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Artikel | Gesundheits-Tipp 12/2001

So fühlenSie sich wohl in Ihrer Haut

Besonders im Winter braucht gereizte, trockene Haut Schonung und Pflege

Die kalte und trockene Luft im Winter setzt der Haut zu. Sie verliert Feuchtigkeit und wird empfindlich. Juckreiz, Rötungen und Ekzeme lassen viele schier aus der Haut fahren. Das Rezept dagegen: regelmässige Pflege.

Regula Schneider rschneider@pulstipp.ch

In der warmen Jahreszeit hat Beatrice Müller aus Langenthal mit ihrer Haut keine Probleme. Unter Allergien und Hautkrankheiten leidet die 28-Jährige nicht. «Meine Haut ist nur trocken und fein», sagt sie. Ganz anders im Winter: Da hätte sich die junge Frau manchmal blutig kratzen können. Und zwar an den Beinen und Ellenbogen: «Der Juckreiz war manchmal fast unerträglich, besonders nachts musste ich aufpassen, damit ich mich nicht aufkratzte.»

Beatrice Müller leidet unter einer typischen Winterhaut: Bei kaltem Wetter durchblutet der Organismus die Haut weniger stark, damit die Körpertemperatur konstant bleibt. Kalte Winde trocknen die Haut zusätzlich aus. Erschwerend kommt hinzu, dass die Haut durch kürzere Tage und warme Kleider wenig Sonnenlicht aufnimmt. «Richtig dosiert, helfen die Sonnenstrahlen der Haut, sich gegen Entzündungsherde zu wehren», sagt die Hautärztin Ruth Gonseth aus Liestal BL. «Dies fällt im Winter weg.» Die Haut ist schnell gereizt, gerötet und ausgetrocknet. «Viele Menschen bemerken ihre ausgetrocknete Haut erst, wenn sie anfängt zu jucken», sagt Gonseth.

Gereizte, trockene Haut ist gegen Viren, Pilze und Bakterien schlecht geschützt. Es entstehen leicht Risse, Entzündungen, Ekzeme und Ausschläge. Im schlimmsten Fall können Krankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis ausbrechen oder sich verstärken. «Wenn starke Rötungen, entzündete Ekzeme oder andere Ausschläge auftreten, ist ärztliche Hilfe angezeigt», sagt die Dermatologin. Es könne notwendig sein, auf rezeptpflichtige Salben oder Hautmedikamente zurückzugreifen. So zum Beispiel auf antiallergische Tabletten oder Kortisonsalben.

Bei leichtem Juckreiz und/oder schuppender Haut rät Ruth Gonseth zu Cremes oder Lotionen, die zum Beispiel Harnstoff enthalten. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Bei Beatrice Müller ist es bis heute glücklicherweise zu keiner langwierigen Hautkrankheit gekommen. Den Juckreiz bekämpft sie diesen Winter erfolgreich mit Homöopathie: «Ich habe es mit Fettcremes versucht und einmal sogar mit einer Kortisonsalbe», erzählt sie. Geholfen hat ihr das nicht, im Gegenteil: «Sobald diese Cremes in die Haut eingezogen waren, juckte es noch mehr.»


Zu viel Fett kann die Poren verstopfen

Von ähnlichen Erfahrungen berichtet auch Anita Richli aus Osterfingen SH. Seit 12 Jahren leidet sie im Winter unter starkem Juckreiz an den Schienbeinen: «Sehr fetthaltige Cremes und Körperöle ziehen bei mir nicht richtig ein, sie hinterlassen nur einen Film auf der Haut», sagt die 32-Jährige.

«Zu viel oder zu fetthaltige Körpercremes können manchmal tatsächlich mehr schaden als nützen, vor allem im Gesicht» sagt die Dermatologin Ruth Gonseth dazu.

«Empfindliche Personen reagieren oft auch auf Parfüm-, Konservierungs- oder andere Zusätze in den Kosmetika und Salben. Zu viel Fett kann vor allem im Gesicht die Poren verstopfen.» Für die Gesichtspflege sei daher eine Feuchtigkeitscreme gut geeignet, für die Körperpflege eine Ölin-Wasser-Lotion, die eventuell Harnstoff oder Nachtkerzenöl enthält. Das sind Lotionen, bei denen das Wasser in Öl eingebunden ist.

Das Wichtigste bei der Pflege: regelmässig eincremen. Dies hat auch Anita Richli festgestellt: «Wenn ich meine Beine über eine längere Zeit morgens und abends mit einer leichten Feuchtigkeitslotion eincreme, bricht der Juckreiz nicht aus.»

Anita Richli stimmt auch ihre Dusch- und Badegewohnheiten auf ihre Winterhaut ab: «Ich dusche oder bade immer nur kurz und nicht allzu heiss.» Sie verwendet eine rückfettende Lotion. Ruth Gonseth bestätigt: «Zu viel Seife und schäumende Dusch- und Badezusätze zerstören den natürlichen Schutzfilm der Haut, der unter anderem Fett enthält.» Es sollten nur pH-neutrale, hautfreundliche Seifen verwendet werden. Und weil Wasser die Haut zusätzlich austrocknet, ist sie im Winter nach dem Duschen oder Baden besonders auf regelmässiges Eincremen angewiesen.


Seide schmeichelt empfindlicher Haut

Auch mit der Wahl der Kleider kann man seine Haut schützen. Wolle und Synthetica reizen sie. Direkt auf der Haut ist Baumwolle und Seide am besten verträglich. Das Raumklima hat ebenfalls einen grossen Einfluss auf die Haut. Zu warme und zu feuchte Luft fördert die Hausstaubmilben, die Juckreiz und Ekzeme verschlechtern können.

Ein Trost für all jene, die zu faul sind, um sich regelmässig einzucremen: Wer nur im Winter unter trockener Haut leidet, kann im Sommer mit den Körperlotionen sparsam umgehen. «Gesunde Haut regeneriert sich auf natürliche Weise», sagt Ruth Gonseth. Den Sommer über gross vorbeugen zu wollen, bringt zudem nicht viel: Alle 28 Tage erneuert sich die menschliche Haut vollständig.



Hautcremes ohne schädliche Inhaltsstoffe kaufen

Viele Hautcremes enthalten chemische Inhaltsstoffe. Einige davon sind gesundheitsschädlich:

- Formaldehydabspalter: Der Konservierungsstoff gilt als krebserregend. Er reizt die Schleimhäute und löst Allergien aus.

- Halogenorganische Verbindungen: Das ist eine Gruppe von Stoffen, die Jod und Chlor enthalten. Einige davon gelten als allergieauslösend und krebserregend.

- PEG oder PEG-Derivate: Sie können die Haut durchlässig machen und Schadstoffe in den Körper einschleusen.

- Phthalate: Diese Stoffe stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen und wie ein Hormon zu wirken.

Die Zeitschrift «Ökotest» liess Hautcremes für trockene und empfindliche Haut auf diese Schadstoffe testen. Mit «sehr gut» abgeschnitten haben:

Alva Sanddorn Cosmetics; Dr. Hauschka Rosencreme; Kneipp Mandelblüten Hautzart Gesichtscreme; Lavera basis sensitive; Logona Pflegecreme Rose; Heliotrop Carotin Vitamin Creme; Santé 24 Stunden Intensiv Creme; Tautropfen Rosencreme; Weleda Iris Tagescreme.

Den Test können Sie für Fr. 6.90 plus Versandkosten bestellen unter: Tel. 0180 539 39 33 34 oder im Internet unter www.oekotest.de

- Kosmetik ohne Tierversuche

Infos über Kosmetik ohne Tierversuche findenSie im Ratgeber «Kosmetika». Bestellen können Sie dieBroschüre für Fr. 10.- plus Versandkosten bei der Stiftung für Konsumentenschutz, Postfach 3000 Bern 23, Tel. 031 307 40 40, www.konsumentenschutz.ch, admin@konsumentenschutz.ch

01. Dezember 2001


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