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Kleininserate in Zeitungen und im Internet locken mit hohem Nebenverdienst von zu Hause aus. Hinter der angegebenen Adresse steckt Herbalife.
Möchten Sie sich verändern? Von zu Hause aus arbeiten?» So der Text von Kleininseraten in verschiedenen Zeitungen. Besucht man die angegebene Homepage www.verdienen siejetzt.ch, läuft Normalverdienern das Wasser im Munde zusammen.
Unter der Rubrik «Fakten» steht, dass vollamtliche Geschäftspartner drei Monate nach dem Start bereits Fr. 9193.73 nach Hause tragen. Weiter heisst es: «Wenn ein ehemaliger Konkursbeamter mit 20 Stunden Einsatz pro Woche ab dem 13. Monat ein ständiges Einkommen von 8000 bis 13 000 Franken vorweisen kann, dann können das auch Sie!»
Nähere Auskunft gibt es bei Zahlung von 120 Franken
Das tönt verlockend. Nur: Der künftige Millionär erfährt nirgends, für welche Arbeit er so viel verdient. Auch steht kein Wort über die Firma, die solche Löhne bezahlt.
Immerhin: Eine Telefonnummer verspricht Details. Es meldet sich ein gewisser Mike Streit von STS Marketing. Er schwärmt: «Es spielt keine Rolle, ob Sie nur 500 Franken, 3000 oder mehr im Monat nebenbei verdienen wollen - bei uns haben Sie die Möglichkeit.» Dahinter stecke ein Konzern, der seit über 20 Jahren in 54 Ländern tätig sei. Näheres verrät Streit nicht. Er gibt dem Interessenten lediglich einen Code. Mit diesem kann ein fünfzehnminütiges Info-Band abgehört werden.
Darauf wird der Anrufer mit tollen Versprechungen eingelullt. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schildern ihre Erfolgsgeschichte. Beiläufig wird erwähnt, dass STS mit einem Konzern namens Herbalife zusammenarbeitet. Wer Näheres wissen möchte, muss sich für eine zweitägige Konferenz am 16./17. März in Glattbrugg ZH anmelden. Diese sei gratis - für die «erstklassige» Verpflegung müssten hingegen 120 Franken bezahlt werden.
Die kalifornische Firma Herbalife unterhält ein internationales Netz von Direktverkäufern, die von zu Hause aus arbeiten. Diese kaufen für teures Geld Produkte ein - und bleiben dann oft auf diesen sitzen. Oder sie finden keine neuen Mitarbeiter, für deren Umsatz sie Provisionen einstecken könnten.
fis
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27. Februar 2002
