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Artikel | saldo 7/2001

Bestseller - So werden Sie Millionär

«In sieben Jahren die erste Million» verspricht der deutsche Autor Bodo Sch?fer. Und verkauft das Buch gleich ?ber zwei Millionen Mal.

Heute Morgen habe ich den Kaffee und das Gipfeli mit einer Tausendernote bezahlt. Das Gesicht der Serviertochter h?tten Sie sehen sollen. Unschwer konnte ich aus der Kombination von Augenaufschlag und Mimik erkennen, dass Sie mich f?r einen ganz tollen Hecht hielt.

Ihr kurzes Stirnerunzeln verriet mir, dass die v?llig perplexe Frau im Moment der ?berraschung nicht gerade wusste, wo sie mich schubladisieren sollte. Kannte sie mich von der «Bilanz»-Liste der 300 reichsten Schweizer oder ordnete sie mich der TV-Prominenz zu?


Hochgef?hl mit einem Tausender im Sack

Das ist mir eigentlich wurst. Ich selber weiss nur, dass die Tricks von Europas Geld-
Berater Nummer eins Bodo Sch?fer funktionieren. Das mit der Tausendernote hat er in seinem Buch «Der Weg zur finanziellen Freiheit – In sieben Jahren die erste Million» detailliert beschrieben. Ein Gef?hl von v?lliger Leichtigkeit und Entspannung stelle sich ein, so schreibt der bekannte Autor und Redner, wenn man eine Tausendernote im Hosensack oder in der Westentasche spazieren f?hre. Ein Tausender eigne sich vorz?glich, um zu lernen, sich mit Geld wohl zu f?hlen. Dem kann ich nur beipflichten.

Noch so ein umwerfender Trick aus Sch?fers K?che: Er habe mehrere Safes in mehreren St?dten. Das gebe ihm eine ganz andere Beziehung zur jeweiligen Stadt. Er komme hin und wisse, dass es dort noch einen wunderbaren Schatz gebe. Manchmal ?ffne er den Safe nur so aus Spass, schaue einfach sein Geld an.

Aus optischen Gr?nden r?t Sch?fer seinen Gl?ubigen, ein wenig Geld in Gold anzulegen: Ein Stapel Papiergeld mit einem Goldbarren obendrauf, das sehe ganz toll aus. Wenn der Barren in der Mitte liege, w?rden sich die Kanten der Geldscheine nach oben biegen – schon wirke der Stapel bedeutend h?her. Fast schon genial, freut sich Sch?fer selber wie ein kleiner Bub ?ber diesen gelungenen Einfall.


Sch?fers Wissen: Das Geschenk eines reichen Geldonkels

Dann erz?hlt er aus dem N?hk?stchen, gibt Einblick in die Welt der ganz M?chtigen und Reichen. Schliesslich hat er sein Wissen ?ber die wundersame Geldvermehrung von einem reichen Geldonkel geschenkt bekommen. Bis neun Stunden t?glich sei dieser vor seinem Safe gesessen und habe seine Brillanten, Diamanten und Rubine bestaunt, gestreichelt und liebkost. Ja, bei dieser Gelegenheit habe er, Sch?fer, zum ersten Mal in seinem Leben ganz direkt gesp?rt, dass reiche Menschen ihr Geld richtig lieben.

Das ist, schiesst es mir durch den Kopf, mein Kapitalfehler: Ich habe zu fest auf die menschliche Liebe gesetzt, das Geld vernachl?ssigt. Das r?cht sich. Fazit: Ich selbst werde es wohl nicht mehr in den erlauchten Kreis der Million?re bringen. Aber die Kinder sollen es dereinst besser haben. Dachte ich.

Und setzte es um: Statt eines Osterhasen schenkte ich den beiden je einen Tausender. Und riet ihnen, damit m?glichst grossz?gig umzugehen. Was die sechsj?hrige Tochter spontan in die Praxis umsetzte: Als sie f?r das Big-Mac-Men? Fr. 10.90 h?tte hinbl?ttern sollen, legte sie stolz den Tausender auf den Tresen – und meinte k?hn: «Es isch scho r?cht so. De Rescht isch f?r Sii.»

Wer selber ausprobieren m?chte, ob er das Zeug zum k?nftigen Million?r hat: Das Buch von Bodo Sch?fer erkl?rt, so die Verlagswerbung, praxisnah und leicht verst?ndlich, wie Sie Ihre Einstellung zum Geld ?ndern, Ihre Schulden abbauen, Ihr pers?nliches Einkommen steigern und schliesslich von den Zinsen Ihres Kapitals leben k?nnen. Anscheinend trifft der Autor damit einen wunden Punkt der Gattung Mensch: ?ber zwei Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum kauften sein Werk bereits.

Inzwischen ist bereits die 14. Auflage auf dem Markt. Das Buch kostet 49 Franken. Und hat mindestens seinem Autor zu mehr finanzieller Freiheit verholfen. Nicht vergessen: F?r Autor Sch?fer heisst der Hauptgrund seines Strebens – «Ich liebe Geld.»

Max Fischer

11. April 2001


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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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