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Eine neue Operationsmethode aus dem Berner Inselspital macht international von sich reden.
Menschen mit Angina pectoris kennen das Gef?hl des bedrohenden Druckes auf der Brust und der Atemnot. Noch dramatischer beim Herzinfarkt: Engegef?hl, Schmerzen, Todesangst sind m?gliche Symptome, Herzstillstand und Tod die gef?hrlichen Folgen. Wenn der Herzmuskel nicht mehr durchblutet ist, wird es lebensgef?hrlich.
Chirurgisch kann den Patienten mit verengten Herzkranzgef?ssen mit einer Bypass-Operation geholfen werden. Heute werden in der Schweiz j?hrlich zwischen 5000 und 7000 solcher Gef?ssumleitungen eingepflanzt. Das ?berbr?ckende Gef?ss – ein St?ck Vene oder Arterie – verbindet die Hauptschlagader direkt mit den gef?hrdeten Herzteilen. ?blicherweise n?ht man die Bypass-Gef?sse in zeitaufw?ndigen und schwierigen Operationen ein, und nicht selten sind es mehrere Byp?sse gleichzeitig. Bis zu vier Stunden kann die Operation dauern.
Nun haben Berner Herzchirurgen zusammen mit einer amerikanischen Firma einen Edelstahl-Clip entwickelt, der das Verbinden der Blutgef?sse wesentlich beschleunigt: einen so genannten Connector. Das Prinzip: Statt wie bisher mit einer handgemachten Nahtreihe werden Venen mit den Haken eines kleinen Maschendrahtrings aus Stahl zusammengef?gt. Ge?bte Chirurgen schaffen das in weniger als drei Minuten pro Nahtstelle.
Chefarzt Thierry Carrel m?chte mit dieser neuen Methode die Operationszeit verk?rzen und somit den Patienten weniger lange an der Herz-Lungen-Maschine angeschlossen lassen m?ssen. Ein weiterer Vorteil: Die Narkose kann ebenfalls verk?rzt werden.
Clip-N?hte halten nach bisherigen Erfahrungen gut
Eine Zukunftsvision der Berner Chirurgen ist der Einsatz des Connectors zusammen mit einem Herzroboter. Roboteroperationen sind zwar dank Minischnitten im Brustkorb sehr patientenfreundlich, dauern aber wesentlich zu lang. Der Connector k?nnte, so Carrel, diesen Nachteil beheben.
Noch sind die Connector-Operationen in der Pilotphase. Erst wenige Patienten wurden so operiert. «Wir werden 100 Patienten, 50 mit Clip und 50 mit herk?mmlichen N?hten, miteinander vergleichen m?ssen, um endg?ltige Aussagen machen zu k?nnen», erkl?rt Carrel.
Die bisherigen Erfahrungen sind sehr gut. Die Clip-N?hte seien genauso gut wie die von Hand gen?hten. Wirtschaftlich gesehen sei das Verfahren ebenfalls interessant, so der Chefarzt, denn durch die k?rzere Nutzung von Operationss?len k?nnten immerhin 1500 Franken pro Stunde eingespart werden.
Urs Sloksnath
11. April 2001