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?berraschung bei der saldo-Stichprobe: Die Jury gab dem billigsten Schoggi-Osterhasen von Denner die besten Noten.
L?ngst knabbert er nicht mehr nur an R?ben oder versteckt Eier. Nein, der Schweizer Schoggi-Osterhase geht mit der Zeit, bl?st Alphorn, spielt Fussball oder f?hrt
Rollbrett.
Jedes Jahr werden landesweit zu Ostern rund 4100 Tonnen Schokolade in Hasen- oder Eierform verzehrt. Das macht laut Branchenverband Chocosuisse etwa f?nf Prozent des gesamten einheimischen Jahreskonsums aus. Dieser lag im letzten Jahr bei einem Kilo pro Person und Monat. Im Schokoladeessen seien die Schweizer denn auch Weltmeister.
Elf Schokolade-Osterhasen im Blindtest
saldo wollte wissen, wie es eigentlich um die geschmackliche Qualit?t der Osterhasen steht, und kaufte in verschiedenen Warenh?usern sowie in einer Confiserie elf Langohren aus Milchschokolade ein. Eine Jury aus vier Fachexperten – Maja Eggmann von Chocolat Frey, Anton Flury von Camille Bloch, Robert Keller von Chocolat Bernrain, Konditor-Meister Claude Risterer – und zwei Laien degustierte die Schoggihasen. Im Blindtest wurden nicht nur der Geschmack, sondern auch der Schmelz auf der Zunge, die S?ssigkeit der Schokolademasse sowie deren ?ussere Qualit?t benotet.
Grunds?tzlich h?ngt die Qualit?t der Milchschokolade von den Rohstoffen (Kakaobohnen, Kakaobutter, Zucker und Milch), der Rezeptur und der L?nge der Verarbeitung ab. Das Verr?hren der Schokolademasse allein dauert zwei bis drei Tage.
Das erstaunliche Resultat: Die Jury erkor einhellig den billigsten Hasen zum besten. Er ist f?r nur gerade einen Franken pro 100 Gramm bei Denner erh?ltlich. Sein milchiges, fruchtiges Aroma ?berzeugte und erhielt die Note 5,25. Auf Platz zwei rangierte ein ebenfalls preiswerter Hase von Coop – obwohl ihm ein leichter «Altgeschmack» nachgesagt wurde.
?berhaupt schienen gleich mehrere Hasen nicht ganz frisch zu sein: Bei sechs von elf Proben machte mindestens eine Person einen «leichten Altgeschmack» aus. Zwei wurden als «eher rau», einer als «rauchig» und ein anderer als «leicht pappig» empfunden. Dennoch scheuten sich die Fachexperten, ungen?gende Noten zu verteilen. Dies besorgten dagegen die beiden Konsumentinnen, nach deren Ansicht die Hasen von Cailler, Lindt und Migros geschmacklich deutlich abfielen. So erreichten die Produkte von Cailler und Migros nur die Note 4.
Teure Produkte nur im hinteren Mittelfeld
Dass teure Schokolade nicht immer die bessere ist, zeigte das saldo-Resultat deutlich: Die Langohren der Confiserie Stocker und von Globus– mit 7.60 respektive 9 Franken pro 100 Gramm weitaus die teuersten – mussten sich mit Pl?tzen im hinteren Mittelfeld begn?gen. Sie wurden als «flach im Aroma» und «etwas ?lter» eingestuft.
Auch bei Migros und Coop schnitten jeweils die preiswerten Hasen besser ab als ihre teureren Br?der. Kleines Detail: Eine Expertin konnte neben ihren eigenen Migros-Hasen sogar vier weitere den jeweiligen Herstellerfirmen zuordnen. Schokolade ist eben doch Geschmackssache.
Melanie Herr
11. April 2001
