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Mit Silverstar soll die Reinigung von Silber zum Kinderspiel werden. Im Praxistest glänzte das Mittel allerdings nicht.
Selbst gemixte Drinks liebe ich über alles. Klar, dass ich kürzlich auf dem Flohmarkt zugriff, als ich einen silbernen Shaker entdeckte. Er war ziemlich stark angelaufen und dunkel verfärbt, deshalb verkannte die Verkäuferin wohl seinen wahren Wert. Zu meinem Vorteil - ich freute mich über das Schnäppchen.
Den Mixbecher wieder sauber zu kriegen, sollte nicht allzu schwer sein, denn ich erinnerte mich an die TV-Werbung von Silverstar. Da wurde unlängst vorgeführt, wie einfach und effizient das funktionieren soll: Silverstar - eine Metallplatte mit ausgestanzten Sternchen - ins Spülbecken legen, einen Esslöffel Salz darauf streuen, kochendes Wasser darüber giessen und den silbernen Gegenstand 30 Sekunden in die Flüssigkeit eintauchen.
Tatsächlich: Der untere Teil des Teekrugs, den der Moderator ins Wasser hielt, glänzte wie neu. «Ohne Chemie und aufwändiges Polieren wird Ihr Silber in kürzester Zeit makellos glänzend», kommentierte er mit strahlendem Lächeln. Bei der Wunderwirkung mag der stolze Preis von Fr. 73.50 wohl gerechtfertigt sein.
Weit entfernt von Glanz und Strahlen
Wie in der Sendung gesehen, versuche ich zu Hause, den Shaker zu reinigen. Nach einer halben Minute hebe ich ihn aus dem Wasser. Laut Anleitung braucht der Gegenstand jetzt nur noch getrocknet zu werden, bis er glänzt «wie die Sterne». Von Sternenglanz kann aber keine Rede sein. Das gute Stück ist hässlich und verfärbt wie zuvor.
Was erzählte nochmal der Moderator? «Silverstar wird auch zum Säubern von Kunstobjekten in Museen verwendet. Bei stark verschmutzten Gegenständen einfach den Vorgang wiederholen und mit einer Bürste nachhelfen.» Nach dem vierten Mal ist meine Geduld zu Ende, die Zahnbürste ausgefranst und der Shaker zwar etwas sauberer, aber noch weit entfernt von Sternenglanz.
Vielleicht ist das stark angelaufene Silberstück doch etwas zu viel des Guten für Silverstar. Obwohl, im Fernsehen hatte es doch tadellos funktioniert? Also geb ich dem Mittel noch eine Chance und versenke ein Paar leicht angelaufene Silberohrringe. Diese sind nach kurzer Zeit tatsächlich wieder sauber. So sauber, wie ich das mit meinem alten, fünffränkigen Poliertuch (auch ohne Chemie) in der gleichen Zeit auch geschafft hätte.
Fazit: Die Wirkung von Silverstar ist nicht wundermässig. Genau genommen eigentlich ziemlich dürftig. Zudem wissen versierte Hausfrauen und -männer vermutlich schon längst: Verwendet man statt der 74-fränkigen Metallplatte Alufolie - rund 3 Franken die Rolle - erzielt man genau den gleichen Effekt.
Übrigens: Mein Shaker strahlt wieder in altem Glanz. Dank herkömmlichem Silberputzmittel und langem Polieren.
Jeannette Büchel
TV-Shopping - Neue Serie
Das hätte Ihnen der Briefträger nach Hause geliefert, wenn Sie bestellt hätten. saldo prüft in dieser Rubrik, ob die Produkte, die in aufwändigen Fernsehshows verkauft werden, ihren Preis auch wert sind.
12. November 2001
