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Artikel | saldo 19/2000

Fondssparen lohnt sich immer noch

Bis Ende Jahr kann man noch für die dritte Säule einen Sparbatzen einzahlen. Drei Varianten stehen zur Auswahl. saldo sagt, ob Fonds trotz des schlechten Börsenjahres besser sind als Bankkonti.

Neben der AHV und der zweiten Säule gibt es noch die dritte Säule. Wer fürs Alter spart, macht dies meist mit einem Sparheft oder immer öfter mit Aktien und Fonds. Jeder kann das handhaben, wie er will - es ist seine rein private Angelegenheit und heisst Säule 3b.

Daneben bietet der Staat aber noch eine Sparhilfe fürs Alter an. Die so genannte Säule 3a. Der Vorteil: Wer Geld in die dritte Säule einzahlt, kann dieses in der Steuererklärung vom Einkommen abziehen. Erst bei der Auszahlung muss das Geld - allerdings zu einem reduzierten Satz - versteuert werden. Der Nachteil: Diese Ersparnisse bleiben bis fünf Jahre vor Erreichen der AHV eingefroren. Man nennt diese Sparform deshalb auch gebundene Vorsorge. Nur in Ausnahmefällen kann der Sparbatzen vorzeitig bezogen werden: Bei Erwerb von Wohneigentum, Aufnahme der Selbstständigkeit, Wegzug ins Ausland, Bezug einer ganzen IV-Rente und Einkauf in eine Pensionskasse.

Doch aufgepasst: Das Sparschwein darf nicht überfüttert werden. Für Angestellte mit einer Pensionskasse beträgt der jährliche (noch für das Jahr 2000 gültige) Maximumbetrag 5789 Franken, Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse dürfen maximal bis zu 20 Prozent ihres Einkommens, aber nicht mehr als 28 944 Franken in die dritte Säule überweisen.

Erzielen Ehefrau und Ehemann ein Einkommen, können beide einen steuerfreien Beitrag an die dritte Säule leisten. Auch Teilzeitler können von einem 3a-Konto profitieren. Eine Hausfrau aber darf nach Meinung des Bundesgerichts keine Beiträge an die Säule 3a einzahlen - selbst wenn sie über die nötigen finanziellen Mittel verfügt.


Die Versicherungsvariante bringt weniger Rendite

Die Säule 3a gilt wegen der Steuerprivilegien als sehr beliebtes Vorsorgeinstrument von Erwerbstätigen. Zur Auswahl steht eine Versicherungslösung mit Risikoschutz oder eine reine Banklösung.

Bei der Versicherungsvariante ist die Rendite um einiges tiefer, weil der Versicherungsschutz finanziert werden muss. Sie lohnt sich nur, wenn ein zusätzlicher Risikoschutz nötig ist. Beispiel: Ein junger Familienvater schliesst eine Lebensversicherung ab, damit Frau und Kinder im Notfall ein Polster haben. Weiter ist die Vorsorgepolice ein geeignetes Instrument für die indirekte Amortisation einer Hypothek. Der steuerfreie Sparprozess kann ideal kombiniert werden mit der Todesfallversicherung, die der Kreditgeber oft verlangt.

Die Banklösung ist allen zu empfehlen, die keinen Versicherungsschutz benötigen und denen Flexibilität besonders wichtig ist. Es gibt bei den Banken zwei Möglichkeiten. Erste Variante: ein so genanntes festverzinsliches Konto. Es eignet sich vor allem für Leute, die keine Risiken eingehen wollen, die bald Geld für die Finanzierung von Wohneigentum brauchen, die kurz vor der Pensionierung stehen oder demnächst auswandern wollen.

Die zweite Variante ist der Fonds - hier investiert die Bank in Obligationen und Aktien. Dabei darf der Aktienanteil ähnlich wie bei Pensionskassen gemäss Vorschriften des BVG nicht mehr als 50 Prozent betragen. Der Erwerb von Dritte-Säule-Fonds ist über ein bestehendes 3a-Konto möglich, wobei auch bereits einbezahlte Beträge nachträglich in Fondsanteile umgewandelt werden können. Der Kauf und Verkauf dieser Fonds ist zudem erst noch spesenfrei, ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagefonds.

Dank der überdurchschnittlichen Entwicklung an den Börsen erreichten die Anlagefonds in den letzten Jahren deutlich höhere Renditen als Konti. Anders dieses Jahr. An den Börsen lief es nicht mehr so toll. Das schmälerte die Performance der Vorsorgegelder der dritten Säule, die in Wertschriften angelegt sind. Die Renditen liegen (Stichtag 31. Oktober 2000) bei vielen Fonds deutlich unter dem festverzinsten Vorsorgekonto (rund 3 Prozent).

Doch ein von saldo beim VZ Vermögenszentrum in Zürich in Auftrag gegebener Fondsvergleich zeigt deutlich: Über fünf Jahre betrachtet sind die Bankfonds dem Bankkonto immer noch deutlich überlegen. Dabei fällt auf: Je höher der Aktienanteil, desto höher die erzielte Rendite.

Bei einer so genannten defensiven Anlagestrategie (Aktienanteil unter 20 Prozent) lagen die Fondsrenditen von Anfang 1995 bis Ende Oktober 2000 bei 3,8 und 5,7 Prozent.


Beste Performance: Fonds mit offensiver Anlagestrategie

Bessere Resultate über fünf Jahre brachte eine ausgewogene Anlagestrategie (Aktienanteil 20 bis 40 Prozent): 7,8 beziehungsweise 11,4 Prozent Rendite. Die beste Performance erzielten die Fonds mit einer offensiven Anlagestrategie (Aktienanteil 40 bis 50 Prozent): Hier lagen die Renditen bei 9,2, 9,4 und 12,7 Prozent.

Stefan Thurnherr vom VZ Vermögenszentrum empfiehlt die offensive Strategie für alle, die ihr Geld länger als fünf Jahre in Fonds liegen lassen wollen. Von defensiven Fonds rät er ab: "Wer so wenig riskieren will, kann gleich ein normales 3a-Konto wählen." Generell gilt für die dritte Säule: Je früher man zu sparen beginnt, desto mehr profitiert man vom Zinseszinseffekt. Wichtig: Nach Möglichkeit jedes Jahr den Maximalbetrag einzahlen. Wer in einem Jahr weniger als vom Gesetz vorgesehen überweist, kann das zu einem späteren Zeitpunkt nicht mit einer Mehrzahlung ausgleichen. Das Geld muss bis 31. Dezember auf dem Dritte-Säule-Konto sein. Sicherheitshalber rät Stefan Thurnherr: "Den Betrag von 5789 Franken am besten noch vor den Festtagen einzahlen."

Max Fischer



Migros an der Spitze

Die Unterschiede beim Kontosparen sind bei den Grossbanken sehr gering. Bei den 5-Jahres-Renditen (1.1.95-31.10.00) von konventionellen 3a-Bankkonti schneidet die Migros mit 3,6 Prozent am besten ab. Mit 3,5 Prozent ist auch der aktuelle Zinssatz am höchsten.

Die CS kommt auf eine Rendite von 3,4 Prozent über fünf Jahre. Der aktuelle Satz beträgt 3 Prozent.

Die Raiffeisenbanken erzielten im Langzeitvergleich eine Performance von 3,3 Prozent. Der jetzige Zinssatz liegt bei 3,25 Prozent.

UBS und ZKB liegen gleichauf am Schluss: Bei der 5-Jahres-Rendite kommen beide auf 3,1 Prozent. Der aktuelle Zinssatz beträgt gleich wie bei der CS 3 Prozent.

Quelle: VZ Vermögenszentrum

22. November 2000


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