind.
Gläser mit einheitlicher Schärfe im Nahbereich
Vor gut einem Jahr hat sich auch Maja Burkhard für eine solche Spezialbrille entschieden. Sie erfasst den Nahbereich einheitlich scharf. Die 59-jährige Berufsfotografin hat damit gute Erfahrungen gemacht: «Zuvor musste ich ständig den Kopf drehen, um Bildschirm, Schreibtisch und Tastatur scharf zu sehen. Die Folge war ein steifer Hals.» Seit sie die Spezialbrille hat, sieht sie den ganzen Arbeitsplatz scharf.
Manchmal kommt es vor, dass Maja Burkhard zwölf Stunden vor dem Bildschirm sitzt und Fotos einliest. «Davon bekam ich gerötete und müde Augen. Heute kann ich ohne Probleme den ganzen Tag am Computer arbeiten.»
So bleiben Ihre Augen am Computer fit
- Regelmässige Pausen einlegen: Jede Stunde 5 Minuten und alle zwei Stunden 15 Minuten Pause - das tut Ihren Augen gut. Hilfreich ist der Blick auf eine Grünpflanze. Die Pflanze sollte mindestens in sechs Meter Entfernung stehen.
- Dunkelheit: Decken Sie Ihre Augen mit den Handballen ab und verharren Sie drei Minuten hinter diesem Schutzschild.
- Zwinkern: Hilft vor allem Kontaktlinsenträgern, weil das Auge so wieder mit Tränenflüssigkeit versorgt wird.
- Weitere Informationen: Wer noch mehr über Bildschirmarbeit und Gesundheit wissen möchte, bestellt die Broschüre Nr. 44034.d bei der Suva in Luzern, Tel. 041 419 51 11 oder Fax 041 419 59 17. www.suva.ch/scripts/suva_waswo/index_suche_d.asp
01. Februar 2002
