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Artikel | K-Tipp 3/2002

Ferienpreise: So gehen S ie nicht baden

Trends, Tücken, Tricks: Schnäppchen für die nächsten Badeferien gibts vor allem in der Vorsaison

Badeferien 2002: Wer vergleicht, spart Geld - bis zu 20 Prozent. Für dieses Jahr gilt aber auch: Die Preise für Arrangements sind labil, bei Flugtickets herrscht gar Chaos.

Gregor Waser redaktion@ktipp.ch

Jetzt liegen die aktuellen Sommer-Kataloge in den Reisebüros auf. Die Arrangementpreise haben sich im Vergleich zum letzten Jahr, als die Angebote um 10 bis 20 Prozent verteuert worden waren, nicht gross geändert. Badeferien kosten in der Hochsaison gleich viel, in der Nebensaison sind sie bei einigen Veranstaltern billiger als 2001.

Die Reiseanbieter bieten zudem auch praktisch gleich viele Charter-Flüge an. Das heisst: Um kurzfristig leere Plätze zu besetzen, werden vor allem in der Nebensaison zahlreiche Sonderaktionen auftauchen.

Für die Kunden bedeutet das: Entweder sie profitieren bis im März von Frühbuchungsrabatten (bei Imholz, Helvetic Tours, Hotelplan). Oder sie bauen darauf, kurzfristig Angebote zu Tiefstpreisen zu finden - zumindest bis September. Ab Oktober steigt jedoch das Risiko, dass Sie für Ihr Wunschziel kein besonders günstiges Angebot mehr finden.

Die beiden Tiefpreismarken von Kuoni - Helvetic Tours und Reisen Netto - versuchen dem Preis-Poker während der flauen Wochen auszuweichen und lancieren jetzt schon markante Reduktionen. Zwei Beispiele:

- Mallorca: Flug und eine Woche im Zweisterne-Hotel «Balmes», Doppelzimmer, kostet bei Reisen Netto bis Ende Juni pro Person nur 395 Franken - 31 Prozent weniger als im Vorjahr.

- Kreta: Schnäppchen bei Helvetic Tours: In der zweiten August-Hälfte, wenn Familien mit schulpflichtigen Kindern wieder nach Hause müssen, kostet eine Woche im Dreisterne-Hotel «Golden Beach» noch 1060 Franken - 280 Franken oder 20,9 Prozent weniger als 2001. In der Hauptsaison dagegen ist das «Golden Beach» gerade mal 9 Franken günstiger.


Fernziele: Preise vergleichen lohnt sich

Der direkte Preisvergleich zwischen Helvetic Tours und M-Travel zeigt für Mittelmeer-Destinationen kaum Unterschiede - bei Langstrecken hingegen schon:

- Kuba: Das Viersterne-Hotel «Sol Elite Palmeras» kostet bei M-Travel im Oktober pro Person für zwei Wochen 2750 Franken (+7,8 Prozent gegenüber 2001); Helvetic Tours berechnet dafür 2590 Franken (+ 2,3 Prozent gegenüber 2001).


M-Travel-Reisen: In Deutschland billiger

Auf viele neue Kunden zählt M-Travel im süddeutschen Raum. Dort buhlt die Migros-Tochter mit einer Euro-Preisliste.

Der Blick in diesen Katalog zeigt: Wer in Deutschland M-Travel-Reisen bucht, kann zwischen 10 und 20 Prozent sparen. Beispiele:

- Kreta: Eine Woche im Hotel «Petra Mare» kostet im Schweizer M-Travel-Katalog pro Person 1319 Franken, in der Deutschland-Ausgabe 731 Euro oder 1075 Franken (zum Kurs 1.47) - 18 Prozent weniger.

- Gran Canaria: Fürs «Buenaventura Playa» zahlt man hier pro Person 1465 Franken, in Deutschland 848 Euro (1247 Franken) - 15 Prozent weniger.

Bernd Pomorin vom gleichnamigen Reisebüro in Jestetten (D) freuts: «70 Prozent unserer Kunden kommen aus der Schweiz.» Nicht mehr so gut lassen sich in Deutschland Flugtickets an Schweizer verkaufen. Mittlerweile sind die Flugtarife bei uns so preiswert, dass sich der Gang über die Grenze kaum mehr lohnt.

Ungemach kommt auf die Schweizer Reisebüros aber aus kalendarischen Gründen zu. Das Oster-Wochenende beginnt dieses Jahr am 29. März - wohl zu früh, um viele Kunden an die noch kühlen Mittelmeerküsten locken zu können. Dafür versuchen die Veranstalter mit neuen Zielen die Kunden aus der Reise-Lethargie zu wecken.


Günstige Ferien am Schwarzen Meer

Nachdem Vögele Reisen im letzten Jahr mit Bulgarien einen Überraschungs-Coup landete, folgen nun Imholz und Hotelplan mit Charter-Flügen an die Schwarzmeer-Küste. Für Preisbewusste und Kunden, die schon das ganze Mittelmeer abgeklappert haben, eine interessante Alternative. Auch die Türkei und Zypern liegen im Trend.

In der Nebensaison sind die Preise zwar tief, aber für die Hochsaison gilt das nicht. «Knappe Bettenanzahl, hohe Preise» lautet die Devise bei den Veranstaltern.

Bei PickPay-Reisen macht sich dies für Abflüge im Juli nach Tunesien bemerkbar - die Preise wurden im Vergleich zum Vorjahr um 15 bis 20 Prozent angehoben.

Gegen 30 Prozent tiefere Preise erwarteten die Touristikfachleute für USA-Reisen. Jetzt sinds bloss 5 Prozent. Weil viele US-Amerikaner im eigenen Land Ferien verbringen, sind Hotels kaum billiger. Zudem wurde ein Viertel der Transatlantikflüge storniert- also gibts auch hier keine Überangebote.

Das Spiel mit Angebot und Nachfrage erlebt einen neuen Höhepunkt. Entsprechend kurzfristig passen Reise-Anbieter ihre Preise an. Die Kunden stecken in einem Dilemma: Früh buchen oder abwarten - und dabei vielleicht leer ausgehen.



Ferien: Genuss statt Verdruss

Darauf müssen Sie achten, damit die Reise nicht zu teuer wird:

- Saison: In diesem Jahr variieren die Preise zwischen Hoch- und Tiefsaison so stark wie noch nie.

Tipp: Ende Juni und Mitte August lohnt sich die Abreise besonders.

- Gebühren: Das Reisebüro verlangt Bearbeitungsgebühren von 30 bis 100 Franken.

Tipp: Bei Online-Buchungen fallen diese Gebühren in der Regel weg.

- Versicherung: Im Internet versuchen Anbieter mit bereits angekreuztem Kästchen eine Assistance- und Gepäckversicherung zu verrechnen.

Tipp: Kästchen anklicken und entfernen, falls Sie diese Versicherung nicht brauchen

- Abwarten: Die Reiseveranstalter haben zu viele Plätze eingekauft. Vor allem in der Vorsaison purzeln die Preise.

- Nebenkosten: Die Einführung des Euro nutzen einige für eine kalte Preiserhöhung. Nach ersten Berichten betrifft es vor allem spanische Restaurants und Souvenirshops.

Tipp: Vergleichen Sie die Preise der Anbieter.

- Reklamationen: Tummeln sich Kakerlaken im Hotelzimmer oder sorgt Lärm für Wut?

Tipp: Sofort reklamieren, Fotos machen, Beweise sammeln. Damit erhöhen sich die Chancen für eine Rückerstattung.

06. Februar 2002


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