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Die schwarzen Schafe unter den Beizern beim Namen nennen: Mit dieser Forderung löste der Chef des Stadtzürcher Amts für Gesundheit, Peter Vogt, letzten Sommer einen beträchtlichen Wirbel aus. Über notorische Hygienesünder, verlangte Vogt, solle sich nicht länger der Mantel des Amtsgeheimnisses legen.
Klar, dass die aus Los Angeles entlehnte Idee keine Chance hatte. Wirte liefen dagegen Sturm, Kantonschemiker taten die Pläne als übertrieben ab. Tatsächlich?
Dieser Tage publizieren die kantonalen Laboratorien ihre Jahresberichte. Und wieder sind die Restaurantküchen bei den Beanstandungen weit vorn. Vorgekochte Teigwaren zum Beispiel kommen viel zu oft in vergammeltem Zustand auf den Tisch.
Das ist unhaltbar: Wer für teures Geld auswärts isst, hat Anspruch auf hygienisch einwandfreie Gerichte. Weil die Behörden aus den schwarzen Schafen ein Geheimnis machen, bleibt uns Gästen nur der Selbstschutz: Vorsicht ist nicht nur bei Schmuddellokalen angebracht. Auch Nobelrestaurants mit seitenlangen Speisekarten geben Anlass zu Misstrauen: Wer von Thai-Nudeln bis zu Scampi à la Romana alles anbietet, ist als Koch in einem kleinen Lokal hygienisch rasch überfordert. Er kann nur wenige Rohstoffe wirklich frisch vorrätig halten.
Viele Wirte wissen das und haben daraus eine wenig erfreuliche Konsequenz gezogen: Sie greifen einfach zu industriell vorgekochtem Convenience Food, ohne es dem Kunden zu sagen. Doch wollen wir für ein Diner à deux aus dem Plastikbeutel wirklich 150 Franken bezahlen?
25. April 2001
