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Artikel | saldo 15/2000

Kleinwagen-Crashtest / Aufholjagd in Sachen Sicherheit

Kleinwagen sind nicht nur praktisch und sparsam - sie werden auch immer sicherer. Dies zeigt ein aktueller europäischer Test.

Die European New Car Assessment (Euro NCAP) lässt regelmässig Wagen im Crashtest gegeneinander antreten. Diesen Sommer mussten 14 Kleinwagen zeigen, wie gut ihr Aufprallschutz ist. Vertreten waren die Modelle Citroën Saxo, Daewoo Matiz, Daihatsu Sirion, Fiat Seicento, Ford Fiesta, Ford Ka, MCC Smart, Nissan Micra, Skoda Fabia, Peugeot 206, Renault Clio, Seat Ibiza, Volkswagen Polo und Toyota Yaris. Das Ergebnis ist erfreulich: Über ein Drittel aller getesteten Wagen erreichte vier von fünf möglichen Sternen.

Diese Fahrzeuge bieten ihren Insassen den besten Schutz: Toyota Yaris, VW Polo, Skoda Fabia, Renault Clio und Peugeot 206. Testsieger mit der höchsten Punktzahl ist der Toyota Yaris. Bei diesem Fahrzeug handle es sich um einen sicheren und starken Kleinwagen, heisst es im Testbericht des Euro NCAP. Bemerkenswert ist das gute Abschneiden des Yaris beim Seitenaufprall - dies selbst ohne Seitenairbags.

Mit drei Sternen wurden Daewoo Matiz, Ford Fiesta, Ford Ka, Daihatsu Sirion, MCC Smart und Seat Ibiza bewertet. Der Ibiza wird in einigen Ländern ohne Airbag verkauft. Deshalb wird ihm im Crashtest der dritte Stern nur bedingt gewährt. Denn ohne Airbag besteht bei einem Aufprall das Risiko,

dass sich der Fahrer am Steuerrad den Kopf verletzt. Laut Generalimporteur sind aber in der Schweiz alle Seat-Modelle serienmässig mit Airbag ausgestattet.

Nur zwei Punkte gabs für die Modelle Citroën Saxo und Nissan Micra. Bei diesen Fahrzeugen ist das Verletzungsrisiko für die Insassen bei einem Aufprall erheblich.

Schlusslicht der Crash-Rangliste ist der Fiat Seicento: Ihm wurde der zweite Stern nur bedingt gewährt. Grund: Der Fahrerairbag ist im Basismodell nicht in allen Ländern serienmässig eingebaut. Anders in der Schweiz: Hier sind ausschliesslich Wagen inklusive Airbag im Verkauf.

Weiter besteht beim Seicento für den Lenker die Gefahr, bei einem Aufprall unter dem Sicherheitsgurt durchzurutschen. Das Verletzungsrisiko (insbesondere für Gesicht, Unterleib und Beine) ist im Seicento beim Front- wie auch beim Seitenaufprall sehr hoch.

Das insgesamt gute Testergebnis beweist, dass die Hersteller den Unfallschutz bei den Kleinwagen weiterentwickelt haben. Als Euro NCAP vor drei Jahren die Kleinwagen testete, erreichte das beste Fahrzeug lediglich drei Sterne. Und das schlechteste Auto wurde gar mit nur einem Stern bewertet. Der aktuelle Test zeigt, dass die Kleinen aufgeholt und nun auch punkto Sicherheit die Nase vorn haben.

Jeannette Büchel



Kriterien - So wurde getestet

Frontalaufprall: Crash gegen eine 1,45 Meter dicke deformierbare Aluminiumbarriere, die 40 Prozent der Frontbreite des Testwagens auf der Fahrerseite abdeckt. Geschwindigkeit: 64 km/h, auf den Vordersitzen zwei mit Sensoren bestückte Dummies.Seitenaufprall: Aufprall eines 950 kg schweren Versuchsschlittens auf die Fahrerseite des Testwagens mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h, auf dem Vordersitz ein Dummy.

Fussgängerunfall: Mit speziellen Kopf- und Beinmodellen wurde ein Frontalaufprall mit Tempo 40 nachgestellt. Der Daihatsu Sirion ist der erste Kleinwagen, der in dieser Prüfung drei Sterne erreichte. Die anderen Modelle schnitten alle mit zwei Sternen ab. Nur einen Stern gab es hingegen für die beiden Ford-Modelle Ka und Fiesta.



Kleinwagen - Weitere Modelle im Test

Bereits im Februar testete die Euro NCAP eine Serie Kleinwagen. Hier die Resultate der fünf Fahrzeuge der ersten Testserie: vier Sterne (je 26 Punkte) für den Fiat Punto und den VW Lupo, drei Sterne für den Hyundai Atos (18 Punkte) und den Honda Logo (17 Punkte), zwei Sterne für den Lancia Y (14 Punkte).

27. September 2000


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