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Artikel | Gesundheits-Tipp 9/2001

Augenoperation - Scharfe Sicht mit Laserlicht

Lasik-Laser bei Fehlsichtigkeit hat sich etabliert - doch die Operation ist teuer

Wer genug hat von Brille oder Kontaktlinsen, der kann den Sehfehler mit Laser korrigieren lassen. Das kostet pro Auge rund 4000 Franken. Doch es nützt nur für begrenzte Zeit. Ab 45 Jahren beginnt die Alterssichtigkeit, gegen die nur eine Brille hilft.

Pirmin Schilliger redaktion@pulstipp.ch

Cornelia Suter, 32, aus Allschwil BL musste vor dem Laser-Eingriff dicke Brillengläser tragen. Ihre Sehschärfe lag bei minus 6 Dioptrien. Dann entschloss sie sich vor zwei Jahren, ihre Kurzsichtigkeit mit einem Laser korrigieren zu lassen.

Seit der Operation sieht sie mit beiden Augen wieder hundertprozentig. «Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Die Narben heilten problemlos, Schmerzen hatte ich keine.»

Der bei Cornelia Suter angewendete Lasik-Laser war vor wenigen Jahren noch umstritten. Zu unausgereift waren die Geräte, entsprechend hoch war die Komplikationsrate. Inzwischen entwarnt die Fachwelt auf breiter Front: Die Dachverbände der deutschen Augenärzte haben die Methode offiziell anerkannt. In der Schweiz ist Lasik laut Augenärzte-Präsident Claus Coester ein «etabliertes Verfahren».

In den USA lassen sich 1,8 Millionen Menschen jährlich die Augen lasern. Golf-Profi Tiger Woods sorgte für harte Dollars in Werbespots für die nötige Propaganda. In der Schweiz rührt das Augenlaser-Zentrum Bern kräftig die Werbetrommel. Lasik-Plakate in Trams, Bussen und in Weltformat auf der Strasse sind immer wieder zu sehen. Kein Wunder, lassen sich immer mehr Menschen die Augen lasern - in der Schweiz jährlich etwa 15000, Tendenz steigend.

Lasik ist ein riesiges Geschäft. Die Kosten für eine Operation liegen zwischen 3000 und 6000 Franken - pro Auge. Die Krankenkassen zahlen den Eingriff nur, wenn er medizinisch nötig ist. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Sehschärfe der Augen untereinander stark abweicht und mit Brille oder Kontaktlinsen nicht korrigiert werden kann.

Rund 90 Prozent aller Fehlsichtigkeiten können Ärzte mit Lasik korrigieren. Doch es gibt Grenzen: Bei Weitsichtigkeit ist bei mehr als plus 5 Dioptrien kein Eingriff mehr möglich. Laut Professor Theo Seiler von der Uni-Augenklinik Zürich ist sogar schon «Vorsicht angebracht, wenn jemand mehr als plus 3 Dioptrien korrigieren will. Bei plus 4 Dioptrien und mehr ist die Hälfte der Patienten nach der Operation nicht zufrieden.»

Ein bis zwei Prozent der behandelten Patienten müssen nach dem Lasern mit kleineren Komplikationen rechnen. Diese kann der Augenchirurg aber fast immer mit einer Nachbehandlung korrigieren. Schwere Komplikationen sind jedoch selten.

Über Langzeiterfahrungen verfügt allerdings noch niemand, denn Lasik gibt es erst seit Anfang der Neunzigerjahre. «Es gibt keine guten wissenschaftlichen Studien», räumt Augenchirurg Seiler ein. Noch offen ist zum Beispiel die Frage, ob es schwieriger wird, Lasik-Operierte später gegen grauen und grünen Star zu behandeln.

In einem Punkt warnen allerdings die Augenärzte vor falschen Erwartungen. Isaak Schipper, Chefarzt der Augenklinik des Kantonsspitals Luzern, verdeutlicht: «Wer glaubt, dank Lasik sein Leben lang keine Brille mehr tragen zu müssen, liegt falsch.» Ab dem 45. Lebensjahr droht die Alterssichtigkeit. Dann müssen auch Lasik-Operierte wieder eine Brille aufsetzen.



Voraussetzungen für eine Laser-Operation

- Ihre Fehlsichtigkeit sollte stabil sein. Grenze bei Kurzsichtigkeit: -10 Dioptrien, bei Weitsichtigkeit: + 4, bei Hornhautverkrümmung: - 5.

- Sie sollten mindestens 18 Jahre alt sein.

- Sie dürfen keine Augenkrankheiten (grauer oder grüner Star) haben und auch keine Allgemeinerkrankungen (zum Beispiel Rheuma).

- In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie von einer Operation absehen.

- Allergiker sollten die Operation in die allergiefreie Zeit verlegen.

Die Adresse eines Augenlaser-Zentrums in Ihrer Nähe erhalten Sie unter folgender Adresse: Schweizerische Ophthalmologische Gesellschaft Bernecker Str. 26 9435 Heerbrugg Tel. 071 727 16 61, Fax 071 727 16 62

01. September 2001


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