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Artikel | saldo 17/2001

Grippeimpfung - Gegen Bedrohung in den Altersheimen

Die Grippe ist keine harmlose Krankheit. Jedes Jahr fordert sie zwischen 400 und 1000 Todesopfer. Die Impfung soll diese Zahl verringern.

Die 80-jährige Marie Müller, Bewohnerin des Alters- und Pflegeheims Marienheim in St.Gallen, lässt sich gegen Grippe impfen. Die meisten Mitbewohner folgen ihrem Beispiel. Sie wollen sich vor der gefährlichen Krankheit schützen. Mit gutem Grund: 1999 starben hier innert drei Monaten 16 Betagte. Grippeviren können sich nirgends schneller ausbreiten als in einem Heim. Die geschlossenen Räume, der enge Kontakt und die meist schon angegriffenen Abwehrkräfte begünstigen die Krankheit. Als Risikogruppen gelten insbesondere ältere Menschen und chronisch Kranke.

Oft trägt das betreuende Personal die Viren von aussen ins Heim oder Spital. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will deshalb auch die Angestellten in die Impfkampagne einschliessen. Im Marienheim lassen sich rund 50 Prozent des Pflegepersonals impfen.


Immer mehr Firmen impfen ihre Angestellten

Noch nicht genug, findet der Zürcher Stadtarzt Dr. Albert Wettstein: «Wenn sich 80 Prozent des Pflegepersonals impfen liessen, hätte die Grippe in einem Altersheim oder Spital keine Chance.» Der Impfschutz ist zwar nicht hundertprozentig, doch sind die Komplikationen weniger schwer und Todesfälle seltener.

Die Grippeimpfung fasst allmählich in breiten Bevölkerungskreisen Fuss. Immer mehr Firmen laden ihre Angestellten ein, sich gratis impfen zu lassen. Auch die Männer der alpinen Skinationalmannschaft liessen sich ihre Medaillenhoffnung mit einer Spritze absichern. Das BAG begrüsst die steigende Impffreudigkeit, will aber vor allem die Impfrate bei den über 65-Jährigen von 48 auf 60 Prozent erhöhen.

Erich Gmünder



Symptome - Grippe oder Erkältung?

Schnupfen, Husten, Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen bedeuten nicht immer eine Grippe. Es kann sich auch um eine starke Erkältung, einen grippalen Infekt, handeln. Die Symptome sind sehr ähnlich. Sogar der Hausarzt hat oft Mühe, den Unterschied festzustellen. Typisch für die Grippe ist das hohe Fieber gleich zu Beginn. Im Zweifelsfall gibt ein Abstrich im Nasen- oder Rachenraum Klarheit.

Beide Infektionskrankheiten werden durch Viren verursacht und sind via Tröpfcheninfektion ansteckend. Der Unterschied: Grippeviren sind aggressiver und wechseln ständig. Die Weltgesundheitsorganisation erfasst deshalb jeweils schon im Frühjahr die drei wichtigsten Virenstämme und gibt entsprechende Empfehlungen für den Impfstoff ab.

24. Oktober 2001


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