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Strom sparen ist auch mit modern gestalteten Leuchten möglich. Der Design-Wettbewerb «Goldener Stecker» räumt mit alten Vorurteilen gegenüber Stromsparlampen auf.
Viele kennen die ärgerliche Situation: Ersetzt man der Umwelt zuliebe eine Glühbirne durch eine Stromsparlampe, ragt deren Stängel über das Leuchtengehäuse hinaus und verbreitet obendrein fahles und blendendes Licht. Dass es auch anders geht, zeigt der Design-Wettbewerb «Goldener Stecker». «Mit hocheffizienten Fluoreszenzleuchten sind heute verschiedene Lichtfarben möglich. Deren Licht leuchtet auch in der Stube angenehm», erklärt Köbi Gantenbein, Jury-Präsident und Chefredaktor der Architekturzeitschrift «Hochparterre».
Die Schweizerische Agentur für Energieeffizienz führte den Wettbewerb nach 1999 zum zweiten Mal durch. Eine unabhängige Fachjury beurteilte anhand der Kriterien Design (Lichtqualität, Material, Konstruktion), Preis-Leistungs-Verhältnis, Energieverbrauch und Ökologie die 42 eingereichten Leuchten von 21 in- und ausländischen Firmen. Zugelassen waren nur Beleuchtungssysteme mit sehr guter Lichtqualität, die zudem die höchsten Anforderungen der EU-Energiedeklaration erfüllen.
Das Licht dorthin bringen, wo es gewünscht wird
Die höchste Auszeichnung, den «Goldenen Stecker», verlieh die Jury der beweglichen Stehleuchte Drom Tilt (Fr. 980.-). Ihr Ständer kann um 45 Grad gekippt und um 360 Grad gedreht werden, und der Reflektor lässt sich um 240 Grad drehen. Die originelle Leuchte bringt das Licht genau dorthin, wo es gewünscht wird. Sie lässt sich über den Tisch ziehen, zum Sofa kippen oder leuchtet aufrecht an die Decke. Die Leistung der ringförmigen Fluoreszenzlampe von 22 Watt entspricht einer herkömmlichen Halogenglühlampe von 100 Watt. Das Produkt stammt von der kleinen Newcomer-Firma Stockwerk 3 in Frauenfeld.
Den «Silbernen Stecker» erhielt die Pendelleuchte Spina (Fr. 462.-). Sie eignet sich für den Wohn- wie auch den Arbeitsbereich. Hergestellt wird sie von der Ribag Licht AG in Muhen AG. Als Leuchtmittel dient eine schlanke Fluoreszenzröhre der neusten Generation von nur 16 Millimeter Durchmesser. Sie liefert mit einer Leistung von 28 Watt gleich viel Licht wie eine herkömmliche Halogenglühlampe von 150 Watt. Die Pendelleuchte wird in mehreren Variationen hergestellt: Mit Leuchtstoffröhren in vier Längen und sechs verschiedenen Reflektoren.
Der «Bronzene Stecker» ging an die Stehleuchte Stic (Fr. 960.-) des kleinen Könizer Ingenieurbüros Hellinge. Sie eignet sich für die Grundbeleuchtung im Wohn- und Präsentationsbereich. Das Licht kann durch Drehen der Leuchtröhre ein- und ausgeschaltet und die Lichtstärke im Bereich von 1 bis 100 Prozent gedimmt werden. Die Leuchtröhre hat eine Leistung von 58 Watt und entspricht damit einer herkömmlichen Halogenlampe von rund 300 Watt.
Gutes Design auch bei knappem Budget
Dass gutes Design und effizientes Licht auch für kleinere Budgets erschwinglich ist, beweisen drei Leuchten, die von der Jury eine Auszeichnung für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis erhielten. Die Pendelleuchten Corn (Fr. 278.-) von Interio und Turn (Fr. 390.-) von Micasa eignen sich sowohl für Wohn- wie auch für Arbeitsräume. Die für den Wohnbereich konzipierte einseilige Leuchte Melo (Fr. 218.-) von Ribag ist in den Farben Gelb, Blau und Rot erhältlich.
Die prämierten Leuchten haben gegenüber vergleichbaren Halogenleuchten grosse Vorteile: Ihre Lebensdauer ist drei- bis sechsmal höher, und sie brauchen für gleich viel Licht vier- bis fünfmal weniger Strom. Die tieferen Stromkosten fallen ins Gewicht: Rund 80 Franken pro Jahr spart beispielsweise das Modell Turn (108 Watt) gegenüber einer herkömmlichen Halogenlampe mit vergleichbarer Lichtqualität (500 Watt) ein. Dank der geringeren Leistung wird die Lampe auch weniger heiss. Die Gefahr, dass sich kleine Kinder die Finger an der Leuchte verbrennen, besteht nicht.
Nach wie vor zu viele Stromfresser auf dem Markt
Trotz dieser gewichtigen Vorteile werden in der Schweiz vor allem Strom fressende Glüh- oder Halogenlampen verkauft. Ihr Anteil an den jährlich verkauften 50 Millionen Lampen beträgt rund 80 Prozent. Der Marktanteil von Strom sparenden Fluoreszenz- und Energiesparlampen liegt bei knapp 20 Prozent.
Stromsparlampen: Migros baut ihr Angebot aus
Mit schuld daran ist die oft schlechte Information am Verkaufspunkt. Micasa geht mit positivem Beispiel voran. Ein handlicher Energiesparlampen-Schieber zeigt, wie viel Strom und Geld mit Energiesparlampen im Vergleich zu Glühlampen eingespart wird. Und das Migroseigene Blatt-Label bezeichnet Leuchten, die mit Energiesparlampen betrieben werden können. «Wir bauen den Anteil stromeffizienter Leuchten in unserem Sortiment laufend aus», sagt Johannes Bulk von Micasa. Ab März 2002 werden diese Produkte mit der EU-Energiedeklaration gekennzeichnet. «Diese guten Leuchten wollen wir hervorheben», sagt Bulk.
Armin Braunwalder
Stromsparaktion - 500 000 Franken für EWZ-Kunden
Ab Mitte Dezember erhalten alle Kunden des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) in Zürich und im EWZ-Versorgungsgebiet Mittelbünden mit der Stromrechnung einen Faltprospekt mit genauen Angaben, wo die 18 besten Leuchten gekauft werden können.
Mehr noch: EWZ-Kunden erhalten gleichzeitig einen Gutschein. Damit wird der Kaufpreis um 25 bis 50 Prozent verbilligt. Wer den Kaufbeleg mit Stempel und Unterschrift des Fachgeschäfts sowie der eigenen Adresse und Unterschrift ins Kundenzentrum am Beatenplatz 2 in Zürich bringt, erhält Beträge bis 500 Franken bar ausbezahlt. Grössere Summen werden überwiesen. Die Förderaktion dauert bis zum 31. Mai 2002 - oder bis die Fördersumme von 500 000 Franken aufgebraucht ist.
Möglich ist diese Aktion durch den Stromsparfonds, der in der Stadtzürcher Volksabstimmung 1989 gutgeheissen wurde und über den Stromtarif gespiesen wird. «Die erste Förderaktion war ein Grosserfolg», sagt Hans Abplanalp, stellvertretender Leiter des EWZ-Kundenzentrums. Die Fördermittel von insgesamt 250 000 Franken waren vor Ablauf der Aktion aufgebraucht, und viele EWZ-Kunden gingen trotz Nachtragskredit leer aus.
Verärgerte Reaktionen gab es damals von Kunden des Elektrizitätswerks des Kantons Zürich (EKZ/Axpo) und aus anderen Regionen der Schweiz. Sie hätten sich eine ähnliche Aktion ihres Stromversorgers gewünscht.
Bezugsquellen - Die Besten auf www.topten.ch
Die im Rahmen des «Goldenen Steckers» prämierten Leuchten sind oft nur in ausgewählten Fachgeschäften erhältlich. Über die Hersteller können Verkaufsstellen in der Region ausfindig gemacht werden: Hellinge Ingenieurbüro, Köniz, Tel. 031 971 16 71; Stockwerk 3, Frauenfeld, Tel. 052 721 81 81; Ribag Licht AG, Muhen, Tel. 062 737 90 10.
Die 18 besten Leuchten des Design-Wettbewerbs sind mit Bild, Bezugsquellen und vielen Informationen im Internet unter www.topten.ch und www. goldenerstecker.ch zu finden.
Die Leuchten gehen auch auf Ausstellungstournee:
- Zürich: EWZ-Kundenzentrum, Beatenplatz 2 (Mo bis Do 8 bis 17 Uhr), und EWZ-Betriebsgebäude, Tramstrasse 35
- Thusis: Lichtstudio Banzer Elektro AG
- Bern: Loeb-Schaufenster, 3. Januar bis 2. Februar 2002
- Basel: Baudepartement-Lichthof, 7. bis 28. Januar 2002
- Weitere geplante Ausstellungsorte: Aarau, Chur, Liestal, Frauenfeld, Sion/ Brig, Winterthur, Solothurn, Genf, Lausanne, St. Gallen, Luzern und Biel.
Auf der Internetseite www.topten.ch werden laufend die besten Energie sparenden Produkte für Haushalt und Büro präsentiert.
Neu sind dort auch Beiträge über Computerbildschirme, Sonnenkollektoren, Fernsehgeräte und Videorekorder veröffentlicht.
21. November 2001
