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Stellen Sie sich vor, Sie müssen Ihr Haus versteigern. Zwei Konkurrenten interessieren sich dafür. Kurz vor der Versteigerung tun sich die beiden zusammen, um sich das Haus zum Mindestpreis zu schnappen. Fänden Sie das in Ordnung? Ich nicht. Ich würde die Versteigerung abblasen.
Genau das hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) getan bei der Versteigerung der neuesten Mobilfunklizenzen UMTS. Weil sich tags zuvor die beiden Konkurrenten Diax und Sunrise zusammengeschlossen hatten, um sich zum Mindestpreis von bescheidenen 50 Millionen Franken ein voraussichtlich dickes Geschäft zu schnappen. Verfechter der reinen Lehre des freien Marktes finden das Verhalten von Diax und Sunrise richtig. Ich nicht. Ich finde die Reaktion des Bakom richtig.
Erster Grund: Trotz des bescheidenen Eintrittspreises werden wir in der Schweiz kaum billiger mobil telefonieren. Die internationale Verbandelung der Telekombranche spricht dagegen. Wir würden wohl die Mobiltelefonierer anderer Länder quersubventionieren.
Zweiter Grund: Wenn wir schon nicht als Kunden profitieren können, dann wenigstens als Steuerzahler. Indem mit den Erträgen aus der Lizenzversteigerung Bundesschulden getilgt werden.
Gewiss: Die Behörde scheint im Moment überrumpelt, wenn nicht gar überfordert von den Ereignissen. Wenn es aber zulässig sein soll, dass zwei Konkurrenten den Staat mit einem "Buebetrickli" auszuspielen versuchen, dann hat dieser Staat auch das Recht, zu sagen: So billig gibts in der Schweiz keine Lizenz zum Kohlemachen.
Ueli Schmezer, Stellvertretender Redaktionsleiter Kassensturz.
22. November 2000
