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Artikel | saldo 12/2000

Mediterrane Ernährung Olivenöl fürs Herz

Mittelmeerkost verringert das Herzinfarktrisiko. Das Kantonsspital Winterthur bietet den Herzpatienten ein mediterranes Menü an.

In Mittelmeerländern treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen weniger auf als in nördlichen Ländern, obwohl Risikofaktoren wie Rauchen und hoher Blutdruck auf Korsika oder Sizilien genauso verbreitet sind. Dass Mittelmeerkost präventiv wirkt, bestätigt eine neue französische Studie mit 600 Herzinfarkt-Patienten. Die Hälfte der Patienten stellte auf Mittelmeerkost um. Ergebnis nach vier Jahren: Die Infarkt-Patienten mit mediterraner Kost erlitten dreimal seltener Rückfälle als jene mit herkömmlicher Ernährung.

Dr. Peter Ballmer, Chefarzt Innere Medizin am Kantonsspital Winterthur, hat aus diesen Ergebnissen Konsequenzen gezogen. Auf der Speisekarte des Spitals steht seit einem halben Jahr auch ein mediterranes Menü. Herzpatienten erhalten zudem eine Ernährungsberatung. Peter Ballmer: "Unser Ziel ist es, dass die Herzpatienten auch zu Hause auf mediterran umstellen."

Wo liegt das Geheimnis dieser Küche? Von zentraler Bedeutung ist Olivenöl als wichtigste Fettquelle. Seine Wirkstoffe verringern das Arteriosklerose-Risiko. Olivenöl enthält zu 70 Prozent einfachungesättigte Fettsäuren. Diese erhöhen das gefässschützende HDL-Cholesterin und senken das gefässgefährdende LDL-Cholesterin. Wer Olivenöl nicht mag, kann auf Rapsöl ausweichen.


Fisch, Gemüse und Früchte statt Käse und Schnitzel

Worauf muss man verzichten, wenn man sich mediterran ernähren möchte? Peter Ballmer: "Ganz tabu ist nichts, aber man sollte zurückhaltend sein mit gesättigten Fettsäuren. Man findet sie vor allem in rotem Fleisch und Milchprodukten wie Butter und Käse." Alternativen zu Schnitzel und Kotelett sind Geflügel und Fisch. Unbesorgt zugreifen darf man bei Früchten und Gemüsen.

Welche Rolle spielt der Wein in der Mittelmeerkost? "Es gibt viele Belege dafür, dass ein moderater Weinkonsum die Lebenserwartung erhöht, immer vorausgesetzt, dass der Konsum wirklich moderat ist und kein Suchtproblem besteht." Konkret heisst das: ein Glas Wein täglich für eine Frau und zwei Glas für einen Mann, idealerweise begleitend zum Essen getrunken.

Martina Lichtsteiner

21. Juni 2000


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