|
(0) |
Immer mehr Schweizer springen auf den Börsenzug auf. Damit der Einstieg in Aktien kein Flop wird, gilt es einige wichtige Faustregeln zu beachten.
Seit 1993 hat sich die Zahl der Aktienbesitzer mehr als verdoppelt. Laut einer Umfrage von "Cash" besitzen heute 26 Prozent der Schweizer Bevölkerung mindestens eine Aktie. Selbst Arbeitnehmer mit einem Einkommen unter 5000 Franken versuchen inzwischen an der Börse ihr Glück.
Viele Einsteiger haben sich durch die schnellen Gewinne neuer Aktien am Swiss New Market an die Börse locken lassen. Doch für einige brachten die letzten Wochen ein böses Erwachen: Der New Market ist seit seinem Höchststand im März um 44 Prozent eingebrochen. Auch an ausländischen Börsen sind die Kurse abgestürzt. Amerikanische Internet-Werte etwa sind seit März um 55 Prozent gefallen. Grund: Die Hightech-Firmen verfügen zwar über viel Wachstumsfantasie, schreiben aber rote Zahlen.
Laufende Geschäfte und Zukunftsaussichten analysieren
Gegenteilig ist die Situation bei Schweizer Grossfirmen wie Schweizer Rück, Nestlé oder UBS. Obwohl sie fette Gewinne einfahren, kamen die Aktien im letzten Jahr kaum vom Fleck, weil die Wachstumsperspektiven fehlen. Börsengewinner von gestern und morgen vereinigen dagegen beides: Bereits heute gut laufende Geschäfte und dazu noch rosige Perspektiven für die Zukunft. Doch wie finden Einsteiger solche Firmen, und was sollten sie beim Aufbau eines Aktienbesitzes beachten?
° Auf den Preis achten: Produkte vergleicht man nach ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis. Gleiches gilt für Aktien. Anleger sollten sich über Firmen so viele Informationen wie möglich beschaffen, bevor sie investieren: Kurse, Analysen, Angaben zu Geschäftsgang und Produkten sowie Kennzahlen finden sich in den Medien oder im Internet.
Eine der wichtigsten Kennzahlen ist das Kurs-GewinnVerhältnis (KGV oder P/E für Price-Earnings-Ratio). Der Aktienkurs wird dabei ins Verhältnis zum Gewinn gesetzt. Je höher das KGV, um so teurer ist eine Aktie. Ein KGV von 60 beispielsweise bedeutet, dass ein Unternehmen bei unveränderten Gewinnen 60 Jahre benötigt, um das in die Aktie investierte Geld zu verdienen. Das KGV für das Jahr 2000 ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Um den Preis einer Aktie zu bewerten, sollten deshalb auch Schätzungen über zukünftige Gewinne einbezogen werden. Angaben darüber liefern Geschäftsberichte oder diverse Internet-Seiten. Generell sollte man von Unternehmen die Finger lassen, deren Geschäft man nicht versteht.
° Risiko streuen: Trotz bester Information besteht immer die Gefahr, eine Niete zu ziehen. Deshalb sollten gerade Einsteiger nicht alles auf eine Karte setzen. Es ist darum wichtig, in verschiedene Firmen und unterschiedliche Branchen zu investieren.
Mit mehr als fünf bis zehn Titeln verliert man allerdings schnell den Überblick. Das Risiko lässt sich zusätzlich senken, indem man die Aktien auf mehrere Länder verteilt. Wer zum Beispiel im letzten Jahr nur Schweizer Aktien besass, hatte Pech, weil die amerikanischen und europäischen Börsen weit besser abschnitten.
Auf keinen Fall sollte das ganze Vermögen nur in Aktien angelegt sein. Faustregel: 100 minus das eigene Alter ergibt den Aktienanteil in Prozent. Ein 40-Jähriger dürfte demnach nicht mehr als 60 Prozent des Vermögens in Aktien investieren, für den Rest bieten sich Obligationen oder das Sparkonto an.
° Nicht blind draufloskaufen: Die Kurse an den Aktienmärkten weisen innerhalb eines Jahres grosse Schwankungen auf. Wer sich ein Aktienvermögen zusammenstellt, sollte deshalb zeitlich gestaffelt investieren. Das reduziert die Gefahr, sein ganzes Geld zu Höchstkursen anzulegen. Vor einem Kauf sollte man sich zudem die Frage stellen: Wie viel ist mir die Aktie wert? Die Antwort darauf muss bei einem Kaufauftrag als Kursbegrenzung angegeben werden. Wer keine Limite setzt, läuft Gefahr, zum schlechtesten Kurs zu kaufen.
° Hin und Her macht die Taschen leer: Laut einer Studie aus den USA handeln Börsenamateure zu häufig und verkaufen Gewinneraktien zu früh oder steigen beim Fallen der Börse zu sch
07. Juni 2000
