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Die neuen, extrem sparsamen Kühlschränke schonen Portemonnaie und Umwelt. Wer das richtige Gerät wählt, kann Hunderte von Franken sparen.
Die Europäische Union setzt bei Kühlschränken neue Massstäbe. Sie zeichnet die am meisten Strom sparenden Geräte aus und fördert deren Absatz. Das Projekt heisst Energy+; beteiligt sind Produzenten, Händler, Grosseinkäufer und europäische Umweltorganisationen.
Sparpotenzial von 200 Millionen Franken jährlich
Bereits seit drei Jahren ist im EU-Raum die so genannte Energieetikette für grosse Haushaltgeräte obligatorisch. Konsumenten können auf einen Blick erkennen, zu welcher Energieeffizienzklasse (von A bis G) ein Gerät gehört. A-Geräte sind Stromsparer, G-Geräte Stromfresser. Ab dem 1. Januar 2002 ist die Energiedeklaration auch in der Schweiz obligatorisch.
Beim Projekt Energy+ sind die Kriterien noch strenger. Ausgezeichnet werden nur Kühl- und Gefrierschränke, die rund ein Viertel weniger Strom brauchen als die an sich schon sparsamen Geräte der A-Klasse. Die prämierten Geräte werden mit A+ gekennzeichnet.
Bedenkt man, dass ein Kühlschrank rund um die Uhr in Betrieb ist, lohnt sich die Anschaffung eines A+-Gerätes umso mehr. Dies belegen Zahlen der EU-Kommission: Allein für Kühl- und Gefrierschränke zahlen Konsumenten jährlich 20 Milliarden Franken Stromkosten. Würden alle Geräte durch solche mit A+-Auszeichnung ersetzt, liessen sich damit die Stromkosten um knapp 10 Milliarden Franken pro Jahr reduzieren.
Ähnlich die Rechnung für die Schweiz: Die knapp 5 Millionen Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen rund 2 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das kostet die Konsumenten rund 400 Millionen Franken pro Jahr. Der Ersatz durch Geräte der Klassen A und A+ würde den Stromverbrauch um eine Milliarde Kilowattstunden reduzieren - so viel verbrauchen 270 000 Haushalte in einem Jahr. In Franken beträgt das Sparpotenzial 200 Millionen pro Jahr.
Bisher haben im Rahmen des EU-Projekts 16 Kühlschränke die Auszeichnung Energy+ erhalten. Darunter sind zwei Modelle von Bauknecht, die auch in der Schweiz erhältlich sind. Dass sich der Kauf eines effizienten Kühlschranks nicht nur für die Umwelt, sondern auch für das eigene Portemonnaie lohnt, zeigen folgende Beispiele:
Die Kühl-Gefrier-Kombination KD Optima von Bauknecht kostet 1790 Franken. Das 300-Liter-Standgerät benötigt nur 252 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. In 15 Jahren fallen Stromkosten von 756 Franken an. Rechnet man Kaufpreis und Betriebskosten zusammen, ergeben sich 2546 Franken.
Ein vergleichbares Modell der Energieeffizienzklasse B für 1880 Franken benötigt 456 kWh pro Jahr. Die Stromkosten in 15 Jahren betragen 1368 Franken. Das ergibt Gesamtkosten von 3248 Franken.
Mehr effiziente Modelle dank Förderpolitik
Neben den erwähnten Geräten sind in der Schweiz weitere Kühlschränke erhältlich, welche die Auszeichnung Energy+ nicht führen, aber die strengen energetischen Kriterien trotzdem erfüllen. Das ergab eine Untersuchung im Auftrag des WWF Schweiz. Die vollständige Liste ist im Internet unter www. topten.ch abrufbar.
Interessant ist das Beispiel der Fors-Liebherr AG. Die Herstellerfirma Liebherr hat speziell für das kleine Dänemark supereffiziente Kühlschränke produziert, weil diese vom Staat aktiv gefördert werden. Dank dieser Politik sind diese Produkte jetzt auch in der Schweiz erhältlich.
Armin Braunwalder, Eric Bush
Weitere supereffiziente eintürige Kühlschränke sind auf der Internetseite www.topten.ch zu finden. Mehr Informationen zu Energy+ gibt es auf www.energy-plus.org
05. Dezember 2001
