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Am Computer arbeiten ist Schwerstarbeit: Bis zu 30000-mal bewegen Büromenschen Kopf und Augen während eines Achtstundentages. Gönnen Sie sich deshalb jede Stunde zehn Minuten Pause.
Wer andauernd Tätigkeiten vor dem Bildschirm verrichtet, muss mit einer Überlastung der Augen rechnen: Laut einer Studie des Bundes leiden Büroangestellte nach Stress am häufigsten unter Augenbeschwerden.
Trockene Augen vom starren Blick
Für die Bildschirmarbeit sind die Augen eigentlich gar nicht geschaffen. Beim normalen Sehen schweift der Blick umher, und die Belastungen sind ausgewogen.
Am Computer dagegen ist der Blick bei mehr oder weniger gleich bleibender Distanz auf ein kleines Feld fixiert - was zu Muskel-Verkrampfungen führen kann. Zusätzlich werden die Augen belastet durch
- die ständig wechselnden Lichtverhältnisse und Kontraste;
- Spiegelungen auf dem Bildschirm;
- ein ungenügend korrigiertes Sehvermögen.
Die Folgen allzu langer Konzentration auf den Bildschirm liegen auf der Hand: Müdigkeit, verschwommenes Sehen, Augen- und Kopfschmerzen.
Speziell die Müdigkeit kann dazu führen, dass die Frequenz des Lidschlags deutlich abnimmt. Dadurch wird die Hornhaut nicht mehr ausreichend befeuchtet - und es kommt zu «trockenen Augen».
Bildschirmpausen sind bezahlte Pausen
In den Richtlinien zum Gesundheitsschutz und zur Sicherheit am Arbeitsplatz der Europäischen Gemeinschaft haben sich diese Erkenntnisse längst niedergeschlagen: Die entsprechende Verordnung fordert vom Arbeitgeber, dass er bei ausschliesslicher Bildschirmarbeit regelmässige, bezahlte Pausen gewährt. Die Empfehlung: stündliche «Kurzpausen von 5 bis 15 Minuten».
In der Schweiz jedoch gibts diesbezüglich keinen gesetzlichen Arbeitnehmer-Schutz. Immerhin empfiehlt die Suva 15 Minuten Pause nach zwei Stunden Bildschirmarbeit.
Der Schweizerische Kaufmännische Verband (SKV) geht weiter. Er schlägt vor, die Bildschirmarbeit auf vier Stunden täglich zu begrenzen und stündlich eine zehnminütige Pause einzuschalten. Vom positiven Effekt stündlicher Pausen ist auch Andreas Martens vom AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene in Zürich überzeugt: «Es ist bewiesen, dass die Arbeitsleistung höher ist, wenn immer wieder kleine Pausen eingelegt werden.»
Brillen helfen, Sehfehler zu korrigieren
Als vorbeugende Massnahmen schlägt Martens neben guten Arbeitsverhältnissen vom Arbeitgeber bezahlte Gesundheits-Check-ups vor: «Bildschirmarbeiter sollten ihr Sehvermögen regelmässig testen lassen.» Solche Check-ups gehörten zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. Denn es ist bewiesen, dass sie sich «sowohl für die Mitarbeiter als auch für den Betrieb auszahlen».
Für Walter Lips von der Suva sind präventive Seh-Tests sinnlos. Aber wenn Sehfehler sich bei der Arbeit bemerkbar machen, sei es nur folgerichtig, dass der Arbeitgeber «die Kosten für die spezielle Arbeitsbrille» übernehme. Brillen für die Bildschirmarbeit helfen Sehfehler korrigieren und gleichen altersbedingte Beschwerden aus. Neben der Arbeit kann man sie jedoch kaum gebrauchen.
Bildschirm-Arbeitsplatz: So ist er ideal gestaltet
- Das Licht fällt seitlich zum Arbeitsplatz ein.
- Der Bildschirm steht senkrecht oder ist leicht nach vorne geneigt (Reflexionen).
- Der obere Rand des Bildschirms befindet sich knapp unter der Augenhöhe.
Optimal für die Augen:
- Die Sehdistanz zum Bildschirm beträgt 50 bis 70 cm.
- Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent.
- Regelmässiges Blinzeln.
- Alle 15 Minuten ein entferntes Objekt fokussieren.
- Öfters eine kleine Pause einschalten oder zwischendurch die Tätigkeit wechseln.
- Übungen für die Augen. Buchtipp: «Die Arbeit am Bildschirm», Suva; Bestellungen: Postfach, 6002 Luzern, Telefon 041 419 51 11, Fax 041 419 59 17, www.suva.ch
Stephan Pfäffli
01. Januar 2001
