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Artikel | saldo 2/2002

Der Service geht ins Geld

Augen auf bei der Autowartung: Die Servicekosten bis 100 000 Kilometer variieren zwischen 400 und 4200 Franken.

Bei den 50 meistverkauften Autos in der Schweiz betragen die durchschnittlichen jährlichen Servicekosten rund 300 Franken. Das sind - bei einem Jahrespensum von 15 000 Kilometern - zwar nur knapp 9 Prozent der Kilometerkosten. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen sind jedoch riesig: Der Halter eines Jeep Grand Cherokee 4.7 muss fast 4200 Franken hinblättern, bis er die 100 000-km-Grenze erreicht, die Besitzerin eines Mercedes A 160 darf mit weniger als 400 Franken rechnen. Dies geht aus der neuen Servicekostenerhebung des Touring Club Schweiz (TCS) hervor.

8 der 10 günstigsten Modelle locken die Kunden mit so genanntem Gratisservice an. Doch aufgepasst: Erstens bleiben die Materialkosten meist doch am Fahrer hängen, und zweitens heben die Importeure die Preise an, sobald sie den Gratisservice einführen. Dies zeigt das Beispiel von Volvo: Kostete das Modell V 70 2.4 T letzten Dezember 52 100 Franken, so sind mit Einführung von Volvo Swiss Premium (Gratisservice 10 Jahre/100 000 km) neu 52 700 Franken für dasselbe Modell zu berappen. Das Servicepaket im Gegenwert von 2750 Franken wird grösstenteils von Kunden und Händlern bezahlt.

Die hohen Servicekosten des Jeep findet man beim Importeur Daimler Chrysler «absolut verhältnismässig, da es sich um ein echtes Geländefahrzeug der Luxusklasse handelt». Oder anders gesagt: Wenn ein Fahrzeug über 16 Liter auf 100 km schluckt, darfs auch sonst was kosten.


Zeitlicher Aufwand variiert zwischen 5 und 19 Stunden

Im untersuchten Zeitraum von 6 bis 7 Jahren muss ein Auto drei- bis neunmal in den Service. Der Aufwand der Garagen liegt dabei zwischen 5 (Peugot 307 2.0) und fast 19 Stunden (Lancia Lybra 2.0).


Garagenwahl: Aufgepasst bei den Stundenansätzen

Der TCS empfiehlt, das Auto möglichst immer in derselben Vertretung warten zu lassen, weil diese den Wagen kenne. Doch die will gut gewählt sein, denn die Stundenansätze der Werkstätten zeigen selbst innerhalb derselben Marke grosse Unterschiede: Renault-Garagen etwa arbeiten zu Preisen zwischen 75 und 150 Franken pro Stunde. Wichtig: Diese Stundenansätze müssen in der Garage gut sichtbar angeschlagen sein.

Auch bei den Materialkosten liegen die Extreme weit auseinander: Ein Ölfilter kostet zwischen Fr. 7.60 und Fr. 63.50. Und manche Garagen schlagen noch 5 Prozent der Arbeitskosten für Kleinmaterial auf die Rechnung - obschon sie laut Autogewerbe-Verband im Stundenansatz schon enthalten wären.

Der Wartungs-Zeitaufwand pro Fahrzeug ist in den letzten neun Jahren um über ein Drittel gesunken, blieb jedoch seit 1998 fast unverändert. Gleichzeitig werden die Intervalle immer länger. Heute schreiben die meisten Hersteller nur noch alle 15 000 km oder alle 12 Monate einen Boxenstopp vor. Audi, Opel, Peugot, Renault und Skoda gehen bis 30 000 km oder 2 Jahre. In den meistverkauften Mercedes- und BMW-Modellen erfasst Elektronik die Belastung des Fahrzeugs und fordert - wenn nötig - zum Werkstattbesuch auf.


Neuwagen haben computerisierte Abgasüberwachung

Auch die Abgaswartung ist bis anhin Bestandteil der Serviceleistungen. Seit 1. Januar 2001 müssen aber Neuwagen (nur Benziner) mit dem On-Bord-Diagnosesystem ausgerüstet sein (saldo 14/01). Ein Computer überwacht dabei alle abgasrelevanten Teile des Autos. Der TCS fordert deshalb, die Abgaswartung für Neufahrzeuge abzuschaffen.

Mike Weibel

TCS-Ratgeber «Servicekosten 2002», für Mitglieder kostenlos, für andere 10 Franken, erhältlich bei allen TCS-Geschäftsstellen.

30. Januar 2002


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